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Euroländer entscheiden am Dienstag: Athen kündigt Reformliste an
International 2 Min. 22.02.2015 Aus unserem online-Archiv

Euroländer entscheiden am Dienstag: Athen kündigt Reformliste an

Griechen gehen an einem Ein-Euro-Shop vorbei. Am Sonntag reichte Finanzminister Varoufakis seine Reformvorschläge ein.

Euroländer entscheiden am Dienstag: Athen kündigt Reformliste an

Griechen gehen an einem Ein-Euro-Shop vorbei. Am Sonntag reichte Finanzminister Varoufakis seine Reformvorschläge ein.
AFP
International 2 Min. 22.02.2015 Aus unserem online-Archiv

Euroländer entscheiden am Dienstag: Athen kündigt Reformliste an

Schon an diesem Montag zeigt sich, wie ernst es Athen mit der vorläufigen Einigung im Schuldenstreit meint. Die Euro-Partner entscheiden danach, ob das aktuelle Hilfsprogramm verlängert wird.

(dpa) - Mit dem Kampf gegen Steuerbetrug und Korruption will die griechische Regierung die Euro-Partner von ihrem Reformwillen überzeugen. Diese Maßnahmen sind nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Teil der Vorschläge, die Regierungschef Alexis Tsipras den Geldgebern bis Montag vorlegen will. Eine erste vorläufige Reformliste soll das Athener Links-Rechts-Bündnis nach Angaben griechischer Medien bereits am Sonntag an die EU-Kommission, Europäische Zentralbank (EZB) und den Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Vorabsprache verschickt haben. Die eigentliche Übersicht soll gemäß der Einigung mit der Euro-Gruppe am Montag eingehen.

Stimmen die drei „Institutionen“, die bisher „Troika“ genannt wurden, den groben Reformvorschlägen zu, will die Euro-Gruppe an diesem Dienstag in einer Telefonkonferenz beraten. Bei grünem Licht sollen die nationalen Parlamente einiger Euro-Länder - darunter der Deutsche Bundestag - abstimmen, ob das Ende Februar auslaufende Hilfsprogramm um weitere vier Monate verlängert wird.

Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis zeigte sich sicher, dass die Geldgeber die Vorschläge akzeptieren werden. Ob ein drittes Hilfspaket nötig wird, zeigt sich spätestens Ende Juni. Bisher wurde das hoch verschuldete Griechenland mit 240 Milliarden Euro vor dem Bankrott gerettet.

Vorgabe der Euro-Partner ist es, dass das aktuelle Rettungsprogramm erfolgreich beendet wird - was Athen lange ablehnte. Erst bei Abschluss können etwa die auf Eis liegende Kredittranche von 1,8 Milliarden Euro sowie zugesagte Zinsgewinne der EZB aus griechischen Anleihen von 1,9 Milliarden Euro fließen.

Grundlage seien die Vorgaben der aktuellen Hilfsvereinbarungen, wobei weitgehende Flexibilität möglich sei, hieß es. Griechenland sagte zu, keine vereinbarten Reformmaßnahmen zurückzunehmen und die Forderungen aller Gläubiger zu erfüllen. Beim Etatüberschuss - ohne Zins- und Tilgungsleistungen - hat Athen etwas Spielraum erhalten.

Bekämpfung von Steuerhinterziehung und Korruption

In Athen hieß es am Sonntag, die schwierige Phase werde nach einer Zustimmung zur ersten Reformliste beginnen. EZB, Kommission und IWF würden jedes Gesetz und jede Entscheidung unter die Lupe nehmen, sagte ein Diplomat. Der seit knapp einem Monat amtierende linke Regierungschef AlexisTsipras hatte am Samstag in einer Fernsehansprache gesagt, es müsse noch vieles getan werden, damit das Land aus der Krise herauskomme. Den Griechen stünden schwierige Zeiten bevor: „Wir haben einen Kampf, aber nicht den Krieg gewonnen.“

Die Einigung öffne eine breite Tür für Reformen, wie die Bekämpfung der Steuerhinterziehung und der Korruption, sagte Tsipras weiter. Nach Lesart von Tsipras ist die bisherige strenge Sparpolitik - die Austeritätspolitik - „abgeschafft“: „Wir lassen die Sparmaßnahmen, das Rettungsprogramm und die Troika hinter uns.“ Er bezog sich dabei auf die Vereinbarungen der konservativen Vorgängerregierung.


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