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Enthüllungsbuch: Nichte warnt vor zweiter Amtszeit von Donald Trump
International 1 4 Min. 09.07.2020 Aus unserem online-Archiv

Enthüllungsbuch: Nichte warnt vor zweiter Amtszeit von Donald Trump

In ihrem Enthüllungsbuch, das kommende Woche in den USA erscheint, gibt die Nichte des Präsidenten tiefe Einblicke in die "dysfunktionale Familie".

Enthüllungsbuch: Nichte warnt vor zweiter Amtszeit von Donald Trump

In ihrem Enthüllungsbuch, das kommende Woche in den USA erscheint, gibt die Nichte des Präsidenten tiefe Einblicke in die "dysfunktionale Familie".
Foto: AFP
International 1 4 Min. 09.07.2020 Aus unserem online-Archiv

Enthüllungsbuch: Nichte warnt vor zweiter Amtszeit von Donald Trump

Das neueste Enthüllungsbuch über den US-Präsidenten stammt aus dessen eigener Familie: Kurz vor der US-Wahl zeichnet Nichte Mary Trump darin ein verheerendes Bild von ihrem Onkel.

(dpa) - Offiziell erscheint das Buch von Donald Trumps Nichte Mary Trump erst kommende Woche - doch schon vorab wurden mehreren großen US-Medienkanälen Auszüge zugespielt.

In ihrem Buch warnt Donald Trumps Nichte Mary unter anderem eindringlich vor einer zweiten Amtszeit ihres Onkels. "Ich kann nicht zulassen, dass er mein Land zerstört", zitierte der TV-Sender CNN Mary Trump am Dienstag unter Berufung auf ein Exemplar des unveröffentlichten Buchs der Präsidentennichte. 

Mary Trump ist die Tochter von Donald Trumps ältestem Bruder Fred, der 1981 infolge einer Alkoholerkrankung starb. "Donald hat, dem Beispiel meines Großvaters folgend und mit der Komplizenschaft, dem Schweigen und der Untätigkeit seiner Geschwister, meinen Vater zerstört", schreibt Mary Trump. Nach den vergangenen drei Jahren mit Trump als Präsident habe sie "nicht länger schweigen" und zulassen können, dass dasselbe mit ihrem Land passiere.

Mary Trump ist promovierte Psychologin. Der Titel ihres 240 Seiten umfassenden Buchs lautet auf Deutsch übersetzt: "Zu viel und nie genug - Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt geschaffen hat". Es soll kommende Woche in den USA auf den Markt kommen. Trumps Bruder Robert hatte versucht, die Veröffentlichung zu verhindern.


(FILES) This file photo taken on November 7, 2016 shows Donald Trump, Jr., (L) as he places a hand on the shoulder of his father, former Republican presidential nominee Donald Trump, during in a rally on the final night of the 2016 US presidential election at the SNHU Arena in Manchester, New Hampshire.
Donald Trump's eldest son on July 10, 2017 admitted meeting a Russian lawyer to get dirt on his father's 2016 rival Hillary Clinton, thrusting the White House deep into another Russia-related scandal. Trump junior confirmed reports that he was on the trail of damaging information on the Democrat vying to become America's first woman president, when he met Natalia Veselnitskaya in June 2016. / AFP PHOTO / MANDEL NGAN
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In der Beschreibung des Verlags heißt es, Mary Trump zeichne ein "Porträt von Donald J. Trump und der toxischen Familie", die ihn zu dem gemacht habe, was er heute sei: Ein Mann, "der jetzt die Gesundheit, die wirtschaftliche Sicherheit und das soziale Gefüge der Welt bedroht".

Aus dem Buch zitierten neben CNN am Dienstag auch die "Washington Post" und die "New York Times". Mary Trump stelle ihren Großvater darin als Patriarchen und "Soziopathen" dar, der ihren als sensibel und sanft beschriebenen Vater stets missbilligt habe, berichtete die „Washington Post“. Donald Trump habe angesichts des Verhaltens seines Vaters früh gelernt, dass es "falsch" gewesen sei, wie sein älterer Bruder zu sein. Das habe Trump die Fähigkeit genommen, "das gesamte Spektrum menschlicher Emotion zu entwickeln und zu erfahren", schreibt Mary Trump demnach.

Die Vizesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Matthews, teilte mit, der Präsident beschreibe das Verhältnis, das er zu seinem Vater hatte, als warm. "Er sagte, sein Vater sei liebevoll und überhaupt nicht hart zu ihm als Kind gewesen."

