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Wie die "Wort"-Leser die Terroranschläge von 9/11 erlebten
International 3 Min. 11.09.2021
Erinnerung an den 11. September 2001

Wie die "Wort"-Leser die Terroranschläge von 9/11 erlebten

Was sie damals gemacht haben, als sie von den Anschlägen auf das World Trade Center erfuhren, wissen zahlreiche Leserinnen und Leser noch ganz genau.
Erinnerung an den 11. September 2001

Wie die "Wort"-Leser die Terroranschläge von 9/11 erlebten

Was sie damals gemacht haben, als sie von den Anschlägen auf das World Trade Center erfuhren, wissen zahlreiche Leserinnen und Leser noch ganz genau.
Archivfoto: AFP
International 3 Min. 11.09.2021
Erinnerung an den 11. September 2001

Wie die "Wort"-Leser die Terroranschläge von 9/11 erlebten

Michael MERTEN
Michael MERTEN
Was sie gemacht haben, als sie von 9/11 erfahren haben - daran können sich zahlreiche Leser des "Luxemburger Wort" noch genau erinnern.

Zwei Jahrzehnte sind eine lange Zeit. Doch der Terroranschlag auf das World Trade Center und das Pentagon in den USA war so prägend, dass viele Leserinnen und Leser des „Luxemburger Wort“ auch 20 Jahre später noch genau wissen, wo sie damals mit wem waren oder was sie gemacht haben, als sie von den schrecklichen Ereignissen erfuhren.

„Wat hues Du den 11. September gemaach?“ hat die Online-Redaktion eingangs der Woche gefragt - und zahlreiche Kommentare und Nachrichten erhalten. Ich war schockiert - das Wort taucht in vielen Kommentaren auf. „Sutz am Cactus an der Keess, do sin ech vun engem Client gewuer gin, war schockéiert“, schreibt beispielsweise eine Leserin. „Meng Mamm waar bei mir doheem, hunn zesummen en Kaffi gedronk“, erinnert sich eine andere Leserin zurück. „Ob emol as main Bouf komm an soot kukt mol d'Noriichten, et as eppes Schreckleches geschitt“.


FIFTH IN A PACKAGE OF NINE PHOTOS.-- An explosion rips through the  South Tower of the World Trade Towers after the hijacked United Airlines Flight 175, which departed from Boston en route for Los Angeles, crashed into it Sept, 11, 2001. The North Tower is shown burning after American Airlines Flight 11 crashed into the tower at 8:45 a.m. (AP Photo/Aurora, Robert Clark)
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Von den Anschlägen des 11. September 2001 bis zum Truppenabzug der NATO aus Afghanistan. Eine Chronologie der Ereignisse.

Ein weiterer Leser erzählt, wie er damals in einem Foyer de Jour gearbeitet habe und den ganzen Tag mit den Kindern im Wald unterwegs gewesen sei. Nachmittags seien die Eltern die Kinder abholen gekommen - und er sah die Reaktionen: „Et war eng onmoosseg erdréckend Stemmung, vill Léit haten Angscht.“

Gestrandet in Orlando

Nicht alle Leserinnen und Leser waren damals in Luxemburg; einige verfolgten die Ereignisse aus den Ferien. Mit mehr oder weniger starken Konsequenzen, denn in Folge der Ereignisse wurden zahlreiche Flüge gestrichen, der Flugverkehr zeitweise komplett eingestellt. „Ech war zu Orlando an hun live um Fernseh gesin wéi déi verschidden Attaquen statt font hun“, berichtet Alphonse Oswald aus Luxemburg-Stadt. „Duerno war ech 8 Deg zu Orlando blockéiert an hun no alternative Flich gesicht.“

Et war eng onmoosseg erdréckend Stemmung, vill Léit haten Angscht.  

