Wählen Sie Ihre Nachrichten​

EU will an Alternativrouten für Getreide festhalten
International 2 Min. 04.08.2022
Agrarexporte aus der Ukraine

EU will an Alternativrouten für Getreide festhalten

Die Ukraine zählt wie hier in der Region Saporischschja zu den größten Getreideproduzenten der Welt.
Agrarexporte aus der Ukraine

EU will an Alternativrouten für Getreide festhalten

Die Ukraine zählt wie hier in der Region Saporischschja zu den größten Getreideproduzenten der Welt.
Archivfoto: dpa
International 2 Min. 04.08.2022
Agrarexporte aus der Ukraine

EU will an Alternativrouten für Getreide festhalten

Über ukrainische Schwarzmeerhäfen kann wieder Getreide exportiert werden. Die EU will dennoch am Ausbau alternativer Routen festhalten.

(dpa) – Die EU will trotz der Wiederaufnahme von Getreideexporten über ukrainische Schwarzmeerhäfen an ihrer Initiative für alternative Frachtrouten festhalten. Da es schwierig sein werde, die Ausfuhrmenge über die Schwarzmeerhäfen sofort wieder auf Vorkriegsniveau zu bringen, blieben andere Transportwege von entscheidender Bedeutung, erklärte ein Beamter der zuständigen EU-Kommission auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Jede exportierte Tonne zähle und indem man die Kapazität und Flexibilität des europäischen Verkehrssystems erhöhe, könne man dazu beitragen, die Nahrungsmittelversorgung in armen Partnerländern zu sichern.

Die für den Transportsektor verantwortliche EU-Kommissarin Adina Vălean erklärte: „Es sind noch Verbesserungen möglich.“ So gebe es nicht genügend Güterwaggons und Binnenschiffer und es brauche mehr Kapazitäten für die vorübergehende Lagerung ukrainischer Ausfuhren. Jede Art von Hilfe sei willkommen.


Rohstoffreiche Ukraine: Mehr als nur Weizen und Sonnenblumenöl
Das Land verfügt über riesige unerschlossene Reserven an Erdgas sowie Metalle, die zur Energiewende gebraucht werden.

Die EU engagiert sich für die Erleichterung von Agrarexporten aus der Ukraine, weil durch Russlands Angriffskrieg bedingte Blockaden erhebliche Auswirkungen auf die globalen Nahrungsmittelmärkte haben und in Ländern des Nahen Ostens, Asiens und Afrikas die Ernährungssicherheit bedrohen. 

Alternative Logistikrouten über EU-Länder

Nach Angaben der Kommission war die Ukraine bis zum Beginn des russischen Angriffskriegs der weltweit größte Exporteur von Sonnenblumenöl, der drittgrößte Exporteur von Rapssamen und Gerste, der viertgrößte Exporteur von Mais sowie der fünftgrößte Exporteur von Weizen.


ACHTUNG: SPERRFRIST 16. AUGUST 20:00 UHR. ACHTUNG: DIESER BEITRAG DARF NICHT VOR DER SPERRFRIST, 16. AUGUST 20.00 UHR DEUTSCHER ZEIT VERÖFFENTLICHT WERDEN! - ARCHIV - 14.07.2018, Bayern, Straubing: Reifer Weizen auf einem Feld. Nach jahrelangen internationalen Anstrengungen ist das komplexe Erbgut des Weizens nahezu vollständig entschlüsselt. Eine Gruppe von mehr als 200 Forschern aus 73 Einrichtungen in 20 Ländern veröffentlichte in der Fachzeitschrift «Science» eine Beschreibung des Genoms von Brotweizen. (zu dpa:" Brot für die Welt - Erbgut des Weizens entschlüsselt" vom 16.08.2018) Foto: Armin Weigel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die ukrainische Weizenblockade ist zu Ende
In Istanbul wurde eine Vereinbarung für die Wiederaufnahme der ukrainischen Getreideexporte unterzeichnet. Das ist ein bedeutender Schritt.

Agrarexporte über die ukrainischen Schwarzmeerhäfen waren wegen des russischen Angriffskriegs zuletzt monatelang blockiert gewesen. Die EU-Kommission hatte deswegen im Frühjahr eine Initiative zum Ausbau alternativer Logistikrouten über Länder der Europäischen Union gestartet. Sie trug dazu bei, dass im Juli rund 2,6 Millionen Tonnen Agrarprodukte die Ukraine verlassen konnten – nach nur rund 1,34 Millionen Tonnen im April. Stark genutzt wurden nach Angaben der Brüsseler Behörde dabei vor allem Transportwege zu Häfen in Rumänien und Polen.


25.07.2022, Hamburg: Das Containerschiff «HMM Gdanks» der Reederei «HMM» liegt im Waltershofer Hafen am Container Terminal Burchardkai (CTA). Im Hintergrund ist die Köhlbrandbrücke zu sehen. Knapp zwei Wochen nach dem 48-stündigen Warnstreik der Hafenarbeiter nehmen die Gewerkschaft Verdi und die Hafenbetriebe ihre Tarifgespräche wieder auf. Beide Seiten treffen sich am Mittwoch (27. Juli) online zu ihrer mittlerweile achten Runde. Foto: Julian Weber/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Düstere Aussichten für die Weltwirtschaft
Der Weltwährungsfonds korrigiert seine Schätzung für die globale Konjunktur erneut nach unten. Hauptgrund ist der russische Krieg in der Ukraine.

Die größten Hoffnungen ruhen derzeit allerdings auf einem von den Vereinten Nationen und der Türkei vermittelten Abkommen, das eine Wiederaufnahme von regelmäßigen ukrainischen Agrarexporten über das Schwarze Meer ermöglichen soll. Über die ukrainischen Schwarzmeerhäfen wurden nach EU-Zahlen bis vor dem Krieg rund 90 Prozent der Ausfuhren von Getreide und Ölsaaten abgewickelt – bei Getreide waren es demnach bis zu fünf Millionen Tonnen pro Monat.

Dass dieses Niveau in absehbarer Zeit wieder erreicht werden kann, gilt nichtsdestotrotz als unwahrscheinlich. Das erste Schiff, das Anfang der Woche unter dem UN-Deal den Hafen von Odessa verließ, hatte gerade einmal rund 26.000 Tonnen Mais geladen.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema