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Es ist vollbracht
International 2 Min. 12.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Historisches Klimaabkommen beschlossen

Es ist vollbracht

Erleichterung und Jubel nach der Verkündung, dass alle Staaten sich auf ein verbindliches Klimaabkommen geeinigt hatten.
Historisches Klimaabkommen beschlossen

Es ist vollbracht

Erleichterung und Jubel nach der Verkündung, dass alle Staaten sich auf ein verbindliches Klimaabkommen geeinigt hatten.
Foto: Reuters
International 2 Min. 12.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Historisches Klimaabkommen beschlossen

Es ist vollbracht

Am Samstagabend haben sich die Delegationen von 192 Ländern und die EU auf ein neues Klimaabkommen geeinigt. Zuvor waren Tausende Menschen in Paris für mehr Umweltschutz auf die Straße gegangen.

(dpa/mig) - Die Weltgemeinschaft hat sich am Samstagabend nach langen Verzögerungen auf ein neues Klimaschutzabkommen geeinigt. Die Staaten einigten sich darauf, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Die Entscheidung wurde am Abend gegen 19.30 Uhr im Plenum verkündet. Zuvor waren Tausende Menschen in Paris für einen besseren Umweltschutz auf die Straße gegangen.

Hier der Entwurf zum Abkommen:

Es ist keiner Verhandlungsgruppe gelungen, alle Forderungen im Vertragstext unterzubringen. Die USA haben konkrete Verpflichtungen abgewehrt, eines Tages für Klimafolgen in anderen Ländern, die sie mitverursacht haben, zahlen zu müssen. Innerhalb der EU kriselte es zwischenzeitlich. Denn die polnische Regierung wollte bei der Abkehr von fossilen Brennstoffen nicht so weit gehen wie der Rest der Union.

In Deutschland, den Niederlanden und anderen Industrienationen, in denen sich viele Menschen für Umwelt- und Naturschutz engagieren, werden Regierungen auch danach beurteilt, wie hart sie international für den Klimaschutz kämpfen. Die Vertreter der arabischen Golfstaaten wollen ihrerseits mit der Botschaft nach Hause fliegen, dass die mit Öl- und Gas-Einnahmen finanzierten staatlichen Wohltaten für die Bürger weiter gesichert sind. Ihnen ist es in Paris gelungen, dafür zu sorgen, dass eine Abgabe auf fossile Energiequellen nicht in den völkerrechtlich bindenden Teil des Vertrags aufgenommen wurde.

Claude Turmes: "Ein wichtiger Fortschritt"

In einem Presseschreiben teilt der grüne Europaabgeordnete Claude Turmes mit: „Das im Vertrag festgelegte Ziel, die globale Erderwärmung auf deutlich unter 2°C zu begrenzen und ein 1,5°C-Ziel zu verfolgen, läutet de facto das Ende der Ära der fossilen Brennstoffe ein! Zwar reichen die momentan eingereichten nationalen Klimaschutzziele nicht aus, um dieses Ziel zu erreichen, aber der Vertrag sieht vor, dass diese alle fünf  Jahre überprüft und gegebenenfalls verbessert werden können. Das ist ein wichtiger Fortschritt und war eine Kernforderung der Europäischen Union."

Weiter heißt es: " Dieser Klimagipfel ... vermittelt Aufbruchstimmung und hat gezeigt, dass die gesellschaftlichen und technologischen Lösungen bereit sind. Erneuerbare Energien und Energieeffizienztechnologien stehen vor dem Durchbruch und tausende Metropolen haben den Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energien versprochen. Auch für die Finanzwelt markiert die Pariser Klimakonferenz einen Wendepunkt. Alleine im letzten Jahr sind bereits 3.400 Milliarden Euro Investitionen aus den fossilen Energieträgern Kohle, Öl und Gas abgezogen worden, welche jetzt in erneuerbare Energien fließen sollen. Für den Finanzplatz Luxemburg bieten sich in diesem Bereich interessante Chancen."

Lob für Frankreich

Die französischen Gastgeber bekommen viel Lob für ihre „transparente Verhandlungsführung“. Der Konferenzleiter, Außenminister Laurent Fabius, schreitet bei der Abschlusssitzung unter donnerndem Applaus der Delegierten zum Podium. Dann beginnt die letzte Hängepartie dieser zweiwöchigen Konferenz. Eineinhalb Stunden müssen die Minister im Saal warten, bevor die Sitzung beginnt. Hinter den Kulissen heißt es, Nicaragua habe Bedenken wegen Menschenrechtsfragen.

Die US-Regierung setzt in letzter Minute noch durch, dass eine Formulierung abgeschwächt wird, die ihnen womöglich dauerhaft größere Anstrengungen bei der Reduzierung von Treibhausgasen abverlangen könnte als zum Beispiel den Chinesen. Bevor jemand dagegen protestieren kann, lässt Fabius schnell den Hammer fallen. Das Abkommen ist damit offiziell angenommen.


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NEW YORK, NY - JUNE 1: As directed by New York Governor Andrew Cuomo in response to President Donald Trump's decision to pull the United States out of the Paris Climate Accord, One World Trade Center is illuminated with green light, June 1, 2017 in New York City. Trump pledged on the campaign trail to withdraw from the accord, which former President Barack Obama and the leaders of 194 other countries signed in 2015. The agreement is intended to encourage the reduction of greenhouse gas emissions in an effort to limit global warming to a manageable level.  Drew Angerer/Getty Images/AFP
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US-Energieminister Rick Perry hat sich gegen einen Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen ausgesprochen - will aber, dass es neu verhandelt wird.
(FILES) This file photo taken on March 2, 2017 shows 
US Secretary of Energy Rick Perry speaking during his swearing in ceremony in the Eisenhower Executive Office Building in Washington, DC.
The United States should stay in the Paris climate accord but renegotiate it,  Perry said on April 25, 2017, with a decision expected by US President Donald Trump next month. / AFP PHOTO / Brendan Smialowski
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