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Erdogan warnt vor Sturz libyscher Regierung
International 18.01.2020

Erdogan warnt vor Sturz libyscher Regierung

Erdogan warnt vor Sturz libyscher Regierung

Foto: DPA
International 18.01.2020

Erdogan warnt vor Sturz libyscher Regierung

Vor der Berliner Libyen-Konferenz am Sonntag warnt der türkische Präsident Erdogan die europäischen Länder.

Vor der Berliner Libyen-Konferenz am Sonntag hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan europäische Länder vor einem Sturz der international anerkannten Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch gewarnt. „Europa wird vor eine Reihe neuer Probleme und Bedrohungen gestellt, falls Libyens legitime Regierung stürzt“, schrieb Erdogan in einem Beitrag des Magazins „Politico“.

„Terrororganisationen wie der Islamische Staat (IS) und Al-Kaida, die eine militärische Niederlage in Syrien und im Irak erlitten haben, werden fruchtbaren Boden finden und wieder auf die Beine kommen“, schrieb Erdogan. „Sollte der Konflikt weiter wüten, werden Gewalt und Instabilität auch die ungeregelte Migration Richtung Europa anheizen.“

Im Libyen-Konflikt unterstützt die Türkei die Regierung von Al-Sarrradsch. Sie will verhindern, dass Libyen unter die Kontrolle des von Russland und anderen Ländern unterstützten Generals Chalifa Haftar fällt. Haftar hat mit seinen Verbündeten in Libyen und Unterstützern aus dem Ausland weite Teile des Bürgerkriegslandes erobert. Allerdings konnte er die Hauptstadt Tripolis bislang nicht einnehmen.

„Libyen der Gnade eines Kriegsherren zu überlassen, wäre ein Fehler historischen Ausmaßes“ schrieb Erdogan weiter. Er bot sein Land als verlässlichen Partner an, mit dem Europa das Ziel erreichen könnte, die Gewalt in dem Land zu beenden. „Wenn man bedenkt, dass Europa weniger daran interessiert ist, Libyen militärisch zu unterstützen, liegt es auf der Hand, mit der Türkei zusammenzuarbeiten, die bereits militärische Hilfe zugesagt hat.“

Erdogans Zusammenarbeit mit der Al-Sarradsch-Regierung in Tripolis bereitet unter anderem Griechenland Sorgen. Mit einer im November geschlossenen Vereinbarung teilen beide Seegebiete im Mittelmeer unter sich auf. Manche dieser Gebiete, in denen Rohstoffe vermutet werden, gehören zu Griechenland.


Russian President Vladimir Putin (L) and Turkish President Recep Tayyip Erdogan (R) attend the inauguration ceremony of a new gas pipeline "TurkStream" on January 8, 2020, in Istanbul. - Turkish President Recep Tayyip Erdogan is hosting Russian counterpart Vladimir Putin to inaugurate a new gas pipeline, with tensions in Libya and Syria also on the agenda.The TurkStream project, which was temporarily halted during a frosty patch in Russia-Turkey relations, includes two parallel pipelines of more than 900 kilometres (550 miles). (Photo by Ozan KOSE / AFP)
Le retour des Ottomans
La marche turque en Libye, dénoncée comme «ingérence» par l'Europe, est une nouvelle manifestation de la nostalgie impériale d'Erdogan – une analyse.

An der Konferenz am Sonntag werden neben Erdogan unter anderem auch der russische Staatschef Wladimir Putin, US-Außenminister Mike Pompeo und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Berlin erwartet.

In Libyen tobt nach dem Sturz und der Tötung des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 seit Jahren ein Bürgerkrieg, in den sich immer mehr ausländische Akteure und Kämpfer eingeschaltet haben.


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