EU-Gipfel in Brüssel: "Solidarität darf nicht nur ein Schlagwort sein"
Premier Bettel hofft auf Geschlossenheit unter den EU-Ländern.

EU-Gipfel in Brüssel: "Solidarität darf nicht nur ein Schlagwort sein"

Premier Bettel hofft auf Geschlossenheit unter den EU-Ländern.
International 114.12.2017

EU-Gipfel in Brüssel: "Solidarität darf nicht nur ein Schlagwort sein"

Teddy Jaans
Teddy Jaans

Der EU-Gipfel in Brüssel beschäftigt sich am Donnerstag über weite Strecken mit der Umverteilung der Flüchtlinge innerhalb Europas. LW-Journalist Diego Velazquez erklärt per Video-Korrespondenz, wo es hakt.

(TJ/dpa) - Spannende Diskussionen zur Umverteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU dominieren den ersten Tag des EU-Gipfels in Brüssel. EU-Ratspräsident Donald Tusk hatte vor dem Gipfel die bisherige Politik der Umverteilung von Flüchtlingen in der EU in Frage gestellt und damit heftige Kritik auf sich gelenkt.

Die  Staats- und Regierungschefs wollten am Donnerstag eine Grundsatzdebatte führen, wie nach jahrelangem Streit bis Mitte 2018 doch noch eine Reform der europäischen Asylpolitik gelingen könnte. Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel hofft auf Solidarität unter den Ländern, nehme man sich jetzt der Problematik nicht an, bereite man die nächste Krise vor. Sprengpotenzial habe die Einstellung von Ländern wie Tschechien, Ungarn oder Polen, die sich vehement der Aufnahme von Migranten versperren.

Sehen Sie hier die Korrespondenz aus Brüssel:

Weitere Topthemen auf der Gipfelagenda am Donnerstag waren der Start der europäischen Verteidigungsunion, die mögliche Verlängerung der Russland-Sanktionen sowie die amerikanische Israel-Politik.

Reform der Eurozone am Freitag

Auch die geplanten Reformen der Eurozone - am Freitag auf der Tagesordnung des Gipfels - entzweit die EU, räumte Tusk ein. Dabei zeigten die jüngsten Erfolge bei den Brexit-Verhandlungen und beim Aufbau einer Verteidigungsunion, dass die EU sehr erfolgreich sei, wenn sie nur geschlossen auftrete.

Der EU-Austritt Großbritanniens soll ebenfalls am Freitag Thema sein. Dann wollen die 27 bleibenden EU-Länder feststellen, dass es in den bisherigen Verhandlungen ausreichende Fortschritte für den Start in die zweite Verhandlungsphase gegeben habe. Bundeskanzlerin Merkel begrüßte die Fortschritte.


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