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EU beendet Militäreinsatz
International 14.03.2015 Aus unserem online-Archiv
Zentralafrikanische Republik

EU beendet Militäreinsatz

In der Zentralafrikanischen Republik herrscht nach wie vor Chaos.
Zentralafrikanische Republik

EU beendet Militäreinsatz

In der Zentralafrikanischen Republik herrscht nach wie vor Chaos.
Foto: Reuters
International 14.03.2015 Aus unserem online-Archiv
Zentralafrikanische Republik

EU beendet Militäreinsatz

Die EU-Mission in der Zentralafrikanischen Republik geht zu Ende, und kaum jemanden interessiert noch das Schicksal des Landes. Der Bürgerkrieg geht weiter - die humanitäre Katastrophe auch.

(dpa) - Nach knapp einem Jahr beendet die Europäische Union an diesem Sonntag ihren Militäreinsatz in der vom Bürgerkrieg zerrütteten Zentralafrikanischen Republik. Statt wie bisher etwa 750 Soldaten werden den örtlichen Sicherheitsbehörden künftig nur noch bis zu 60 Berater der EU zur Seite stehen.

Luxemburg war bis vor zehn Tagen mit einem Unteroffizier an der Mission beteiligt. Nach einem dreimonatigen Einsatz kehrte Chefadjudant Luc Melchior am 5. März ins Großherzogtum zurück. Die Mission ist EUFOR RCA ist damit auch für die luxemburgische Armee beendet, die derzeit noch Auslandseinsätze in Kosovo und Mali führt.

Chefadjudant Luc Melchior beendete seinen Einsatz vor zehn Tagen.
Chefadjudant Luc Melchior beendete seinen Einsatz vor zehn Tagen.
Foto: Armee

Die Zentralafrikanische Republik war vor zwei Jahren nach einer Rebellion muslimischer Aufständischer ins Chaos gestürzt. Die Gewalt christlicher und muslimischer Milizen hält bis heute an.

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind eine halbe Million der 4,6 Millionen Einwohner auf der Flucht oder wurden vertrieben. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Zentralafrikanische Republik zählt zu den ärmsten Ländern der Welt.

Die EU-Truppe war im Frühjahr 2014 in Bangui stationiert worden, um den Flughafen und weitere Teile der Hauptstadt zu sichern. Bereits zuvor waren etwa 6000 afrikanische und 2000 französische Soldaten in das Land geschickt worden, um die Gewalt einzudämmen.

Über die Mission war vor einem Jahr heftig diskutiert worden. Die EU hatte große Probleme, in den Mitgliedstaaten genug Soldaten zu rekrutieren. Mehrere Truppenstellerkonferenzen und Hilfe aus dem nicht zur EU gehörenden Georgien waren nötig, um den Einsatz letztlich doch noch zu realisieren.

Die Bundeswehr beteiligt sich auch nach dem Abzug aus der Zentralafrikanischen Republik noch mit rund 460 Soldaten an internationalen Einsätzen in sieben afrikanischen Ländern. Die größten Einsätze sind eine EU-Mission zur Ausbildung der Streitkräfte im westafrikanischen Mali und der Einsatz gegen die Piraterie vor der Küste Somalias.


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