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Erste Entscheidung im US-Vorwahlkampf: Trump verliert Rechtsaußen-Duell gegen Cruz in Iowa
International 3 Min. 02.02.2016 Aus unserem online-Archiv

Erste Entscheidung im US-Vorwahlkampf: Trump verliert Rechtsaußen-Duell gegen Cruz in Iowa

Ted Cruz ist der große Gewinner des Caucus von Iowa. Er kann seinen härtesten Konkurrenten Donald Trump auf Platz 2 verweisen.

Erste Entscheidung im US-Vorwahlkampf: Trump verliert Rechtsaußen-Duell gegen Cruz in Iowa

Ted Cruz ist der große Gewinner des Caucus von Iowa. Er kann seinen härtesten Konkurrenten Donald Trump auf Platz 2 verweisen.
Foto: REUTERS
International 3 Min. 02.02.2016 Aus unserem online-Archiv

Erste Entscheidung im US-Vorwahlkampf: Trump verliert Rechtsaußen-Duell gegen Cruz in Iowa

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Autsch. Das hat weh getan! Der Mann der für Amerika so viel gewinnen will, bis es langweilig wird, hat seine ersten Vorwahlen in Iowa verloren. Die Analyse von Wort-Korrespondent Thomas Spang.

Von Thomas Spang (Iowa)

Autsch. Das hat weh getan. Der Mann der für Amerika so viel gewinnen will, bis es langweilig wird, hat seine ersten Vorwahlen in Iowa verloren. Der strahlende Sieger der Zitterpartie im Mittleren Westen heißt Ted Cruz. Der Senator aus Texas fügte dem Rechtspopulisten aus Manhattan im Mittleren Westen eine schmerzhafte Niederlage zu.

Trump der die letzten zehn Umfragen mit im Schnitt sieben Prozent angeführt hatte, lag in der Caucus-Nacht am Ende vier Prozentpunkte hinter Cruz (28 Prozent) und nur einen Prozentpunkt vor dem überraschend starken Senator aus Florida Marco Rubio (23 Prozent). Der ehemalige Favorit Jeb Bush landete bei gerade einmal drei Prozent.

Das Ergebnis erwischte Trump und seine Anhänger auf dem falschen Fuß. Es herrschte betroffene Stille als Trump mit seiner Familie im Gefolge die Bühne seines Hauptquartiers kam, um seine Niederlage im Duell der Rechtsaußen einzugestehen. “Ich liebe Euch, ihr Leute hier in Iowa,” erklärte der sichtbar enttäuschte Rechtspopulist bevor er Sieger Cruz gratulierte.

“Wir sind so glücklich, wie das hier ausgegangen ist,” fügte der Milliardär in der kürzesten Rede seines Wahlkampfs in Iowa hinzu. Jetzt gehe es auf nach New Hampshire. “Ich denke wir werden dort den Sieg erklären”. Trump führt in dem Neu-Englandstaat mit mehr als zwanzig Prozent vor Cruz.

Am Ende hielt die Brandschutz-Mauer evangelikaler Wähler, die Cruz mit einer Rekordbeteiligung zum Wahlsieg verholfen hatten. Sie machten 62 Prozent an der republikanischen Wählerschaft aus.

"Ein neuer Morgen kommt"

Cruz trat strahlend vor seine Anhänger und dankte Gott für seinen Sieg. “Heute Nacht ist ein Sieg für unsere Graswurzeln”. Der republikanische Bannerträger werde weder von den Medien noch von dem Establishment in Washington oder den Lobbyisten ausgerufen. “Wir das Volk treffen diese Entscheidung”. Iowa habe der Welt signalisiert: “Ein neuer Morgen kommt”.

Der andere Gewinner der Wahlnacht bei den Republikanern heißt Senator Rubio, der von dem Zweikampf zwischen Trump und Cruz profitierte. Mit dem überraschend starken dritten Platz positionierte sich der Senator aus Florida als potentielle Alternative des Partei-Establishments gegen die beiden Rechtsaußen-Kandidaten.

“Das ist der Moment, der niemals passieren sollte“, erklärte ein triumphierender Senator, der versprach, die Nominierung der Republikaner zu gewinnen. Die Wahl im November sei nicht nur eine Entscheidung zwischen zwei politischen Parteien. “Es ist ein Referendum über unsere Identität. Wenn Bernie Sanders oder Hillary Clinton gewählt werden, wird das eine Nation im Niedergang sein.”

Hillary Clinton rief schon ihren Sieg aus, als die Umfragen noch keinen klaren Favoriten anzeigten.
Hillary Clinton rief schon ihren Sieg aus, als die Umfragen noch keinen klaren Favoriten anzeigten.
Foto: AFP

Keine klare Entscheidung bei den Demokraten

Hillary Clinton verpasste die Chance, in Iowa Zweifel an ihrer Rolle als Spitzenreiterin aus der Welt zu räumen. Bis zum Schluss der Auszählung lag sie gleichauf mit Bernie Sanders. Aufgrund der komplizierten Auszählung bei den Demokraten blieb lange unklar wer am Ende die Nase vorne haben wird.

Um kurz nach halb elf Uhr trat Hillary auf die Bühne mit Bill und Chelsea an ihrer Seite, um einen Sieg zu suggerieren, den noch keine Medienorganisation erklärt hatte. Es sei sehr selten, so Clinton, dass die Demokraten einen echten Wettbewerb um Ideen hätten. “Ich bin eine Progressive, die Dinge für das amerikanische Volk erledigt bekommt.”

Sanders holte einen zweistelligen Rückstand auf die gesetzte Kandidatin der Parteiführung in Iowa auf und liegt in Umfragen in New Hampshire deutlich vor Clinton. Bei der Wahlfeier der Sanders-Anhänger in Des Moines stieß das ungewöhnliche Vorpreschen der Kandidatin auf laute Buhrufe.

Am Ende eines langen Wahltages holte Bernie Sanders auf, lag aber leicht im Rückstand.
Am Ende eines langen Wahltages holte Bernie Sanders auf, lag aber leicht im Rückstand.
Foto: AFP

Für arbeitende Menschen, nicht für Milliardäre

Sie bereiteten ihrem Kandidaten anschließend einen enthusiastischen Empfang. “Wir haben die mächtigste politische Organisation der USA herangenommen. Und heute Nacht sind wir sprichwörtlich in einem Patt”, erklärte Sanders. “Auch wenn die Ergebnisse noch nicht vollständig sind, haben wir die Hälfte der Delegierten.”

Die Wähler in Iowa hätten ein klares Signal an das politische, ökonomische und Medien-Establishment gesandt. “Wir werden eine Wirtschaft schaffen, die für arbeitende Menschen funktioniert und nicht nur für die Milliardäre”. Nächste Station bei den Vorwahlen sind am Dienstag in einer Woche die Primaries in New Hampshire.


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