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EU-Außenminister warnen die USA vor Krieg mit dem Iran
International 3 Min. 13.05.2019

EU-Außenminister warnen die USA vor Krieg mit dem Iran

 Der Tanker A. Michel ist eines von vier Schiffen, die bei Sabotageabgriffen beschädigt wurden.

EU-Außenminister warnen die USA vor Krieg mit dem Iran

Der Tanker A. Michel ist eines von vier Schiffen, die bei Sabotageabgriffen beschädigt wurden.
AFP
International 3 Min. 13.05.2019

EU-Außenminister warnen die USA vor Krieg mit dem Iran

Im Konflikt der USA mit dem Iran könnte sich etwas zusammenbrauen. Schaffen es die Europäer, eine Eskalation in der Golfregion zu verhindern?

In this May 9, 2019, photo released by the US Navy, the Abraham Lincoln Carrier Strike Group  transits the Suez Canal. - The carrier group passed through the Suez Canal May 9, Egyptian authorities said, as the group heads towards the Gulf amid rising tensions between Washington and Tehran. (Photo by Darion Chanelle Triplett / Navy Office of Information / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / US NAVY / Mass Communication Specialist 3rd Class Darion Chanelle Triplett" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
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(dpa) - Angesichts neuer Spannungen in der Golfregion warnen Deutschland und Großbritannien die USA vor einem Krieg mit dem Iran. Die deutsche Bundesregierung sei sehr besorgt und wolle nicht, dass es zu einer militärischen Eskalation komme, sagte Außenminister Heiko Maas am Montag nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen Mike Pompeo in Brüssel. Der britische Außenamtschef Jeremy Hunt mahnte, es dürfe nicht versehentlich zu einem Konflikt kommen, „mit einer Eskalation, die von keiner Seite gewollt ist“.

Mit Blick auf den seit Monaten ungelösten Streit über das Atomabkommen mit dem Iran machte Maas deutlich, dass sich die EU dem Druck Amerikas nicht beugen wolle. „Wir sind uns in Europa einig, dass dieses Abkommen für unsere Sicherheit notwendig ist.“

Einseitiger Ausstieg

Die USA hatten den Druck auf die iranische Führung zuletzt massiv erhöht, unter anderem mit Sanktionen und militärischen Drohungen. Schon vor einem Jahr war US-Präsident Donald Trump einseitig aus dem Atomabkommen ausgestiegen. In seiner Begründung hatte er dem Iran vorgeworfen, Unruhe in der Region zu schüren und Terrorismus zu unterstützen. Die Europäer sehen die Rolle des Irans in der Region ebenfalls kritisch. Sie wollen aber das Atomabkommen erhalten und verweisen darauf, dass der Iran bisher alle darin eingegangenen Verpflichtungen einhält.

Pompeo hielt nach Angaben vom Diplomaten am Montag an den Forderungen fest, die harte US-Linie zu unterstützen. Die USA hatten zuletzt unter anderem einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel Richtung Iran verlegt. Zu Begründung hieß es, dass der Iran US-Truppen angreifen könnte.

"Staatsfeindliche Operationen"

Für zusätzliche Spannungen sorgten am Sonntag Berichte über angebliche Sabotageakte gegen Handelsschiffe im Golf von Oman. Dort gab es nahe des Emirats Fudschaira nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) „staatsfeindliche Operationen“ gegen vier Schiffe aus verschiedenen Ländern. Der Energieminister Saudi-Arabiens sagte, zwei saudische Öltanker seien bei einem „Sabotageangriff“ schwer beschädigt worden.


