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Erdogan droht mit Fortsetzung der Offensive in Nordsyrien
International 22.10.2019

Erdogan droht mit Fortsetzung der Offensive in Nordsyrien

Die Militäroffensive der Türkei stößt international auf scharfe Kritik.

Erdogan droht mit Fortsetzung der Offensive in Nordsyrien

Die Militäroffensive der Türkei stößt international auf scharfe Kritik.
Foto: AFP
International 22.10.2019

Erdogan droht mit Fortsetzung der Offensive in Nordsyrien

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat mit einer Fortsetzung der Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien gedroht, sollte das Abkommen zur Waffenruhe nicht umgesetzt werden.

(dpa) - „Wenn die Versprechen, die Amerika unserem Land gegenüber gemacht hat, nicht eingehalten werden, dann werden wir unsere Offensive da wo sie aufgehört hat und diesmal mit einer noch größeren Entschlossenheit fortsetzen“, sagte Erdogan am Dienstag in Ankara vor seinem Abflug nach Russland. In Sotschi wollte Erdogan sich mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin treffen, um über die Entwicklungen in Syrien zu beraten.

Die Türkei hatte am 9. Oktober im Norden Syriens eine Offensive gegen die YPG begonnen, die sie als Terrororganisation betrachtet. Nach vorbereitendem Bombardement drangen auch syrische Bodentruppen und verbündete Milizen in das Nachbarland ein. Am Donnerstag hatte US-Vizepräsident Mike Pence nach Gesprächen in Ankara eine Waffenruhe von fünf Tagen zwischen den Konfliktparteien verkündet, die an diesem Dienstag um 21 Uhr MESZ abläuft.

Feuerpause


(FILES) In this file photo taken on April 13, 2018 Former Secretary of State Hillary Rodham Clinton speaks onstage at the Women of the World Summit in New York City. - Hillary Clinton on October 20, 2019 posted a joke letter on Twitter supposedly sent by John F. Kennedy during the 1962 Cuban missile crisis, written in the excitable style of US President Donald Trump's recent letter to Turkey. The parody letter, which has been doing the rounds for some days on social media, is written on mocked-up White House letter paper and addressed to Russia's then leader Nikita Khrushchev. (Photo by ANGELA WEISS / AFP)
Hillary Clinton macht sich über Trump-Brief lustig
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Die Feuerpause soll den Kurdenmilizen Gelegenheit geben, sich aus dem Gebiet auf der syrischen Seite der Grenze zurückzuziehen, in dem die Türkei eine von ihr sogenannte Sicherheitszone errichten möchte. Erdogan sagte, der Rückzug der YPG dauere noch an.

Unklar ist nach wie vor, ob alle Parteien über das gleiche Abzugsgebiet sprechen. Für die Kurdenmilizen gilt der Rückzug nur für die Region zwischen den Städten Ras al-Ain und Tall Abjad. Erdogan betonte erneut, dass er ein Gebiet von 32 Kilometern Tiefe und 444 Kilometern Länge „vollständig“ von „Terrororganisationen säubern“ wolle.


TOPSHOT - Mourners attend the funeral of civilians and fighters, who died during attacks by Turkish-led forces on the border town of Ras al-Ain, in a cemetary in Tal Tamr, near the Syrian Kurdish town of Ras al-Ain, October 19, 2019. - Turkish and Kurdish leaders accused each other of violating a US-brokered truce in northeastern Syria even as it appeared to be taking hold on its second day Saturday. (Photo by Delil SOULEIMAN / AFP)
Schuldpoker wegen Verstößen gegen Waffenruhe in Syrien
In den syrischen Grenzstädten gab es Tote und Verletzte nur wenige Stunden nach der vorläufigen Waffenruhe. Dafür geben sich nun das türkische Militär und die kurdischen Milizen gegenseitig die Schuld.

Die Militäroffensive der Türkei stößt international auf scharfe Kritik. Ankara wurde dabei weder von der syrischen Regierung um Hilfe gebeten noch erteilte der UN-Sicherheitsrat ein entsprechendes Mandat. Die Türkei begründet deshalb den Einmarsch mit dem Recht auf Selbstverteidigung. Der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages kommt aber zu dem Schluss, dass der Einmarsch im Widerspruch zum Völkerrecht stehe.    


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