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EU-Parlamentspräsident: Martin Schulz mit Karlspreis geehrt
International 9 14.05.2015

EU-Parlamentspräsident: Martin Schulz mit Karlspreis geehrt

International 9 14.05.2015

EU-Parlamentspräsident: Martin Schulz mit Karlspreis geehrt

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat für seinen Beitrag zur Stärkung der europäischen Demokratie den Internationalen Karlspreis zu Aachen erhalten. In seiner Rede appellierte er an die Regierungschefs, die EU nicht zum "Sündenbock" zu machen.

(dpa) - EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat für seinen Beitrag zur Stärkung der europäischen Demokratie den Internationalen Karlspreis zu Aachen erhalten. Das Direktorium zeichnete den 59-Jährigen am Donnerstag „in Würdigung seiner bedeutenden Verdienste um die Stärkung des Parlaments und der demokratischen Legitimation in der EU“ aus, wie es auf der Urkunde hieß.

Sein Engagement, sich für die Europawahl 2014 auf einen Spitzenkandidaten zu verständigen und damit auf einen Anwärter für das Amt des Kommissionspräsidenten, sei ein historischer Meilenstein für die Demokratisierung der EU gewesen, hieß es in der Begründung. Schulz sei ein herausragender Vordenker des Vereinten Europas.

In seiner Dankesrede betonte Martin Schulz die Verpflichtung der Politik, Europa für die nächste Generation zu stärken. Als starke Gemeinschaft von Staaten und Völkern garantiere Europa seinen Bürgern Rechte, für die Menschen in anderen Teilen der Welt auf die Straße gingen, sagte er. „Wer Hand an dieses Projekt legt, versündigt sich an der Zukunft der nachfolgenden Generationen.“

Die mutige Entscheidung der Gründergeneration, Europas Interessen untrennbar miteinander zu verknüpfen, habe den Menschen seit 70 Jahren Frieden und Demokratie geschenkt.

„Meine Generation hat nun dafür Sorge zu tragen, dass wir dieses großartige Haus unseren Kindern nicht als Ruine hinterlassen“, sagte Schulz. An die Regierungschefs appellierte er, die EU nicht mehr zum Sündenbock zu machen: „Hört auf damit, alle Misserfolge und ungelösten Probleme Brüssel in die Schuhe zu schieben, die Erfolge aber auf die eigene nationale Fahne zu schreiben.“ Das trage zur Entfremdung der Menschen von der EU bei.


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