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EU-Länder sichern sich vielversprechenden Corona-Impfstoff
International 2 Min. 10.11.2020

EU-Länder sichern sich vielversprechenden Corona-Impfstoff

Die positiven Studiendaten zum Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer sorgen für Hochstimmung an den Börsen.

EU-Länder sichern sich vielversprechenden Corona-Impfstoff

Die positiven Studiendaten zum Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer sorgen für Hochstimmung an den Börsen.
Foto: David Dee Delgado/Getty Images/AFP
International 2 Min. 10.11.2020

EU-Länder sichern sich vielversprechenden Corona-Impfstoff

Die EU-Kommission hat sich mit den Impfstoff-Herstellern Biontech und Pfizer auf einen Liefervertrag geeinigt.

(dpa) - Den Menschen in Europa soll der vielversprechende Corona-Impfstoff der Pharmafirmen Biontech und Pfizer schnell nach einer Zulassung zur Verfügung stehen. „Die Verhandlungen mit der Pharmaindustrie sind abgeschlossen“, bestätigten Insider am Dienstag in Brüssel. „Der Vertrag ist in trockenen Tüchern.“ Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

Nach Vertragsabschluss in der EU haben alle 27 Länder gleichzeitig Zugriff auf erste Lieferungen. Sie sollen nach Bevölkerungsstärke verteilt werden. Luxemburg hat einen Anteil von 0,14 Prozent. 

Die Unternehmen hatten am Montag bekanntgegeben, dass ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 biete. Für eine Immunisierung sollen zwei Impfdosen pro Person nötig sein. Eine Zulassung zunächst in den USA soll frühestens kommende Woche beantragt werden.

Die EU-Kommission verhandelt seit Monaten mit Biontech und Pfizer. Nach Vorgesprächen hatte die Behörde schon im September erklärt, sie wolle bis zu 300 Millionen Impfstoffdosen der Hersteller beziehen. Ein Rahmenvertrag war aber noch nicht zustande gekommen - anders als bei drei anderen Impfstoffherstellern.

Impfstoff könnte bald zugelassen werden  

Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn erwartet einen zügigen Zulassungsprozess. So würden nicht wie üblich erst alle Daten gesammelt und dann nach Ende der Zulassungsstudie bei den Behörden eingereicht. Diesmal laufe das in direktem Austausch. Sowohl eine Zulassung in der USA als auch eine in Europa würden sehr zügig geschehen. Spahn versicherte: „Die Anforderungen, die wir stellen (...), sind nicht irgendwie abgesenkt oder geändert.“


dpatopbilder - 09.11.2020, Rheinland-Pfalz, Mainz: Das Logo des Biotechnologie-Unternehmens «BioNTech» ist auf einer Stele vor der Unternehmenszentrale angebracht. Sehnsüchtig wartet die Welt auf einen Corona-Impfstoff. Als erstes westliches Unternehmen legt der deutsche Hersteller Biontech Zwischenergebnisse einer großen Studie vor. (zu dpa "Biontech veröffentlicht vielversprechende Daten zu Corona-Impfstoff") Foto: Arne Dedert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Biontech-Impfstoff: Experten sehen noch offene Fragen
Ärzte und Forscher reagieren auf die vielversprechenden Ergebnisse in der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Corona.

Deutschland als attraktiver Pharmamarkt hätte wie andere große EU-Staaten mit den Unternehmen auch alleine einen Vertrag schließen können, sagte Spahn. Doch mit Frankreich, Italien und den Niederlanden habe man sehr stark dafür geworben, dass dies die Kommission für alle EU-Staaten macht. Denn sonst hätten kleinere Staaten das Nachsehen gehabt. „Das ist manchmal etwas mühsamer, aber am Ende, wenn wir zusammenstehen, sind wir zusammen stärker.“ Als deutscher Gesundheitsminister könnte er der Bevölkerung nicht erklären, wenn andere Länder einen in Deutschland entwickelten Impfstoff früher erhielten, betonte Spahn zugleich erneut. 

Fokus auf Risikogruppen

Spahn kündigte eine große Informationskampagne zur Corona-Impfung an. Es werde dabei auch erneut erklärt werden müssen, „warum wir priorisieren und wer zuerst geimpft wird“. Zuerst sollen Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen, Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich, Polizisten, Feuerwehrleute, Lehrer und Erzieher geimpft werden, wie der Deutsche Ethikrat, die Wissenschaftsakademie Leopoldina und die Ständige Impfkommission empfohlen hatten. Informiert werden solle auch zur Technologie und möglichen Risiken und Nebenwirkungen.


ARCHIV - 11.05.2019, Nordrhein-Westfalen, Bielefeld: ILLUSTRATION - Eine Spritze wird vor den Schriftzug «Impfung» gehalten. (zu dpa «Werner zu Corona-Impfstrategie in Thüringen») Foto: Friso Gentsch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Frage des Tages
Eine Covid-Impfung, die 90-prozentigen Schutz bieten soll, ist dem Pharmaunternehmen Biontech zufolge in greifbarer Nähe. Würden Sie sich einen sicheren Impfstoff verabreichen lassen?

Der Gesundheitsexperte der deutschen Sozialdemokraten, Karl Lauterbach, sagte am Montag in der ARD-Sendung „hart aber fair“, man wisse heute noch nicht, ob die, die geimpft seien, sich weiter mit dem Corona-Virus infizieren und auch für andere Menschen ansteckend sein könnten. Bis ganz Deutschland bis zu einer „Herdenimmunität“ durchgeimpft ist, vergeht nach Lauterbachs Einschätzung mindestens ein Jahr. Erst danach könne man darüber reden, auf Maske und Abstand zu verzichten.

Leif-Erik Sander, Leiter der Forschungsgruppe Infektionsimmunologie und Impfstoffforschung an der Berliner Charité, sagte, zu möglichen Nebenwirkungen lasse sich noch nicht all zu viel sagen.


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