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Ex-Nato-Chef Solana wurde Einreise in die USA verweigert
International 26.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Ex-Nato-Chef Solana wurde Einreise in die USA verweigert

Javier Solana war zwischen 1995 und 1999 Nato-Generalsekretär.

Ex-Nato-Chef Solana wurde Einreise in die USA verweigert

Javier Solana war zwischen 1995 und 1999 Nato-Generalsekretär.
Foto: Reuters/LW-Archiv
International 26.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Ex-Nato-Chef Solana wurde Einreise in die USA verweigert

Ein Online-Antrag zur Einreise schlug offenbar fehl, weil der ehemalige Nato-Generalsekretär in der Vergangenheit in offizieller Funktion in den Iran gereist war.

(AFP/mth) - Dem ehemaligen Nato-Generalsekretär Javier Solana wurde offenbar vor Kurzem die Einreise in die USA verweigert. Der Grund ist völlig absurd:  Solanas Online-Antrag wurde abgelehnt, da er in der Vergangenheit in seiner offiziellen Funktion in den Iran reiste. "Es ist eine etwas kurzsichtige Entscheidung", sagte Solana am Montag dem spanischen Fernsehsender "Antena 3".

Solana hatte ein Onlineformular für eine USA-Reise ausgefüllt und wurde sofort abgelehnt - wahrscheinlich aufgrund einer automatische Entscheidung des Systems, das Solanas frühere Position nicht berücksichtigte.  Im Prinzip müssen EU-Bürger für USA-Reisen bei einer maximalen Dauer von drei Monaten nur ein Onlineformular ausfüllen, um einreisen zu können.

Seit 2015 gilt allerdings für Personen, die zuvor in Ländern wie dem Iran, dem Irak, dem Sudan, dem Jemen oder Syrien, Libyen und Somalia waren, verschärfte Einreisebedingungen: Sie müssen sich um ein Visum bewerben. Für Diplomaten und ausländische Regierungsvertreter gilt zwar theoretisch eine Ausnahme - allerdings war Solana während einer Iran-Reise 2013 in keiner offiziellen Funktion dort, als er an einer Vereidigungsfeier des iranischen Präsidenten Hassan Rohani teilnahm. 

Noch Pikanter: Solana bereiste 2015 den Iran, um das inzwischen von den USA aufgekündigte Atomabkommen mit auszuhandeln. Von 1995 bis 1999 war der Spanier Nato-Generalsekretär, im Anschluss bis 2009 EU-Außenbeauftragter. "Es ist schockierend, dass jene Personen, die in solch schwierigen Ländern Verhandlungen führen, mit normalen Reisenden gleichgesetzt werden", empörte sich Solana im Interview.

Der frühere Diplomat will sich nun um eine reguläre US-Einreiseerlaubnis bemühen, weil er keine Wahl habe: "Ich muss dort hin, weil ich in den USA Professor an mehreren Universitäten bin".


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