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Ermittler wollen Nowitschok-Täter identifiziert haben
 Ermittler in Schutzkleidung und Gasmasken bereiten den Abtransport eines Krankenwagens an einer Station des Sanitätsdienstleisters South Western Ambulance Service in der Nähe von Salisbury vor.

Ermittler wollen Nowitschok-Täter identifiziert haben

Andrew Matthews/PA Wire/dpa
Ermittler in Schutzkleidung und Gasmasken bereiten den Abtransport eines Krankenwagens an einer Station des Sanitätsdienstleisters South Western Ambulance Service in der Nähe von Salisbury vor.
International 19.07.2018

Ermittler wollen Nowitschok-Täter identifiziert haben

War es Russland? Nach dem Angriff auf die Skripals mit dem Nervengift Nowitschok haben EU und USA dutzende russische Diplomaten ausgewiesen. Der Kreml zog nach. Nun wollen Ermittler Beweise gefunden haben.

(dpa) - Die britische Polizei geht nach Information der Nachrichtenagentur PA davon aus, mutmaßliche Täter des Nowitschok-Angriffs auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia im März in Salisbury identifiziert zu haben. Es handle sich dabei um mehrere Russen, berichtete PA am Donnerstag unter Berufung auf eine Quelle aus dem Umfeld der Ermittlungen.


Die Polizei hatte wochenlang nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen suchen müssen.
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Die britische Polizei hat den Behälter gefunden, durch den zwei Briten mit dem Nervengift Nowitschok in Kontakt kamen. Das teilte die Polizei am Freitag mit.

„Die Ermittler glauben, dass sie die Tatverdächtigen des Nowitschok-Angriffs mithilfe von Überwachungskameras identifiziert haben“, zitiert PA die nicht namentlich genannte Quelle. Die Aufzeichnungen seien mit Einreisedaten nach Großbritannien abgeglichen worden. „Sie (die Ermittler) sind sicher, dass sie (die Verdächtigen) Russen sind“, zitiert PA weiter.


Der genaue Hergang der Nowitschok-Vergiftung ist unklar - das vergiftete Ehepaar müsse aber einen Behälter mit dem Kampfstoff angefasst haben, so Scotland Yard.
Salisbury: Vergiftetes Paar fasste Nowitschok-Behälter an
Nach dem Tod einer Britin durch den Kampfstoff Nowitschok hat Scotland Yard neue Erkenntnisse über den Hergang. Der Ehemann der Toten schwebt noch in Lebensgefahr. In London tagt der Krisenstab.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass auch eine inzwischen gestorbene 44-jährige Frau und ein 45-jähriger Mann durch eine kleine Flasche mit dem Nervengift in Kontakt gekommen waren. Nun soll festgestellt werden, ob das Gift aus derselben Quelle stammt wie die Substanz, mit der Skripal (67) und seine Tochter (33) vergiftet worden waren. Die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass die beiden Fälle in einem Zusammenhang miteinander stehen.


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London bezichtigte Moskau, Drahtzieher des versuchten Mordanschlags auf die Skripals gewesen zu sein. Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion entwickelt, später wurde damit auch in anderen Ländern experimentiert. Der Kreml bestreitet jegliche Vorwürfe. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. Mehr als zwei Dutzend Länder wiesen russische Diplomaten aus. Russland reagierte ebenfalls mit Ausweisungen.