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EU-Kommission zu Bootsunglück: Jedes verlorene Leben eines zu viel
International 26.07.2019 Aus unserem online-Archiv

EU-Kommission zu Bootsunglück: Jedes verlorene Leben eines zu viel

Gerettete sitzten bestürzt in Notlagern an der Küste.

EU-Kommission zu Bootsunglück: Jedes verlorene Leben eines zu viel

Gerettete sitzten bestürzt in Notlagern an der Küste.
Foto: AFP
International 26.07.2019 Aus unserem online-Archiv

EU-Kommission zu Bootsunglück: Jedes verlorene Leben eines zu viel

Nach Angaben der libyschen Küstenwache vom Donnerstag wurden nach dem Bootsunglück 115 Migranten vermisst.

115 Geflüchtete nach Bootsunglück vor libyscher Küste vermisst
Während in Brüssel und Europas Hauptstädten um die Verteilung von Flüchtlingen gestritten wird, spielt sich im Mittelmeer die nächste Tragödie ab.

(dpa) - Nach dem schweren Bootsunglück vor der Küste Libyens mit möglicherweise Dutzenden Toten drängt die EU-Kommission erneut auf eine Lösung zur Verteilung von aus Seenot geretteten Migranten. Es brauche „dringend vorhersehbare und nachhaltige Lösungen für die Seenotrettung im Mittelmeer“, sagten die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sowie die für Nachbarschaftspolitik und Migration zuständigen Kommissare Johannes Hahn und Dimitris Avramopoulos in einer gemeinsame Stellungnahme vom Freitag.

Zugleich betonten sie, die Tragödie sei „eine schreckliche Erinnerung daran“, welches Risiko die Migranten auf ihrem Weg nach Europa eingingen. „Jedes verlorene Leben ist eines zu viel.“ Ähnlich hatte sich zuvor eine Sprecherin der Brüsseler Behörde geäußert.

Appell an Libyen


German captain of the Sea-Watch 3 Carola Rackete (C), who sparked international headlines by forcibly docking in an Italian port with rescued migrants, leaves the courthouse of the southern Sicilian town of Agrigento, after her hearing before an Italian prosecutor on July 18, 2019 over allegedly aiding illegal immigration. - Rackete was arrested on June 29 for entering Italy's Lampedusa port despite a veto imposed by Italian far-right Interior Minister, and knocking a coast guard boat out of the way to land 40 migrants after over two weeks blocked at sea. A judge overturned the arrest three days later, saying the 31-year old had merely acted to save lives. But the Sea-Watch 3 remains in police custody in the Sicilian port of Licata and Rackete is still the object of two investigations -- one for entering Italian waters despite a direct order to stop, and another for aiding illegal immigration. (Photo by Andreas SOLARO / AFP)
Kapitänin Rackete und das „humane Niemandsland“
Am südlichen Zipfel von Europa taucht Carola Rackete aus der Deckung wieder auf. Hoch im Norden des Kontinents beschäftigen sich Minister mit dem, was die Sea-Watch-Kapitänin im Alleingang zu lösen versucht hat.

Zugleich appellierten die EU-Kommissare an Libyen: Der derzeitige Umgang mit irregulärer Migration sowie das willkürliche Inhaftieren von Flüchtlingen müssten ein Ende haben. Das libysche Vorgehen müsse wieder internationalen Standards entsprechen. Jene Menschen, die von der libyschen Küstenwache gerettet werden, müssten besser behandelt werden. Die EU stehe bereit, Libyen dabei zu unterstützen, heißt es in der Stellungnahme.

Nach Angaben der libyschen Küstenwache vom Donnerstag wurden nach dem Bootsunglück 115 Migranten vermisst. Die Befürchtung ist, dass Dutzende Menschen tot sein könnten. Es wäre das schwerste Bootsunglück im Mittelmeer in diesem Jahr.

Derzeit sind im Mittelmeer kaum noch private Seenotretter unterwegs, weil Italien und Malta ihnen in der Regel die Einfahrt in ihre Häfen verbieten. Die beiden Länder bestehen zunächst auf eine Einigung der EU-Länder zur Verteilung geretteter Migranten. Deutschland und Frankreich waren zuletzt jedoch mit dem Versuch gescheitert, eine gemeinsame Lösung mit anderen EU-Staaten auf den Weg zu bringen.


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