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Erneute Eskalation an Universität in Hongkong
International 6 1 2 Min. 18.11.2019 Aus unserem online-Archiv

Erneute Eskalation an Universität in Hongkong

Demonstranten prallen mit der Polizei vor der Polytechnischen Universität Hongkong zusammen. Ein Polizist wurde mit einem Pfeil ins Bein geschossen und ein gepanzertes Fahrzeug in Brand gesteckt, während die Demonstranten weiterhin ihre provisorische Basis an der Polytechnischen Universität verteidigen.

Erneute Eskalation an Universität in Hongkong

Demonstranten prallen mit der Polizei vor der Polytechnischen Universität Hongkong zusammen. Ein Polizist wurde mit einem Pfeil ins Bein geschossen und ein gepanzertes Fahrzeug in Brand gesteckt, während die Demonstranten weiterhin ihre provisorische Basis an der Polytechnischen Universität verteidigen.
Foto: Oliver Haynes/SOPA Images via ZU
International 6 1 2 Min. 18.11.2019 Aus unserem online-Archiv

Erneute Eskalation an Universität in Hongkong

Nach schweren Zusammenstößen an einer Universität stehen Hongkong neue Auseinandersetzungen bevor. Es gibt Festnahmen und Verletzte.

(dpa) - Bei der neuen Welle der Gewalt in Hongkong ist es in der Nacht zu Montag zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Eine unbekannte Zahl von Aktivisten wurde festgenommen. Am Montagmorgen herrschte zunächst angespannte Ruhe.

Doch versammelten sich wieder vermummte und schwarz gekleidete Demonstranten auf den Straßen der chinesischen Sonderverwaltungsregion und bauten Straßensperren. Ein Großaufgebot von Sicherheitskräften wurde mobilisiert. Dutzende junge Leute wurden festgenommen. Die Polizei warnte vor dem Einsatz von Tränengas.

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Bei der Belagerung der Polytechnischen Universität war die Lage in der Nacht eskaliert, als radikale Aktivisten Brandsätze warfen und Feuer legten. Die Polizei unternahm nach Medienberichten am frühen Morgen einen Versuch, auf das Gelände vorzudringen und machte auch Festnahmen. Die Aktivisten hätten aber ein großes Feuer entzündet, um die Polizei abzuwehren, berichtete die "South China Morning Post". Ein weiterer habe Medienberichten zufolge einem Polizisten einen Pfeil ins Bein geschossen.


A handout taken by the Hong Kong police force and release on Novemeber 17, 2019 shows a police officer's leg with the point of an arrow in his leg that was shot by a Hong Kong activist outside the Hong Kong Polytechnic University in Hong Kong on November 17, 2019. - The arrow was embedded in the calf of the police officer, who was working at the scene of fierce clashes at the Hong Kong Polytechnic University (PolyU) on the force's media liaison team. (Photo by STRINGER / HONG KONG POLICE FORCE / AFP) / --EDITORS NOTE -- RESTRICTED TO EDITORIAL USE MANDATORY CREDIT " AFP PHOTO / Hong Kong police force" NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS - NO ARCHIVES
Hongkong: Mit Pfeil und Bogen gegen Polizei
In der chinesischen Sonderverwaltungsregion kommt es erneut zu schweren Zusammenstößen. Polizisten feuern mit Gummigeschossen und Tränengas, Demonstranten mit Pfeilen und Brandsätzen.

Einem Teil der Demonstranten sei es später gelungen, trotz des Einsatzes von Tränengas durch die Polizei das Gelände zu verlassen und zu flüchten, während sich andere in die Universität zurückgezogen hätten. "Die Konfrontation ist vorerst ausgesetzt", sagte der demokratische Abgeordnete Ted Hui, der seit Sonntag mit den Studenten ausharrte, am Morgen der Zeitung. "Die Polizei kann nicht reinkommen, aber die Demonstranten können auch nicht raus."

Die Polizei bestritt, das Gelände "gestürmt" zu haben. Eine Erklärung sprach gleichwohl von einem anhaltenden Einsatz, um Demonstrationen aufzulösen und Festnahmen zu machen. "Aufrührer, die sich auf dem Gelände versammelt haben, legten Feuer und richteten schwere Schäden an", teilte die Polizei mit. "Explosivstoffe, brennbare Materialien und gefährliche Güter stellen dort auch eine Gefahr für alle dar." Die Polizei fordere jeden auf, das Universitätsgelände zu verlassen.

Die Hochschulen der chinesischen Sonderverwaltungsregion hatten sich vergangene Woche zu einem neuen Brennpunkt der seit fünf Monaten anhaltenden Proteste entwickelt. Seit Sonntag wurden nach Angaben der Behörden 38 Menschen verletzt, davon fünf schwer. Am Montag drohten in den Straßen der asiatischen Finanz- und Wirtschaftsmetropole neue Zusammenstöße. Schwarz vermummte Aktivisten bauten neue Barrikaden und warfen Steine auf Autos, wie es in Medienberichten hieß.

Allein im Stadtviertel Tsim Sha Tsui wurden rund 100 Personen festgenommen, berichtete die "South China Morning Post". Die Polizei habe mitgeteilt, sie seien von der Polytechnischen Universität geflüchtet, hätten Straßen blockiert oder sich illegalerweise versammelt. Die Proteste in Hongkong dauern bereits seit 24 Wochenenden in Folge an und richten sich gegen die Regierung, harsches Vorgehen der Polizei sowie den wachsenden Einfluss der kommunistischen Pekinger Führung.

Seit der Rückgabe 1997 an China wird die frühere britische Kronkolonie nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" unter chinesischer Souveränität autonom regiert. Die sieben Millionen Hongkonger genießen - anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik viele Rechte wie Versammlungs- oder Meinungsfreiheit, um die sie jetzt aber fürchten.

Der bekannte Wortführer der Proteste, Joshua Wong, verteidigte Gewalt von Demonstranten. "Mit rein friedlichem Protest werden wir unser Ziel nicht erreichen", sagte Wong der "Süddeutschen Zeitung". "Allein mit Gewalt allerdings auch nicht. Wir brauchen beides."


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