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EU beschließt Zehn-Punkte-Programm
International 03.02.2017 Aus unserem online-Archiv
Plan gegen Migration aus Nordafrika

EU beschließt Zehn-Punkte-Programm

Fast täglich sterben Afrikaner auf untauglichen Booten im Mittelmeer.
Plan gegen Migration aus Nordafrika

EU beschließt Zehn-Punkte-Programm

Fast täglich sterben Afrikaner auf untauglichen Booten im Mittelmeer.
Foto: AFP
International 03.02.2017 Aus unserem online-Archiv
Plan gegen Migration aus Nordafrika

EU beschließt Zehn-Punkte-Programm

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Ungeachtet der Kritik von Menschenrechtlern treibt die EU Pläne für eine engere Zusammenarbeit mit Libyen voran. Das Ziel ist klar: In diesem Jahr sollen nicht noch einmal mehr als 180 000 unerwünschte Migranten über das Mittelmeer nach Europa kommen.

(dpa) - Die EU will alles dafür tun, dass in diesem Jahr nicht noch einmal Zehntausende Migranten über das Mittelmeer nach Europa kommen. Die Staats- und Regierungschefs einigten sich am Freitag auf Malta auf einen Zehn-Punkte-Plan, der ein Schließen der sogenannten zentralen Mittelmeerroute zum Ziel hat. Er sieht insbesondere eine stärkere Zusammenarbeit mit Libyen vor. Das von einem jahrelangen Bürgerkrieg zerrüttete Land ist mit Abstand das wichtigste Transitland für Migranten, die von Afrika aus nach Europa wollen.

Premier Xavier Bettel im Gespräch mit der britischen Regierungschefin Theresa May und seinem belgischen Amtskollegen Charles Michel.
Premier Xavier Bettel im Gespräch mit der britischen Regierungschefin Theresa May und seinem belgischen Amtskollegen Charles Michel.
AFP

Um die sogenannte zentrale Mittelmeerroute zu schließen, soll vor allem die libysche Küstenwache so schnell wie möglich so ausgebildet und ausgerüstet werden, dass sie von Schlepperbanden organisierte Überfahrten in Richtung Europa verhindern kann. Flüchtlinge würden dann zumindest vorerst in dem nordafrikanischen Land bleiben müssen. Sie sollen künftig in angemessenen Aufnahmeeinrichtungen in Libyen versorgt werden.

Allein im vergangenen Jahr kamen mit Hilfe von Kriminellen mehr als 180 000 Menschen über die zentrale Mittelmeerroute nach Europa. Tausende weitere ertranken, weil ihre nicht seetüchtigen Boote kenterten.

Hilfsorganisationen üben scharfe Kritik an den Plänen der EU. Eine Zusammenarbeit mit Libyen, die vor allem der Abwehr von Migranten und Flüchtlingen diene, werfe die europäischen Grundwerte über Bord, kritisierte Oxfam. Die Organisation Pro Asyl und der Paritätische Wohlfahrtsverband sprachen in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel von einem „Tiefpunkt europäischer Flüchtlingspolitik“.


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