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„Maria“ trifft Karibikinsel Dominica
International 3 Min. 19.09.2017 Aus unserem online-Archiv
Erstes Todesopfer

„Maria“ trifft Karibikinsel Dominica

Auf der Insel Guadeloupe wurde ein Mensch von einem Baum erschlagen.
Erstes Todesopfer

„Maria“ trifft Karibikinsel Dominica

Auf der Insel Guadeloupe wurde ein Mensch von einem Baum erschlagen.
Foto: AFP
International 3 Min. 19.09.2017 Aus unserem online-Archiv
Erstes Todesopfer

„Maria“ trifft Karibikinsel Dominica

Michel THIEL
Michel THIEL
Viele Menschen in der Karibik sind noch mit der Beseitigung der Schäden von Hurrikan „Irma“ beschäftigt. Da holt sie „Maria“ ein und richtet Unheil an. Das US-Außengebiet Puerto Rico bereitet sich auf das Schlimmste vor.

(dpa) - Hurrikan „Maria“ hat auf der Karibikinsel Dominica schwere Verwüstungen angerichtet und im französischen Überseegebiet Guadeloupe mindestens einem Menschen das Leben gekostet. Auf Dominica knickten Bäume um, Häuser wurden beschädigt und Straßen überflutet. „Wir haben alles verloren, was man mit Geld kaufen und ersetzen kann“, schrieb Premierminister Roosevelt Skerrit am Dienstagmorgen (Ortszeit) auf Facebook und sprach von „großflächiger Zerstörung“. Er fürchte, dass Menschen bei Erdrutschen ernsthaft verletzt oder getötet wurden.

Auf der Insel Guadeloupe wurde ein Mensch von einem Baum erschlagen, zwei Menschen wurden vermisst, wie französische Medien unter Berufung auf die örtliche Präfektur berichteten. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 260 Kilometer pro Stunde zog „Maria“ nun auf die Jungferninseln und Puerto Rico zu. Der Sturm könnte am frühen Mittwoch (Ortszeit) über das US-Außengebiet hinwegziehen. Es wäre das erste Mal seit 85 Jahren, dass die Insel wieder direkt von einem so starken Hurrikan getroffen wird.

Gouverneur Ricardo Rossellló rief die Menschen in Risikogebieten auf, sich in Sicherheit zu bringen. „Wenn ihr in Überschwemmungsgebieten wohnt, verlasst sie. Wenn eure Häuser nicht standfest sind, geht in die Notunterkünfte. Häuser mit Dächern aus Zink oder Holz werden dem Wind nicht standhalten“, sagte er.

Die Regierung richtete 500 Notunterkünfte auf der ganzen Insel ein. US-Präsident Donald Trump erklärte den Notstand für Puerto Rico. Damit hat das US-Außengebiet leichter Zugriff auf Bundesmittel für den Wiederaufbau. „Möglicherweise werden wir für längere Zeit keinen Strom haben“, sagte Gouverneur Rossellló. Der Flughafen der Hauptstadt San Juan sollte geschlossen werden.

Nach seinem Zug über Dominica hatte sich „Maria“ zunächst abgeschwächt und war auf die zweithöchste Kategorie 4 herabgestuft worden. Kurz darauf stufte das US-Hurrikan-Zentrum den Tropensturm wieder in die höchste Kategorie 5 ein. „Maria“ bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 15 Kilometern pro Stunde Richtung West-Nordwest. Der Sturm werde in den nächsten Tagen ein extrem gefährlicher Hurrikan der Kategorie 5 oder 4 bleiben, prognostizierten die Meteorologen.

Erst kürzlich war Hurrikan „Irma“ durch die Karibik gezogen und hatte unter anderem auf Barbuda sowie im US-Bundesstaat Florida erhebliche Verwüstungen angerichtet. Mehrere Menschen kamen ums Leben. In vielen Gebieten dauern die Aufräumarbeiten noch an, während sich die Menschen nun für den nächsten Sturm wappnen müssen.

Auf den Britischen Jungferninseln sind seit dem Durchzug von Hurrikan „Irma“ die meisten Menschen ohne Strom und fließendes Wasser. Fast 80 Prozent der Häuser seien beschädigt, sagte Premierminister Orlando Smith der Zeitung „El Nuevo Día“. Es könne bis zu drei Monate dauern, bis alle Bewohner wieder über Elektrizität und Wasser verfügten.

Eine Hurrikanwarnung galt auch für Guadeloupe, St. Kitts und Nevis sowie Montserrat.

Auf Dominica bekam Regierungschef Skerrit persönlich die Kraft der Naturgewalt zu spüren: „Mein Dach ist weg. Ich bin der Gnade des Hurrikans ausgeliefert. Mein Haus wird überschwemmt“, schrieb er auf Facebook. Kurz darauf wurde der Regierungschef in Sicherheit gebracht: „Ich bin gerettet worden“, schrieb er.

Starke Böen und kräftige Regenschauer waren zuvor über Martinique hinweggefegt, als „Maria“ am Montagabend die Karibikinsel passierte, wie der Radiosender RCI berichtete. Bäume wurden entwurzelt und hohe Wellen trafen auf die Küste. Behördenvertreter berichteten am Dienstag aber von vergleichsweise geringen Schäden. Zwei Menschen seien leicht verletzt worden, in 25 000 Haushalten gebe es keinen Strom, und zwei Gemeinden seien ohne Trinkwasser, sagte der Leiter der französischen Zivilsicherheit, Jacques Witkowski.


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