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EU-Gesundheitskommissar plädiert für Impfpflicht
International 12.09.2019

EU-Gesundheitskommissar plädiert für Impfpflicht

Eine Spritze mit dem Impfstoff Priorix (Lebendvirusimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln).

EU-Gesundheitskommissar plädiert für Impfpflicht

Eine Spritze mit dem Impfstoff Priorix (Lebendvirusimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln).
Foto :Julian Stratenschulte/dpa
International 12.09.2019

EU-Gesundheitskommissar plädiert für Impfpflicht

Vor dem Hintergrund des weltweiten Anstiegs vermeidbarer Infektionskrankheiten soll ein Impfzwang nicht mehr ausgeschlossen werden.

(dpa) - EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis plädiert für eine Impfpflicht in Ländern mit sinkenden Impfraten. „Wenn man sich das epidemiologische Bild anschaut und sieht, dass man keine Chance auf einen raschen umfassenden Impfschutz hat, sollte man es verpflichtend machen“, sagte Andriukaitis der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. „Das macht wissenschaftlich absolut Sinn.“


Measles rash. Child with allergy rush. Doctor and patient
WHO: Masern auf dem Vormarsch in Europa
Bereits 90.000 Fälle im ersten Halbjahr verzeichnete die Weltgesundheitsorganisation - der höchste Stand seit 2012.

Der Litauer fügte hinzu, Kinder hätten das Recht zu leben, das könne man nicht ignorieren: „Wenn Eltern das nicht verstehen, müssen wir uns fragen, wer Verantwortung übernimmt. Natürlich ist das Parlament verantwortlich und die Regierung.“ Nicht nötig sei eine Pflicht in Ländern wie den Niederlanden, in denen auf freiwilliger Basis hohe Impfraten erzielt würden.

Andriukaitis äußerte sich aus Anlass des Brüsseler Impfgipfels am Donnerstag. Damit will die EU-Kommission gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation gegen Impfmüdigkeit und Impfskepsis in Europa angehen. Andriukaitis sagte, die Zurückhaltung vieler Menschen in Impffragen sei eine Herausforderung mit vielen Facetten. Auf dem Kongress wolle man auch die Ursachen besprechen.


ARCHIV - 20.03.2019, Hannover: Die Aufschrift "Masern" steht auf einem Impfpass. (zu dpa «Kreisverwaltung Südliche Weinstraße zum Thema Ausbruch von Masern im Landkreis und der Stadt Landau» vom 02.04.2019) Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Die Impfrate in Luxemburg bereitet der Regierung derzeit keine Sorgen. Man wolle weiter auf Aufklärung setzen, statt Vorschriften zu machen.

Im Zentrum der Impfdebatte stehen die Masern, die als relativ leicht vermeidbar gelten und sich dennoch in Europa wieder ausbreiten. Die WHO hatte in der Region Europa im ersten Halbjahr 2019 rund 90.000 Fälle registriert. Das waren bereits mehr als die 84.462 Fälle im gesamten Jahr 2018.


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