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ESM-Chef Regling zweifelt am EU-Austritt der Briten
International 30.06.2016 Aus unserem online-Archiv
"Europa der zwei Geschwindigkeiten"

ESM-Chef Regling zweifelt am EU-Austritt der Briten

Der Chef des europäischen Rettungsschirms, der in Luxemburg-Kirchberg angesiedelt ist, mag nicht an den Brexit glauben.
"Europa der zwei Geschwindigkeiten"

ESM-Chef Regling zweifelt am EU-Austritt der Briten

Der Chef des europäischen Rettungsschirms, der in Luxemburg-Kirchberg angesiedelt ist, mag nicht an den Brexit glauben.
Foto: Marc Wilwert
International 30.06.2016 Aus unserem online-Archiv
"Europa der zwei Geschwindigkeiten"

ESM-Chef Regling zweifelt am EU-Austritt der Briten

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Der Chef des europäischen Rettungsschirms ESM, Klaus Regling, hält einen EU-Austritt Großbritanniens für unwahrscheinlich. „Wir stehen erst am Anfang eines sehr langen Prozesses, viel kann noch passieren“, sagte er in einem Interview.

(dpa) - Der Chef des europäischen Rettungsschirms ESM, Klaus Regling, hält einen EU-Austritt Großbritanniens für unwahrscheinlich. „Wir stehen erst am Anfang eines sehr langen Prozesses, viel kann noch passieren“, sagte er der neuen „Wirtschaftswoche“. Die Abstimmung sei „von Emotionen geprägt“ gewesen. „Schauen wir einmal, ob der Brexit überhaupt kommt.“

Sollten die Briten in der Union bleiben, erwartet Regling die Verfestigung „eines Europas der zwei Geschwindigkeiten“ auch bei den Währungen. „Großbritannien würde dann mit Dänemark, Schweden und anderen Ländern einen äußeren Ring bilden, der Euro-Raum würde aus stark integrierten Staaten bestehen.“

Auch im Brexit-Fall sei der Plan des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker unrealistisch, die Eurozone schnell zu erweitern. „Im Moment erfüllt keines der Nicht-Euro-Länder alle Beitrittskriterien“, sagte Regling. Zwar erwarte er, dass fast alle EU-Länder der Eurozone beitreten würden, wenn die Briten die EU verließen. Doch: „Das Tempo wird von Land zu Land sehr unterschiedlich sein, weil es unterschiedliche Probleme und Präferenzen gibt.“


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