Mary Trump attestiert ihrem Onkel zudem, ein Narzisst zu sein: Trump erfülle dafür alle Kriterien, schreibt Mary Trump laut "New York Times". Die Zuschreibung greife dennoch zu kurz. Seine Verhaltensweisen seien oft so unerklärlich, dass eine genaue Diagnose nur mithilfe von Tests erstellt werden könnte, denen sich Trump nie unterziehen würde.


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Nach CNN-Angaben vergleicht Mary Trump ihren Onkel in dem Buch mit einem Dreijährigen, der wisse, dass er nie geliebt worden sei. Donald Trumps Ego sei fragil und müsse stets gestützt werden, "weil er tief im Inneren weiß, dass er nichts von dem ist, was er vorgibt zu sein".

Mary Trump schreibt der "Washington Post" zufolge, dass sie die Präsidentschaftskandidatur Donald Trumps 2015 nicht ernst genommen habe. "Ich dachte nicht, dass er es ernst nahm." Als Erbe des Familienkonzerns sei es ihm nur um "kostenlose Werbung für seine Marke" gegangen. Donald Trumps ältere Schwester Maryanne habe verwundert darauf reagiert, als prominente evangelikale Christen die Kandidatur unterstützten. Maryanne Trump habe demnach gesagt: "Das einzige Mal, dass Donald in die Kirche ging, war, als die Kameras dort waren. Das ist unglaublich. Er hat keine Prinzipien."

Nichte: Trump täuschte bei Uni-Zulassung

Das Buch beschränkt sich nicht nur auf die Beschreibung der Familiendynamik und der Wesenszüge Trumps. Mary Trump erhebt auch schwere Vorwürfe gegen ihren Onkel: Dieser soll sich seinen Zugang zum Studium erschlichen haben, indem er als Schüler jemanden dafür bezahlt hätte, einen Eignungstest für ihn abzulegen, wie die "New York Times" unter Berufung auf das Manuskript berichtet.


 Das selbsterklärte "stabile Genie" Donald Trump soll es in seiner Jugend dank Beziehungen an die "Wharton School of Finance" geschafft haben.
Donald Trumps zweifelhaftes Genie
Mit einem Freund seines Bruders an der richtigen Stelle schaffte Trump den Wechsel an die "Wharton School of Finance".

Die hohe Punktzahl habe Trump geholfen, an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Pennsylvania, der Wharton School of Finance, aufgenommen zu werden. Aus dem Bericht wird nicht ersichtlich, ob Mary Trump Belege für diesen Vorwurf anführt und wenn ja, welche.

Das Weiße Haus wies entsprechende Vorwürfe aus dem Enthüllungsbuch der Präsidentennichte Mary Trump am Dienstag (Ortszeit) als "absurd" und "vollkommen falsch" zurück.

Die "Huntsman Hall" in Philadelphia das das Hauptgebäude der Wharton School of Finance.
Die "Huntsman Hall" in Philadelphia das das Hauptgebäude der Wharton School of Finance.
Foto: WestCoastivieS / Gemeinfrei

Donald Trump hatte insgesamt drei Geschwister - neben Fred Bruder Robert und Schwester Maryanne. Robert Trump hatte die Klage gegen das Buch von Mary Trump mit der Begründung eingereicht, dass das Buch gegen eine Vertraulichkeitsvereinbarung verstoße, die im Zusammenhang mit der Nachlassregelung seines Vaters geschlossen worden sei. Trump selbst hat die geplante Veröffentlichung mit Verweis auf die Vertraulichkeitsvereinbarung als rechtswidrig bezeichnet. CNN zufolge basieren Mary Trumps Schilderungen auf ihren Erinnerungen, Gesprächen mit Mitgliedern der Familie sowie auf Dokumenten wie Steuerunterlagen.

"Ich denke, familiäre Angelegenheiten sollten familiäre Angelegenheiten sein", sagte Trumps Beraterin, Kellyanne Conway, mit Blick auf das Buch bei Fox News. Es gebe zu viele Bücher, "die nie auf ihre Richtigkeit hin überprüft werden", sagte sie. Die Vizesprecherin des Weißen Hauses, Matthews, teilte mit, das Buch sei aus finanziellem Interesse der Autorin und des Verlages entstanden - und nicht aus öffentlichem Interesse. Matthews warf die Frage auf, warum Mary Trump das Buch erst nach drei Amtsjahren des Präsidenten veröffentliche.

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