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EU schnürt neues Millionen-Hilfspaket für Milchbauern
International 18.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Finanzspritze von 500 Millionen Euro

EU schnürt neues Millionen-Hilfspaket für Milchbauern

Wütende Bauern hatten vor drei Wochen 40 000 Liter Milch auf der Place de l'Europe verspritzt.
Finanzspritze von 500 Millionen Euro

EU schnürt neues Millionen-Hilfspaket für Milchbauern

Wütende Bauern hatten vor drei Wochen 40 000 Liter Milch auf der Place de l'Europe verspritzt.
Foto: Anouk Antony
International 18.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Finanzspritze von 500 Millionen Euro

EU schnürt neues Millionen-Hilfspaket für Milchbauern

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Den Milchbauern geht es schlecht. Viele Höfe kämpfen ums Überleben. Die Landwirte verdienen einfach nicht genug Geld mit ihren Kühen. Um zu helfen, greift die EU erneut in den Geldbeutel. Kritikern genügt das nicht.

(dpa) - Mit einem neuen 500 Millionen Euro schweren Paket hilft die EU Milchbauern und anderen krisengebeutelten Landwirten. EU-Agrarkommissar Phil Hogan präsentierte den EU-Agrarministern am Montag in Brüssel Details. Ziel sei „die dringend benötigte Erholung der Preise, die den Bauern gezahlt werden, so dass sie von ihrer Arbeit leben können“, erklärte Hogan.

Um das Überangebot an Milch in den Griff zu bekommen und damit die Preise zu stabilisieren, will die EU 150 Millionen Euro an Milcherzeuger zahlen, die ihre Produktion drosseln. Derzeit können viele Bauern nicht mehr kostendeckend wirtschaften.

Die übrigen 350 Millionen Euro gehen an die EU-Staaten zur weiteren Verteilung. Jeder Staat kann entscheiden, wie genau er das Geld verwendet. Sie können beispielsweise kleine Betriebe fördern oder Höfe, die die Produktion zurückfahren. Davon könnten nicht nur Milchbauern profitieren, sondern zum Beispiel auch Landwirte, die Schweine oder andere Nutztiere züchten.

Die EU will nicht nur mit Finanzspritzen und Anreizen zur Verminderung der Produktion eingreifen. Die Brüsseler EU-Kommission möchte auch weiterhin Kosten für die Einlagerung von Magermilchpulver übernehmen. Seit Sommer 2014 trägt die EU so zur Verknappung der Milchmenge bei, das Programm soll nun bis Februar 2017 verlängert werden. Eigentlich wäre es Ende September ausgelaufen.

Mit dem neuen Paket gewährt die EU den Bauern zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres eine Finanzspritze von 500 Millionen Euro. Ein Paket im gleichen Umfang hatte sie bereits im vergangenen September beschlossen. Einzelheiten des neuen Hilfspakets will die EU-Kommission in den kommenden Wochen gemeinsam mit den EU-Staaten ausarbeiten.


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