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Erneute Verschiebung: Doel 3 und Tihange2 bleiben vom Netz
Seit Jahren fordern Nukleargegner eine Stillegung des Atomkraftwerks Doel.

Erneute Verschiebung: Doel 3 und Tihange2 bleiben vom Netz

Foto: REUTERS
Seit Jahren fordern Nukleargegner eine Stillegung des Atomkraftwerks Doel.
International 13.05.2015

Erneute Verschiebung: Doel 3 und Tihange2 bleiben vom Netz

Die belgischen Atommeiler Doel 3 und Tihange 2 werden bis zum 1. November nicht wieder in Betrieb genommen. Die belgische Atomaufsicht hat weitere Untersuchungen angeordnet.

(ml) - Die umstrittenen belgischen Atommeiler Doel 3 in Flandern und Tihange 2 in der Wallonie gehen nicht vor dem 1. November wieder ans Netz. Dies hat Electrabel am Mittwoch bestätigt. Bisher ging man davon aus, die Anlagen bereits im Juli wieder hochfahren zu können.

Die erneute Verschiebung ist dadurch bedingt, dass die belgische Atomaufsicht FANC einen Expertenausschuss angehört hat und zu dem Schluss kam, dass weitere Untersuchungen notwendig seien. Die Arbeit der Experten wird noch mehrere Monate in Anspruch nehmen. 

Die beiden Reaktoren sorgen seit Monaten für Unmut. 2012 waren bei Routineuntersuchungen tausende von Rissen in den Reaktorstahlbehältern festgestellt worden. Die Risse sollen schon während des Baus der Reaktoren vor mehr als 30 Jahren entstanden sein.

Im Frühjahr 2013 sagte Jan Bens, der Chef der belgischen Atomaufsichtsbehörde, dass beide Reaktoren nach einer Überprüfung zu "101 Prozent sicher" seien. Bens war zuvor Leiter des AKW Doel. Im März 2014 wurden Tihange-2 sowie Doel-3 auf Anordnung der Behörden wieder vom Netz genommen. Tests der beiden Reaktoren hätten "unerwartete Resultate" erbracht, hieß es damals.

Electrabel stellt klar, dass die FANC die Verantwortung dafür trage, wann die beiden Atommeiler wieder angefahren werden. Umweltschützer sehen sich durch die erneute Verschiebung bestätigt. Seit Jahren rufen sie die zuständigen Behörden dazu auf, die zwei Reaktoren für immer abzuschalten.

An den Standorten Doel und Tihange sind insgesamt sieben Atomreaktoren angesiedelt. Das Atomkraftwerk Tihange in der Umgebung von Lüttich liegt nur 90 Kilometer, Doel etwa 230 Kilometer von Luxemburg entfernt.


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