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Explosion in Beirut: Ermittler lassen nach Frachtbesitzer fahnden
International 1 12.01.2021

Explosion in Beirut: Ermittler lassen nach Frachtbesitzer fahnden

Der Hafen von Beirut wurde von der heftigen Explosion ausgelöscht.

Explosion in Beirut: Ermittler lassen nach Frachtbesitzer fahnden

Der Hafen von Beirut wurde von der heftigen Explosion ausgelöscht.
Foto: AFP
International 1 12.01.2021

Explosion in Beirut: Ermittler lassen nach Frachtbesitzer fahnden

Im Zuge der Ermittlungen nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut lassen Libanons Behörden nach dem Besitzer des Frachters fahnden.

(dpa) - Im Zuge der Ermittlungen nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut lassen Libanons Behörden über Interpol nach dem Besitzer des Frachters „Rhosus“ fahnden. 

Das Schiff soll 2013 große Mengen der hochexplosiven Chemikalie Ammoniumnitrat nach Beirut gebracht haben, die die Detonation Anfang August 2020 ausgelöst haben sollen.


-- AFP PICTURES OF THE YEAR 2020 --

A view shows the aftermath of yesterday's blast at the port of Lebanon's capital Beirut, on August 5, 2020. - Rescuers worked through the night after two enormous explosions ripped through Beirut's port, killing at least 78 people and injuring thousands, as they wrecked buildings across the Lebanese capital. (Photo by Anwar AMRO / AFP)
Beirut, vier Monate nach der Explosion
Die Einwohner des Libanons werden von einem korrupten Machtkartell sich selbst überlassen. Um zumindest das grösste Leid zu lindern, rufen Frankreich und die UNO die internationale Gemeinschaft zu mehr Krisenhilfe auf.

Die internationale Polizeiorganisation Interpol habe auf Bitten des zuständigen libanesischen Staatsanwalts eine „Rote Notiz“ („Red Notice“) herausgegeben, mit der nach dem Frachtbesitzer gesucht werde, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA am Dienstag. 

Gefahndet wird demnach auch nach einem portugiesischen Händler, der das Ammoniumnitrat 2014 inspiziert habe.

Im Hafen von Beirut sollen rund 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat explodiert sein.
Im Hafen von Beirut sollen rund 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat explodiert sein.
Foto: AFP

Bei der Explosionskatastrophe in Beirut waren am 4. August mehr als 190 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 6.000 wurden verletzt. Große Teile des Hafens und der umliegenden Wohngebiete wurden zerstört

Die Explosion verschärfte die ohnehin schon schlimme Wirtschaftskrise, unter der das Land seit Monaten leidet.

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Im Hafen sollen rund 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat explodiert sein, die dort ohne Sicherungsmaßnahmen gelagert worden waren. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie an Bord der unter moldauischer Flagge fahrenden „Rhosus“ ins Land kamen. Als Eigner galt der russische Geschäftsmann Igor Gretschuschkin. 

Medien zufolge untersagten Libanons Behörden dem Schiff wegen Mängeln die Weiterfahrt und beschlagnahmten die Ladung. Mittlerweile ist der Frachter gesunken.

Kapitän laut eigener Aussage unschuldig


A partial view of the devastated Beirut port is pictured from the nearby neighbourhood of Mar Mikaehl on August 6, 2020, two days after a massive blast there shook the Lebanese capital. - The huge blast at Beirut port has killed at least 137 people, left dozens missing and at least 5,000 wounded, a Lebanese health ministry spokesperson said today. (Photo by Patrick BAZ / AFP)
149 Todesopfer: Luxemburg schickt Experten nach Beirut
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Der frühere Kapitän des Schiffes sagte der russischen Staatsagentur Tass, er selbst sehe bei sich keine Schuld für die Explosion. 

Dem Hafen seien Kopien von Dokumenten der Ladung gegeben worden. Damit seien die Verantwortlichen über die Gefahr informiert worden, doch niemand habe etwas unternommen, meinte Boris Prokoschew. „Ich habe kein Geld für Anwälte. Ich lebe nur von einer Rente.“

Die Ermittlungen zu der Explosion laufen äußerst schleppend. Bislang konnten sie die Umstände der Katastrophe nicht aufklären. So ist weiter ungeklärt, wie sich das Ammoniumnitrat entzünden konnte.


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