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Erdgasstreit im Mittelmeer: EU berät über Strafen gegen Türkei
International 10.07.2019

Erdgasstreit im Mittelmeer: EU berät über Strafen gegen Türkei

Das Bohrschiff "Yavuz", das die Probebohrungen vor Zypern durchführen soll.

Erdgasstreit im Mittelmeer: EU berät über Strafen gegen Türkei

Das Bohrschiff "Yavuz", das die Probebohrungen vor Zypern durchführen soll.
Foto: AFP
International 10.07.2019

Erdgasstreit im Mittelmeer: EU berät über Strafen gegen Türkei

Die Türkei will vor der Ostküste Zyperns nach Erdgas bohren. Die EU und die USA halten das Unterfangen für illegal.

(dpa) – Vor der Ausweitung der türkischen Erdgassuche vor Zypern weist das Außenministerium in Ankara Vorwürfe aus der EU zurück, wonach die Bohrungen illegal seien. In einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme hieß es außerdem, dass die EU kein neutraler Vermittler in dem Streit sein könne, weil Zypern zur EU gehöre. Die Türkei steht auf dem Standpunkt, dass die Gewässer, in denen sie aktiv ist, zu ihrem sogenannten Festlandsockel gehören.

Am Montag war ein weiteres türkisches Bohrschiff, die „Yavuz“, vor der Ostküste der Insel angekommen. Das Schiff soll in dieser Woche Probebohrungen im Golf der Hafenstadt Famagusta beginnen. Westlich der Insel macht das türkische Bohrschiff „Fatih“ schon seit Wochen Sondierungen. Das Forschungsschiff „Barbaros Hayreddin“ ist für seismische Untersuchungen weiter südlich unterwegs. Die EU hatte die Türkei schon mehrfach aufgefordert sich zurückzuhalten.

Vertreter der EU-Staaten wollten nun am Mittwoch erstmals über von Zypern geforderte Strafmaßnahmen gegen die Türkei beraten. Der Auswärtige Dienst legte einen Katalog mit Optionen vor. Sie reichen vom Einfrieren von politischen Gesprächsformaten über die Kürzung von EU-Geldern bis hin zu Sanktionen gegen Personen, Unternehmen oder ganze Wirtschaftszweige. Diplomaten sagten, Entscheidungen dürfte es frühestens bei einem Außenministertreffen am Montag geben.

Kritik kam in der Nacht zum Mittwoch auch aus den USA. In einer Stellungnahme aus Washington hieß es, man bitte die Türkei dringend, ihre Aktivitäten zu stoppen. „Diese provokativen Schritte erhöhen die Spannungen in der Region.“

Die Republik Zypern ist EU-Mitglied, der Norden von Zypern ist aber von türkischen Truppen besetzt. In den vergangenen Jahren hatten Erdgaskonzerne im Auftrag der Republik Zypern westlich der Insel reiche Erdgasvorkommen entdeckt. Die Suche geht südlich vor Zypern weiter. Ankara lehnt Aktivitäten ab, die ohne die Zustimmung der türkischen Zyprer vorgenommen werden - vor allem, solange der Konflikt um die geteilte Insel nicht gelöst ist.


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