Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Erstmals seit Jahrzehnten: Israel beginnt mit Bau neuer Siedlung
Benjamin Netanyahu hatte den Beginn der Bauarbeiten in Aussicht gestellt.

Erstmals seit Jahrzehnten: Israel beginnt mit Bau neuer Siedlung

AFP
Benjamin Netanyahu hatte den Beginn der Bauarbeiten in Aussicht gestellt.
International 20.06.2017

Erstmals seit Jahrzehnten: Israel beginnt mit Bau neuer Siedlung

Teddy JAANS
Teddy JAANS
„Heute haben die Bauarbeiten vor Ort angefangen, wie ich es versprochen habe, für die Errichtung einer neuen Siedlung für die Einwohner von Amona“, teilte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Dienstag über Twitter mit.

(dpa) - Erstmals seit 25 Jahren hat Israel mit dem Bau einer ganz neuen Siedlung im Westjordanland begonnen. „Heute haben die Bauarbeiten vor Ort angefangen, wie ich es versprochen habe, für die Errichtung einer neuen Siedlung für die Einwohner von Amona“, teilte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Dienstag über Twitter mit. „Nach Jahrzehnten habe ich die Ehre, der Regierungschef zu sein, der eine neue Siedlung in Judäa und Samaria (Westjordanland) baut“, schrieb Netanjahu über einem Bild, das einen Bulldozer bei Planierarbeiten zeigt.

Es ist das erste Mal seit einem Vierteljahrhundert und seit Beginn des Friedensprozesses mit den Palästinensern, dass Israel offiziell eine neue Siedlung im Westjordanland gründet. Bisher wurden vor allem bestehende Siedlungen ausgebaut.

Israels Sicherheitskabinett hatte den Bau der neuen Siedlung nordöstlich von Ramallah Ende März gebilligt. Dies löste damals scharfe internationale Proteste aus. In der neuen Ortschaft sollen die Einwohner des Anfang Februar geräumten Siedlungs-Außenpostens Amona leben. Damals mussten 40 Familien ihre Mobilhäuser verlassen.

Israel hatte während des Sechstagekriegs 1967 unter anderem das Westjordanland sowie den arabischen Ostteil Jerusalems erobert. Die Palästinenser beanspruchen diese Gebiete allerdings für einen künftigen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt, ihr Ziel ist die Zwei-Staaten-Lösung. Mittlerweile leben im Westjordanland und Ost-Jerusalem rund 600 000 israelische Siedler. „Es gab noch keine Regierung, die besser für die Siedlungsbewegung war als unsere, und es wird auch keine geben“, schrieb Netanjahu bei Twitter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Nahost-Besuch: Trump in Bethlehem
US-Präsident Donald Trump ist am Dienstag in den Palästinensischen Autonomiegebieten eingetroffen. Er wurde von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas empfangen, im Anschluss war eine Unterredung auf der Tagesordnung.
An armoured limousine part of the convoy of the US president drives past Israel's controversial separation barrier in the West Bank city of Bethlehem on May 23, 2017, following a meeting between Donald Trump and the Palestinian leader Mahmud Abbas.
Trump's visit to Israel and the Palestinian territories is part of his first trip abroad as president, and follows an initial leg in Saudi Arabia, where he urged Islamic leaders to confront extremism. / AFP PHOTO / HAZEM BADER
Israel billigt 3000 weitere Siedlerwohnungen
Die schon 2014 vom Gericht angeordnete Räumung der wilden Siedlung Amona steht offenbar kurz bevor. Dabei wird Gewalt befürchtet. Gleichzeitig genehmigt Israel den Bau Tausender neuer Siedlerwohnungen.
Premierminister Benjamin Netanjahu (Mitte) gab grünes Licht für den Bau der Siedlung.