ARCHIV - 20.08.2010, Iran, Buschehr: Das iranische Atomkraftwerk Buschehr. Zum Jahrestag des US-Ausstiegs aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran hat der iranische Präsident Ruhani einen Teilausstieg seines Landes aus dem Deal bekanntgegeben. Foto: ABEDIN TAHERKENAREH/epa/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Die genauen Umstände blieben mysteriös. Es gab am Montag zunächst weder Details noch eine unabhängige Bestätigung der angeblichen Zwischenfälle. Nach Informationen des saudi-nahen TV-Senders Al-Arabija stammten die weiteren beiden Schiffe aus den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie aus Norwegen. Der Iran forderte eine Untersuchung der angeblichen Sabotageversuche.

Das kleine Emirat Fudschaira liegt im Osten der VAE am Golf von Oman, der die Arabische Halbinsel und den Iran trennt. Hier befindet sich eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt für Ölexporte. Der Hafen von Fudschaira ist ein wichtiger Lager- und Umschlagort vor allem für Rohöl.

Der britische Außenminister Hunt sagte am Rande des EU-Außenministertreffens zu der brisanten Lage: „Ich denke, wir brauchen eine Ruhephase, um sicherzustellen, dass jeder versteht, was die andere Seite denkt.“

Besorgte Umweltschützer

Greenpeace rief die EU-Außenminister auf, die USA zum Dialog zu drängen. „Wenn die USA Flugzeugträger, Kampfbomber und Kriegsschiffe in die Region verlegen und nun alle Verbündeten kontaktieren, erinnert das fatal an den Beginn des Irakkriegs 2003“, erklärte Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven.


*** CORRECTS DESTRUCTION CAPABILITY TONNAGE TO 1,000 *** In this photo released by the Iranian Defense Ministry, which says Nasr 1 (Victory) missiles are seen in a factory in Tehran, Iran, Sunday, March 7, 2010. Gen. Ahmad Vahidi announced on state TV Sunday a new production line of highly accurate, short range cruise missiles capable of evading radar. The missile named Nasr 1 (Victory) will be capable of destroying targets up to 1,000 tons in size according to Vahidi. Iran frequently makes announcements about new advances in military technology that cannot be independently verified. (AP Photo/Iranian Defense Ministry, Vahid Reza Alaei, HO) ** EDS NOTE: THE ASSOCIATED PRESS HAS NO WAY OF INDEPENDENTLY VERIFYING THE CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. **
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Bei den Bemühungen zur Rettung der Atomvereinbarung geht es vor allem darum, trotz amerikanischer Sanktionsdrohungen Handelsbeziehungen zum Iran aufrechtzuerhalten. Sollte dies nicht gelingen, könnte der Iran sein im Zuge des Abkommens eingestelltes Programm zum Bau einer Atombombe wieder aufnehmen. Für die Einstellung des Programms hatten die Vertragsstaaten eine Aufhebung der wirtschaftlichen Isolierung versprochen. Maas sagte, niemand wolle, dass der Iran in den Besitz einer Atombombe komme. Und deswegen werde man weiterhin geschlossen dafür eintreten, das Abkommen umzusetzen.

Wegen US-Sanktionsdrohungen machten zuletzt aber kaum noch ausländische Unternehmen mit dem Iran Geschäfte. Das Land drohte daraufhin in der vergangenen Woche, nach Ablauf einer 60-Tages-Frist den Ausstieg aus dem 2015 geschlossenen Abkommen einzuleiten, und setzte erste eingegangene Verpflichtungen aus der Vereinbarung aus.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien versuchen nun unter Hochdruck, eine Handelsplattform mit dem Namen Instex einsatzbereit zu bekommen.

Ob es noch Chancen auf eine friedliche Lösung des Konflikts gibt, war zuletzt aber unklar. Der iranische Präsident Hassan Ruhani knüpfte ein mögliches Gespräch mit US-Präsident Donald Trump am Wochenende an ein Einlenken der USA. Seine Bedingung sei, dass der US-Präsident zunächst den Ausstieg aus dem Atomabkommen zurücknehme und die Sanktionen gegen Teheran aufhebe. Trump hatte der iranischen Führung zuvor vorgeschlagen, ihn anzurufen, um direkt über den Konflikt zu sprechen.


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