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EU-Staaten helfen Portugal in der Krise
International 2 Min. 04.02.2021 Aus unserem online-Archiv

EU-Staaten helfen Portugal in der Krise

Eine A400M brachte am Mittwoch ein deutsches Hilfsteam nach Lissabon.

EU-Staaten helfen Portugal in der Krise

Eine A400M brachte am Mittwoch ein deutsches Hilfsteam nach Lissabon.
Foto: DPA
International 2 Min. 04.02.2021 Aus unserem online-Archiv

EU-Staaten helfen Portugal in der Krise

Das portugiesische Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps. Hilfe aus dem Ausland tut Not. Auch Luxemburg fühlt sich angesprochen.

(dpa/TJ) - Portugal ist besonders stark von der als höher ansteckend geltenden Virusvariante betroffen, die zunächst in Großbritannien aufgefallen ist. Das Gesundheitssystem, das über weniger Betten auf Intensivstationen gemessen an der Bevölkerung verfügt als andere EU-Länder, ist völlig überfordert. 

Vor Krankenhäusern bildeten sich nach Angaben des portugiesischen Ärzteverbandes ANMSP an den vergangenen Tagen teilweise Schlangen von bis zu 30 Krankenwagen, weil das Personal alle Hände voll zu tun hatte und die Kranken nicht so schnell aufgenommen werden konnten. Medien berichteten von Patienten, die eine ganze Nacht im Krankenwagen verbringen mussten.  

Deutschland macht den Auftakt

Deutschland leistete am Mittwoch einen ersten Akt der Solidarität. Ein Luftwaffen-Airbus A400M mit 26 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr und mehreren Dutzend Beatmungs- sowie Infusionsgeräten landete am Mittwochnachmittag auf dem Militärflughafen Figo Maduro in Lissabon - der Hauptstadt des im Corona-Kampf strauchelnden Hochrisikolands. Medien und Politiker des Landes sprachen von einem „Beispiel europäischer Solidarität“.


A medical worker wearing Personal Protective Equipment (PPE) gear collects swab samples to test for the Covid-19 coronavirus, in Colombo on December 28, 2020. (Photo by ISHARA S. KODIKARA / AFP)
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Die acht Ärztinnen und Ärzte sowie das Sanitätspersonal sollen drei Wochen lang im privaten Hospital da Luz in Lissabon bei der Behandlung schwerkranker Covid-19-Patienten aushelfen. Wie Temido erklärte, wurde in der angesehenen Klinik - einer der modernsten und größten des Landes - eine neue Intensivstation mit acht Betten errichtet, „die bisher die komplette Infrastruktur hatte, aber kein Personal“. Die Ministerin betonte: „Ständig werden in Portugal neue Betten geschaffen, auch jetzt, wo wir miteinander reden.“ Die 26 Soldatinnen und Soldaten sollen nach Angaben der Bundeswehr nach drei Wochen wahrscheinlich von einem weiteren Hilfsteam abgelöst werden.  

Vorbereitungen auch in Luxemburg


In einer ersten Phase sollen sämtliche Grenzübergänge wieder passierbar gemacht werden. Polizeikontrollen bleiben aber bis auf Weiteres.
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Aus Solidarität, aber auch, weil man sich dem südeuropäischen Land verbunden fühlt, lässt die Entwicklung auch das Außenministerium in Luxemburg nicht kalt. Bereits vor zwei Wochen hatte Außenminister Jean Asselborn auf eine parlamentarische Frage der Abgeordneten Sven Clement und Marc Goergen geantwortet, man werde diesbezügliche Anfragen berücksichtigen und je nach Möglichkeiten Hilfe leisten. 

Allerdings betont der Minister auch, dass man zum jetzigen Zeitpunkt sehr vorsichtig sein und auch die Entwicklung hierzulande berücksichtigen müsse. Auch eine Versorgung von Akut-Patienten, so wie sie 2020 mit Erkrankten aus dem französischen Grand Est durchgeführt wurde, ist nicht ausgeschlossen.

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