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„Es war der Horror“
International 1 2 Min. 15.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Augenzeugenberichte aus Nizza

„Es war der Horror“

Forensiker und Ermittlungsbeamte untersuchen den von Kugeln durchsiebten Lastwagen.
Augenzeugenberichte aus Nizza

„Es war der Horror“

Forensiker und Ermittlungsbeamte untersuchen den von Kugeln durchsiebten Lastwagen.
Foto: REUTERS
International 1 2 Min. 15.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Augenzeugenberichte aus Nizza

„Es war der Horror“

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Augenzeugen schildern die dramatischen Minuten, als ein Lastwagenfahrer am Donnerstagabend nach dem Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag in die Menschenmenge fuhr.

(dpa) - Sie feierten ein fröhliches Fest an der mondänen Standpromenade von Nice, das mit Panik und vielen Toten endete: Augenzeugen schildern die dramatischen Minuten, als ein Lastwagenfahrer am Donnerstagabend nach dem Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag in die Menschenmenge fuhr.

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Ein Journalist der Zeitung „Nice Matin“ wollte sich gerade auf den Heimweg machen, als er plötzlich Lärm und Schreie hörte. „Mein erster Gedanke war: Ein Verrückter wollte sein kleines Feuerwerk zünden und hatte es nicht unter Kontrolle“, schildert Damien Allemand die Ereignisse. „Einen Sekundenbruchteil später kam ein riesiger weißer Lastwagen mit irrer Geschwindigkeit auf die Menschen zu und lenkte hin und her, um ein Maximum an Menschen umzufahren.“

Der Lastwagen sei einige Meter an ihm vorbeigefahren, aber er habe das Geschehen zunächst nicht einordnen können. „Ich habe Menschen wie Bowlingkegel durch die Luft fliegen sehen, als er vorbeifuhr. Lärm und Schreie gehört, die ich niemals vergessen werde. Ich war wie gelähmt.“ Erst als er verstanden habe, was vor sich ging, sei er mit anderen Menschen davongelaufen und habe sich in Sicherheit gebracht.

Sanitäter kümmern sich nach der Attacke um Verletzte.
Sanitäter kümmern sich nach der Attacke um Verletzte.
Foto: REUTERS

"Er kommt wieder"

Dann habe er aber wissen wollen, was passiert sei, und sei auf dem Mittelstreifen der Uferpromenade zum Lastwagen zurückgelaufen. Ein Mann habe ihm zugeflüstert: „Es sind überall Tote.“ Strandpächter hätten die Verletzten mit Wasser versorgt und die Leichen mit Handtüchern bedeckt. Auf einmal sei erneut Panik ausgebrochen, als Menschen riefen: „Er kommt wieder! Er kommt wieder!“ Doch da habe der von Kugeln durchsiebte Lastwagen seine Fahrt schon beendet gehabt.

„Ich habe meinen Motorroller geholt, um so weit wie möglich aus dieser Hölle zu entkommen“, berichtet Allemand. Erst beim Hochfahren der Promenade habe er das Ausmaß des Dramas erkannt. Tote und Verletzte hätten auf dem Bürgersteig verstreut gelegen. „Dieser Abend war der Horror.“

"Es ging um Millisekunden"

Auch die Journalistin Janine Konopka erlebte das Grauen vor Ort und schilderte der „Schwäbischen Zeitung“ ihre Eindrücke. „Dieser Lkw, der raste komplett auf uns zu, also er war wirklich zum Greifen nah, und es ging um Millisekunden. Ich habe dann meine Mutter zur Seite gestoßen und auf den Boden geworfen und bin auch auf sie draufgefallen. Und die Menschen neben uns, die hinter uns waren oder seitlich - die sind entweder überrollt worden oder auch woanders hingeworfen worden.“ Während der Schüsse hätten sie und ihre Mutter sich dann hinter einer Palme versteckt.

Auch Ben und Elyse Phelps aus Perth erlebten den Anschlag hautnah mit. „Wir waren an der Promenade, als der Lastwagen mit 50, 60 Kilometern in der Stunde durch die Menschenmenge fuhr und sie ummähte. Wir sind in Panik weggerannt, weg vom Meer. Dann hörten wir Schüsse und sind weitergerannt landeinwärts.“ Ein Mann habe sie in seine Wohnung gezogen, wo sie sich eine Stunde versteckt hätten.


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