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EU-Parlament: Geldwäsche und Steuerhinterziehung im Visier
International 20.05.2015

EU-Parlament: Geldwäsche und Steuerhinterziehung im Visier

Während des Votums.

EU-Parlament: Geldwäsche und Steuerhinterziehung im Visier

Während des Votums.
Foto: AFP
International 20.05.2015

EU-Parlament: Geldwäsche und Steuerhinterziehung im Visier

Briefkastenfirmen waschen Geld aus Verbrechen und Steuerhinterziehung. Dem will die EU einen Riegel vorschieben. Es geht um astronomische Summen.

(dpa) - Die Europäische Union geht schärfer gegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung vor. Alle 28 EU-Staaten müssen künftig erstmals Register mit den Eigentümern von Unternehmen und Stiftungen führen. Entsprechende Anti-Geldwäsche-Regeln beschloss das Europaparlament am Mittwoch in Straßburg.

Damit will die EU verhindern, dass Briefkastenfirmen Schwarzgeld aus Drogenhandel oder Terrorismus waschen können. Polizei und Strafbehörden, aber auch Journalisten haben Einsicht in die öffentlichen Register.

Die EU-Staaten müssen die Richtlinie binnen zwei Jahren in nationales Recht umsetzen. Die EU-Staaten hatten dem Kompromiss bereits zugestimmt.

Transparenz

Die zentralen Register sollen offenlegen, wer hinter einer Firma steht und von den Geschäften profitiert. Registriert werden sowohl Privatpersonen als auch Stiftungen oder Treuhandgesellschaften. Zudem sind Banken, Rechnungsprüfer, Anwälte, Immobilienmakler und Spielcasinos aufgerufen, verdächtige Tätigkeiten ihrer Kunden zu melden.

Noch strengere Regeln gelten für das Geschäftsgebaren hochrangiger Politiker, Richter und Parlamentsabgeordneten sowie deren Angehörige. Dahinter steckt die Einschätzung, dass diese Gruppen anfällig für Korruption sind.

Geldwäsche macht nach Angaben des Europaparlaments zwischen zwei und fünf Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts aus. Das entspricht nach Schätzungen  rund 1600 Milliarden Dollar pro Jahr.

Das Parlament beschloss auch neue Regeln, die es leichter machen sollen, den Transfer von Geldern nachzuvollziehen.


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