Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Ex-NFL-Profi erschießt fünf Menschen und sich selbst
International 1 3 Min. 08.04.2021

Ex-NFL-Profi erschießt fünf Menschen und sich selbst

Phillip Adams (l.) hatte eine kurze, nicht sehr erfolgreiche Karriere in der NFL, die von Verletzungen überschattet war.

Ex-NFL-Profi erschießt fünf Menschen und sich selbst

Phillip Adams (l.) hatte eine kurze, nicht sehr erfolgreiche Karriere in der NFL, die von Verletzungen überschattet war.
Foto: June Rivera via Flickr / CC BY-SA 2.0
International 1 3 Min. 08.04.2021

Ex-NFL-Profi erschießt fünf Menschen und sich selbst

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Unter den Opfern der Bluttat im US-Staat South Carolina sind zwei Kinder. Der Täter, ein ehemaliger Profi-Footballer, wurde tot aufgefunden.

Die 70.000-Einwohner-Stadt Rock Hill im US-Bundesstaat South Carolina ist geschockt: Ein Mann hat am frühen Mittwochabend (Ortszeit) ein Blutbad angerichtet. Der zunächst flüchtige Täter erschießt einen in der Stadt bekannten und beliebten Arzt (70) und dessen Ehefrau (69) sowie zwei Enkelkinder des Ehepaars im Alter von fünf und neun Jahren. Ein anwesender Handwerker wird von der herbeigerufenen Polizei tot in der Einfahrt vor dem Haus aufgefunden. Eine weitere Person überlebt schwer verletzt. 

Ein paar Stunden später meldet die Nachrichtenagentur Associated Press: Der mutmaßliche Täter sei Phillip Adams, ein 32-jähriger ehemaliger Football-Profi, der 78 Spiele als Cornerback für verschiedene Vereine der Profiliga NFL absolvierte. Nach nur fünf Jahren beendete er 2015 seine Karriere nach einer Reihe von Verletzungen und mindestens zwei Gehirnerschütterungen. 


US President Joe Biden arrives with Attorney General Merrick Garland to speak about gun violence prevention in the Rose Garden of the White House in Washington, DC, on April 8, 2021. - Biden unveiled measures aimed at curbing rampant US gun violence, especially seeking to prevent the spread of untraceable "ghost guns." (Photo by Brendan Smialowski / AFP)
Biden erlässt Dekrete zur Eindämmung der Waffengewalt
Mangels Unterstützung im Kongress für eine umfassende Reform des Waffenrechts versucht Joe Biden, mit Dekreten Änderungen durchzusetzen.

Der Vater des Verdächtigen, Alonzo Adams zog eine Verbindung zwischen der wenig erfolgreichen Sportkarriere seines Sohnes und der Tat: „Er war ein guter Junge. Aber ich glaube, der Football hat ihn kaputt gemacht“, sagte Adams dem Lokalsender WCNC-TV. 

Adams' Eltern wohnen unweit des Tatorts in der gleichen Straße, er selbst habe sich bei dem Arzt in Behandlung befunden, heißt es. Kurz nach Mitternacht (Ortszeit) habe der Verdächtige sich selbst erschossen, so die Agentur. 

Die tragische Geschichte, deren Ursache noch völlig unklar ist, ist nach der Zählung der Organisation www.gunviolencearchive.org das 132. „mass shooting“ in den USA im Jahr 2021 - in nur etwas mehr als drei Monaten seit Jahresbeginn. 

Schlagzeilen hatten zuletzt vor allem zwei Vorfälle gemacht: In Colorado hatte ein Mann zehn Menschen in einem Supermarkt erschossen, eine Woche zuvor hatte ein 21-jähriger Schütze in mehreren asiatischen Massagesalons in Atlanta acht Menschen getötet

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

US-Präsident Joe Biden will - unabhängig von der jüngsten Bluttat in South Carolina - am Donnerstag Dekrete erlassen, die den Zugang zu Schusswaffen erschweren sollen, wohl wissend, dass dieses Vorhaben in den USA sehr unpopulär ist. Biden nannte die Waffengewalt im Land eine „Epidemie“ und „internationale Peinlichkeit“. In seiner Rede führte der Präsident die Schießerei in Rock Hill als Beispiel an.

Foto: June Rivera via Flickr / Raiders DB Phillip Adams #28 / under CC BY-SA 2.0


Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Kommentar: Good guys without guns
In Nashville und Toronto haben zwei Männer im Angesicht schlimmer Verbrechen Heldentaten vollbracht. Sie geben Hoffnung auf eine zivile Antwort.