Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Erzwungene Landung von Ryanair in Belarus war unrechtmäßig
International 20.07.2022 Aus unserem online-Archiv
Urteil der Flugbehörde

Erzwungene Landung von Ryanair in Belarus war unrechtmäßig

Die Behörden hatten im Mai 2021 den Ryanair-Flug FR4978 auf dem Weg von Athen nach Vilnius mit einem Kampfjet zur Zwischenlandung in Minsk gezwungen.
Urteil der Flugbehörde

Erzwungene Landung von Ryanair in Belarus war unrechtmäßig

Die Behörden hatten im Mai 2021 den Ryanair-Flug FR4978 auf dem Weg von Athen nach Vilnius mit einem Kampfjet zur Zwischenlandung in Minsk gezwungen.
Foto: dpa (Symbolfoto)
International 20.07.2022 Aus unserem online-Archiv
Urteil der Flugbehörde

Erzwungene Landung von Ryanair in Belarus war unrechtmäßig

Die internationale Zivilluftfahrtorganisation hat die erzwungene Landung einer Ryanair-Boeing in Belarus im Mai 2021 als unrechtmäßig verurteilt.

(dpa) – Die internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) hat die erzwungene Landung eines Ryanair-Flugzeuges in Belarus im Mai 2021 als unrechtmäßigen Eingriff der Regierung in Minsk verurteilt. Das teilte die Sonderorganisation der UN am Dienstag (Ortszeit) nach Auswertung von neuem Material, darunter auch Tonaufnahmen des für die Maschine zuständigen Fluglotsen in Minsk, mit. Die als Grund für die Landung angegebene Bombendrohung sei absichtlich falsch gewesen und der Flugbesatzung auf Anweisung hoher belarussischer Regierungsbeamter übermittelt worden, so die ICAO.


Belarus President Alexander Lukashenko speaks with Russian Prime Minister during their meeting at the Independence Palace in Minsk on September 3, 2020. - Prime Minister Mikhail Mishustin Mishustin arrived on September 3 for a working visit to the Belarusian capital to hold talks with the country's authorities. (Photo by Alexander ASTAFYEV / Sputnik / AFP)
Lukaschenko in der Kritik
Der belarussische Machthaber soll ein Flugzeug mit Medienvertretern zur Landung gezwungen und den Blogger Roman Protassewitsch festnehmen gelassen haben.

Die Behörden in Belarus hatten im Mai vergangenen Jahres den Ryanair-Flug FR4978 mit mehr als 100 Menschen an Bord auf dem Weg von Athen nach Vilnius mit einem Kampfjet zur Zwischenlandung in Minsk gezwungen. An Bord befanden sich auch der regierungskritische belarussische Blogger Roman Protassewitsch, Mitgründer des oppositionellen Telegram-Kanals Nexta, und seine damalige Freundin Sofia Sapega. Beide wurden nach der Landung festgenommen. Die EU sperrte daraufhin ihren Luftraum für Flugzeuge aus der ehemaligen Sowjetrepublik.

Sapega wurde im Mai von der Justiz des autoritär regierten Landes zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie im Messengerdienst Telegram einen oppositionellen Kanal betrieb. Ende Juni bat sie Machthaber Alexander Lukaschenko um Begnadigung. Gegen Protassewitsch soll, Medien zufolge, der Prozess noch laufen. In den USA wurden im Januar vier belarussische Regierungsvertreter in Abwesenheit wegen der erzwungenen Landung angeklagt. Die Staatsanwaltschaft in New York wirft ihnen „Verschwörung zur Luftpiraterie“ vor, worauf als Höchststrafe lebenslange Haft stehe. Unter den Passagieren seien auch vier US-Staatsbürger gewesen, hieß es.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Der belarussische Machthaber soll ein Flugzeug mit Medienvertretern zur Landung gezwungen und den Blogger Roman Protassewitsch festnehmen gelassen haben.
Belarus President Alexander Lukashenko speaks with Russian Prime Minister during their meeting at the Independence Palace in Minsk on September 3, 2020. - Prime Minister Mikhail Mishustin Mishustin arrived on September 3 for a working visit to the Belarusian capital to hold talks with the country's authorities. (Photo by Alexander ASTAFYEV / Sputnik / AFP)