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Ermittler suchen Motiv des Angreifers
International 5 1 3 Min. 04.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Ermittler suchen Motiv des Angreifers

Die Umgebung der Polizeipräfektur von Paris wurde nach der Attacke abgeriegelt.

Ermittler suchen Motiv des Angreifers

Die Umgebung der Polizeipräfektur von Paris wurde nach der Attacke abgeriegelt.
Foto: AFP
International 5 1 3 Min. 04.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Ermittler suchen Motiv des Angreifers

Vier Polizisten wurden von einem Angreifer mit einem Messer getötet. Der Täter wurde erschossen. Nun beginnt die Suche nach dem Motiv.

(dpa) - Nach der Messerattacke in der Pariser Polizeipräfektur mit zusammen fünf Toten suchen Ermittler das Motiv des Angreifers. Der 45 Jahre alte Mitarbeiter des Polizeihauptquartiers im Herzen der Hauptstadt hatte am Donnerstag vier Menschen mit einem Messer getötet und war dann erschossen worden. 

Der mutmaßliche Täter arbeitete seit 2003 als Angestellter im Polizeihauptquartier, sagte der französische Innenminister Christophe Castaner am Donnerstag in der Nähe des Tatorts im Herzen von Paris. Der Tatverdächtige sei vorher nie negativ aufgefallen. 

"Das ist das schlimmste Szenario, das passieren konnte."

Gewerkschafter Philippe Capon

Laut Medien war der 45-Jährige in der als sensibel geltenden Abteilung „Direction de renseignement“ der Polizeibehörde eingesetzt - in dieser Abteilung geht es unter anderem um den Kampf gegen Terrorbedrohungen.    

Der in dieser Form beispiellose Fall löste in Frankreich Entsetzen und Trauer aus. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo sprach von einer „fürchterlichen Attacke“.  

Die Pariser Staatsanwaltschaft habe eine Untersuchung wegen vorsätzlicher Tötung eingeleitet, sagte Chefermittler Rémy Heitz. Er stehe im ständigen Kontakt mit der Anti-Terror-Staatsanwaltschaft.  

Laut Medien ist der wahrscheinliche Hintergrund der Tat ein interner Konflikt innerhalb der Polizeibehörde. Ein terroristischer Hintergrund könne aber nicht ausgeschlossen werden. Frankreich wird seit Jahren von islamistischen Anschlägen erschüttert, die Angst vor Attentaten ist deshalb hoch.  

Der Wohnsitz des mutmaßlichen Täters wurde durchsucht, sagte Chefermittler Rémy Heitz. Wie Justizkreise ergänzten, wurde die Frau des Täters in Polizeigewahrsam genommen.  

Frankreich wird seit Jahren von islamistischen Anschlägen erschüttert, die Angst vor Attentaten ist hoch. Staatschef Emmanuel Macron besuchte den Tatort. Er habe den Mitarbeitern der Polizei seine Unterstützung und Solidarität bekundet, hieß es aus Élyséekreisen. Der 41-Jährige wurde von Castaner und dem französischen Innenstaatssekretär Laurent Nuñez begleitet. 

Die Tat ereignete sich laut Castaner zwischen 12.30 und 13.00 Uhr in der Polizeipräfektur. Er sprach von einem „mörderischen Lauf“. Der mutmaßliche Täter habe ein Keramikmesser benutzt, berichtete BFMTV. Er sei nach dem Angriff im Hof des riesigen Gebäudes erschossen worden.   


A police officers install a security perimeter near Paris prefecture de police (police headquarters) on October 3, 2019 after four officers were killed in a knife attack. - A man wielding a knife stabbed and killed four officers at the police headquarters in the heart of central Paris on Thursday, before being shot dead. (Photo by GEOFFROY VAN DER HASSELT / AFP)
Messerangriff auf Polizisten: Täter bei Präfektur angestellt
Ein Angestellter der Polizeipräfektur Paris hat am Donnerstag vier Polizisten erstochen. Die Hintergründe waren zunächst unklar.

Der Augenzeuge Émery Siamandi erzählte BFMTV, er habe Schüsse gehört. „Ich habe gedacht, dass sich ein Polizist umgebracht hat.“ Dann habe er bemerkt, dass auf den Angreifer geschossen wurde - der Polizist, der sich mit der Dienstwaffe gewehrt habe, habe geweint. 

Der Bereich um die Präfektur in der Nähe der Kathedrale Notre-Dame wurde weiträumig abgesperrt. Autos und Fußgänger durften einige große Seine-Brücken in die Richtung der Seine-Insel Île de la Cité nicht mehr passieren. 

Soldaten sichern den Bereich nahe der Präfektur.
Soldaten sichern den Bereich nahe der Präfektur.
Foto: AFP/Bertrand Guay

Die Absperrungen wurden dann am späten Nachmittag wieder aufgehoben, viele Menschen liefen dann über die Brücken, wie eine dpa-Reporterin berichtete. Touristen wunderten sich über die Absperrungen in der Innenstadt. 

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Die Bluttat löste bei den Sicherheitskräften Trauer und Bestürzung aus: „Das ist das schlimmste Szenario, das passieren konnte“, sagte der Generalsekretär der Gewerkschaft UNSA, Philippe Capon. „Das ist ein Schock, ein Drama“, resümierte der Generalsekretär der Gewerkschaft VIGI Police, Alexandre Langlois, laut BFMTV. Erst am Mittwoch hatten Tausende Polizisten in Paris für bessere Arbeitsbedingungen protestiert. 

Mehrere Gewerkschaften hatten zu dem „Marsch der Wut“ im Osten der Hauptstadt aufgerufen. Nach Angaben der Organisatoren, der Polizeigewerkschaft Unité SGP Police, waren in Paris rund 27.000 Polizisten auf die Straßen gegangen. Wie der Radionachrichtensender Franceinfo berichtete, gab es in der Polizei seit Jahresbeginn rund 50 Suizide.  


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