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EU gibt Hilfsgelder frei: Südsudan will freien Zugang zu Krisengebieten gewähren
International 21.02.2017 Aus unserem online-Archiv

EU gibt Hilfsgelder frei: Südsudan will freien Zugang zu Krisengebieten gewähren

Eine Junge sieht zu, wie ein Flugzeug des UN-Welternährungsprogramms Beutel mit Lebensmitteln über dem Südsudan abwirft.

EU gibt Hilfsgelder frei: Südsudan will freien Zugang zu Krisengebieten gewähren

Eine Junge sieht zu, wie ein Flugzeug des UN-Welternährungsprogramms Beutel mit Lebensmitteln über dem Südsudan abwirft.
Foto: REUTERS
International 21.02.2017 Aus unserem online-Archiv

EU gibt Hilfsgelder frei: Südsudan will freien Zugang zu Krisengebieten gewähren

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Angesichts der verheerenden Hungersnot in Teilen des Landes will der Südsudan internationalen Hilfsorganisationen ungehinderten Zugang zu den Krisengebieten gewähren. Die EU unterstützt die hungernden Menschen mit 82 Millionen Euro Soforthilfe.

(dpa/C.) – Angesichts der verheerenden Hungersnot in Teilen des Landes will der Südsudan internationalen Hilfsorganisationen ungehinderten Zugang zu den Krisengebieten gewähren. Das versicherte Präsident Salva Kiir am Dienstag im Parlament, nachdem die Vereinten Nationen über Behinderungen durch die Armee geklagt hatten.

Die Regierung kündigte zudem an, deutlich mehr Nahrungsmittel in die betroffenen Gegenden zu liefern. Außerdem sollen die Preise für Lebensmittel gesenkt werden.

Die Europäische Kommission stellt Nothilfe in Höhe von 82 Millionen Euro für den Südsudan bereit. EU-Kommissar für Humanitäre Hilfe, Christos Stylianides, sagte:  „Die humanitäre Tragödie in Südsudan ist vollständig von Menschen verursacht. Es muss dringend gehandelt werden, damit nicht noch mehr Menschen an Hunger sterben. Es ist unerlässlich, dass alle Konfliktparteien den Hilfsorganisationen sofortigen und ungehinderten Zugang gewähren, damit sie ihre Arbeit machen und Hilfe bringen können“, forderte Stylianides.

Von den nahezu fünf Millionen Einwohnern des Landes benötigen 40 Prozent dringend humanitäre Hilfe. Mit der neuen Unterstützung können die grundlegenden Bedürfnisse gedeckt werden. Zudem kommt sie den Nachbarstaaten des Südsudan zugute, die einen massiven Zustrom von Flüchtenden bewältigen müssen.

100 000 Menschen akut bedroht

Die UN hatten am Montag eine Hungersnot für Teile des Staates Unity im Norden des von einem Bürgerkrieg zerrissenen Südsudans ausgerufen. Etwa 100 000 Menschen seien akut vom Tod bedroht. Landesweit stünden rund eine Million Einwohner kurz vor einer Hungerkrise, knapp fünf Millionen (rund 40 Prozent der Bevölkerung) hätten nicht genug zu essen. Von einer akuten Hungersnot spricht die Organisation dann, wenn bereits Menschen an Unterernährung gestorben sind.

Das bitterarme afrikanische Land ist erst 2011 unabhängig geworden. Nach einem Machtkampf an der Staatsspitze brachen Ende 2013 Kämpfe aus, Zehntausende Menschen wurden getötet. Mindestens 3,4 Millionen Einwohner wurden nach UN-Angaben aus ihrem Zuhause vertrieben, 1,5 Millionen von ihnen flohen ins Ausland.


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