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EU-Kommissionschef fordert „geordnete Verfahren“ auf der Balkanroute
International 25.10.2015 Aus unserem online-Archiv
Vor dem Spitzentreffen in Brüssel

EU-Kommissionschef fordert „geordnete Verfahren“ auf der Balkanroute

Der EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker will, dass die Zehntausenden durchreisenden Menschen auf dem Balkan besser versorgt werden.
Vor dem Spitzentreffen in Brüssel

EU-Kommissionschef fordert „geordnete Verfahren“ auf der Balkanroute

Der EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker will, dass die Zehntausenden durchreisenden Menschen auf dem Balkan besser versorgt werden.
Foto: REUTERS
International 25.10.2015 Aus unserem online-Archiv
Vor dem Spitzentreffen in Brüssel

EU-Kommissionschef fordert „geordnete Verfahren“ auf der Balkanroute

Vor dem Spitzentreffen zur Flüchtlingskrise am Sonntag in Brüssel ermahnt EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker die Balkanstaaten, die Zehntausenden durchreisenden Menschen besser zu versorgen. Juncker forderte die Mitgliedstaaten zudem auf, ihre finanziellen Versprechen einzuhalten.

(dpa) - Vor dem Spitzentreffen zur Flüchtlingskrise in Brüssel ermahnt EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker die Balkanstaaten, die Zehntausenden durchreisenden Menschen besser zu versorgen. „Die Staaten entlang der West-Balkan-Route müssen geordnete Verfahren und Verhältnisse gewährleisten“, sagte er der „Bild am Sonntag“. „Jeder Tag zählt. Sonst sehen wir bald Familien in kalten Flüssen auf dem Balkan elendlich zugrunde gehen.“

Die Kommission erwarte auch, dass sich alle an die geltenden „Spielregeln“ hielten, wenn Schengen nicht infrage stehen solle. Juncker kündigte überdies an, die EU-Außengrenzen besser sichern zu wollen: „Es geht jetzt darum, den Migrationsstrom zu verlangsamen und unsere Außengrenzen unter Kontrolle zu bringen. Wir müssen auch klarmachen, dass Menschen, die an unseren Grenzen ankommen, aber nicht internationalen Schutz suchen, kein Recht auf Zugang in die EU haben.“

Juncker forderte die Mitgliedstaaten zudem auf, ihre finanziellen Versprechen einzuhalten. „Es fehlen immer noch an die 2,3 Milliarden Euro aus den nationalen Haushalten.“

Auf dem Sondertreffen in Brüssel beraten mehrere EU-Staats- und Regierungschefs an diesem Sonntag über einen 16-Punkte-Plan der EU-Kommission. Dabei sind Spitzenpolitiker aus den EU-Staaten Österreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien sowie Griechenland und Deutschland. Außerdem sind die Nicht-EU-Länder Mazedonien und Serbien vertreten.


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