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EU diskutiert heftig über Impfstoffverteilung
International 2 Min. 25.03.2021

EU diskutiert heftig über Impfstoffverteilung

Die EU will das Impftempo drastisch steigern.

EU diskutiert heftig über Impfstoffverteilung

Die EU will das Impftempo drastisch steigern.
Foto: DPA
International 2 Min. 25.03.2021

EU diskutiert heftig über Impfstoffverteilung

Immerhin 62 Millionen Menschen in der EU sind inzwischen geimpft - aber andere sind deutlich schneller. Jetzt soll es wirklich vorangehen.

(dpa) - Die zähe Corona-Impfkampagne in der Europäischen Union könnte nun endlich Fahrt aufnehmen. In den nächsten drei Monaten soll dreimal so viel Impfstoff kommen wie seit Jahresbeginn, wie Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Donnerstag beim EU-Videogipfel darlegte. Produktion, Lieferung und Abgabe sollen weiter hochgefahren werden. Streit gab es zwischen den 27 Staaten aber über die interne Verteilung der Impfstoffe.

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz beharrte bei der Videokonferenz darauf, dass einige EU-Staaten zusätzlichen Corona-Impfstoff bekommen sollen. Zusammen mit fünf weiteren EU-Staaten beklagt Kurz eine ungleiche Verteilung. Sie kommt dadurch zustande, dass nicht alle EU-Staaten die ihnen nach Bevölkerungszahl zustehenden Mengen von allen Herstellern gekauft hatten. Die Lieferschwierigkeiten von Astrazeneca werfen einige Staaten zurück.

Schwierige Einigung

Eine vorgezogene Lieferung von zehn Millionen Dosen des Herstellers Biontech/Pfizer könnte einige Löcher stopfen. Doch gelang vor dem Gipfel keine Einigung über die Aufteilung. In der Videokonferenz wurde nach Angaben von Teilnehmern „hart argumentiert“. Kurz hatte vorab gesagt, wenn es keine Lösung gebe, könne das einen Schaden für die EU nach sich ziehen, „wie wir es schon lange nicht erlebt haben“. Der Streit zog sich über Stunden hin.


A memmer of staff clears a table at a cafe in Paris on May 19, 2021, as cafes, resteraunts and other businesses re-opened after closures during the coronavirus (Covid-19) pandemic. - Parisians have returned to their beloved cafe terraces and museums after a six-month Covid-forced hiatus, a glimmer of normal life resuming but India grappled with a record daily number of coronavirus deaths. (Photo by Lucas BARIOULET / AFP)
Ticker: 49 Neuinfektionen in Luxemburg gemeldet
Von 8.725 Tests am Montag waren unter 50 positiv. Es ist keine weitere Person verstorben.

Insgesamt sind überall in der EU die Impfstoffe noch zu knapp, um steigenden Infektionszahlen in der dritten Corona-Welle Paroli zu bieten. Von den knapp 450 Millionen EU-Bürgern sind bisher 62 Millionen mindestens einmal gegen Corona geimpft worden, 18,2 Millionen Menschen zweimal. Die EU-Staaten erhielten von den Pharmakonzernen bisher rund 88 Millionen Impfdosen. Bis 31. März sollen es rund 100 Millionen Dosen sein. Für die Monate April bis Juni hätten die Pharmakonzerne dann 360 Millionen zugesagt, sagte von der Leyen.

77 Millionen Dosen exportiert

Die Kommissionschefin legte auch dar, dass trotz des Impfstoffmangels in der EU erhebliche Mengen exportiert wurden: Seit 1. Dezember waren es 77 Millionen Dosen, davon gingen nach Angaben aus EU-Kreisen allein 21 Millionen Dosen an Großbritannien. Von der Leyen nutzte die Zahlen, um bei den Staats- und Regierungschefs um Unterstützung für verschärfte Exportkontrollen zu werben. Einige Staaten haben jedoch Bedenken, dass EU-Maßnahmen Lieferketten beschädigen könnten. Gipfelteilnehmer hätten darauf gedrungen, mit größter Vorsicht und nach Rücksprache mit Herstellern und EU-Staaten vorzugehen, hieß es.    

US-Präsident Joe Biden will sich gegen 20.45 zu dem Gipfel schalten.
US-Präsident Joe Biden will sich gegen 20.45 zu dem Gipfel schalten.
Foto: AFP

Mit Volldampf will die EU die Pläne für ein „digitales grünes Zertifikat“ umsetzen, mit dem künftig in ganz Europa Impfungen, Tests oder eine überstandene Covid-Erkrankung nachgewiesen werden können, wie aus dem Entwurf der Gipfelerklärung hervorging. Das Zertifikat gilt als ein Weg, wieder mehr Reisen in Europa zuzulassen. 

US-Präsident Joe Biden wollte sich am Abend (20.45 Uhr) zeitweise zuschalten und über den Neustart der transatlantischen Beziehungen sprechen.    

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