Die Nerven der Familie wurden in diesen Tagen stark strapaziert; an Homeoffice wie heutzutage war noch nicht zu denken. Die Familie wollte nur noch zurück nach Hause, aber alle Flughäfen waren geschlossen. Dass er selbständig war, machte die Situation für Oswald einfacher, doch die Kinder verpassten einige Tage in der Schule.


(FILES) In this file photo taken on September 11, 2001, a hijacked commercial aircraft approaches the twin towers of the World Trade Center shortly before crashing into the landmark skyscraper in New York. - The remains of two more victims of 9/11 have been identified, thanks to advanced DNA technology, New York officials announced on September 8, 2021, just days before the 20th anniversary of the attacks. The office of the city's chief medical examiner said it had formally identified the 1,646th and 1,647th victim of the al-Qaeda attacks on New York's Twin Towers which killed 2,753 people. They are the first identifications of victims from the collapse of the World Trade Center since October 2019. (Photo by SETH MCALLISTER / AFP)
Ein Reporter kehrt an den "Ground Zero" zurück
20 Jahre nach den Anschlägen des 11. September 2001 hat LW-Korrespondent Thomas Spang Angehörige und Betroffene von damals wieder getroffen.

„Am Platz mat Lufthansa, sin ech mat Delta Airlines, United Airlines an Sabena zreck op Letzebuerg komm. Meng Valisen hun 2 Wochen gebraucht fir unzekommen a meng Golfsachen sin nie ukomm. En plus ass Sabena nach faillite gangen an du krut ech nemmen 2/3 Indemnitéit“, berichtet Oswald. Über die Stimmung in den USA hätten sie außer im Fernsehen nicht viel mitbekommen, denn über Florida tobte seinerzeit ein Hurrikan, weshalb sie meist im Hotelzimmer bleiben mussten.

Gerade aus New York zurückgekommen

Wie viel Glück sie hatten, dass sie selbst nicht unter den Opfern der Anschläge sind, wurde am 11. September auch manchen Luxemburgern bewusst. „Ech sin deen Daag vun New York heem komm“, schreibt Nadine Jungers, damals in Beggen, heute in Erpeldingen/Sauer wohnhaft. Als sie am Morgen des 11. September in Frankfurt landete, fuhr sie zurück nach Luxemburg. „Ech sin dun direkt meng Filmer entwéckelen gang an wou ech mettes am Fotosgeschäft stung, huet mäin Bruder voller Panik ugeruf an gefroot ob ech an Sécherheet wär“, erinnert sich Jungers zurück.


Itv Jean-Claude Juncker sur les événements du 11 septembre 2001 20 ans après. Luxembourg le 08.09.2021 Photo Christophe Olinger
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“Natierlech sin ech direkt heem gefuer an hun mir voller Panik an Angscht alles ugekuckt wéi an Trance. Den 7.9.2001 oder 8.9.2001 wor ech op engem vun den Twin Towers ganz uewen an enger Bar fir eppes drénken ze goen mat Kollegen déi deemols bei New York gewunnt hun", erinnert sie sich. Abgeschlossen hat sie mit den Anschlägen noch nicht: “Ech fannen daat Ganzt bis haut ganz schlëmm an et geet mir nach emmer no…“

Große Angst um die Gastmutter

Auch wenn sie selbst zum Zeitpunkt der Anschläge in Luxemburg war, machte sich Manon Wantz aus Soleuvre große Sorgen - und zwar um ihre frühere Gastmutter, die geschäftlich oft in Washington unterwegs war. Doch Gott sei Dank war sie nicht unter den Opfern der Anschläge, wie sie später erfuhr. Trotzdem wurde sie von den Ereignissen schwer mitgenommen, erzählt Wantz: „Hun nemmen gekrasch, well 4 Joer virdrun war ech als Au Pair zu New Jersey an hun all frai Minutt zu NY verbruet! An war mat all mengen Frenn/ Famill, dei mech besichen komm sin, op den Twin Towers.“

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