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Ende der Zeitumstellung soll 2021 kommen

Ende der Zeitumstellung soll 2021 kommen

Foto: Daniel Naupold/dpa
International 26.03.2019

Ende der Zeitumstellung soll 2021 kommen

Im Frühling plötzlich dunklere Vormittage, im Herbst mit einem Mal kürzere Abende: Die Umstellung zwischen Winter- und Sommerzeit hat in Europa viele Gegner. Das EU-Parlament hat das Ende der Zeitumstellung jetzt einen entscheidenden Schritt näher rücken lassen.

(dpa/jt) - Das Europaparlament in Straßburg hat sich am Dienstag für eine Abschaffung der Zeitumstellung ab dem Jahr 2021 ausgesprochen. Unterhändler der Abgeordneten und der Mitgliedstaaten müssen sich allerdings noch auf einen Kompromiss einigen. Damit wird nicht vor Herbst 2019 gerechnet – denn bevor es zu Verhandlungen kommt, muss sich nach den Wahlen erst das neue EU-Parlament konstituieren.  


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Die Abstimmung im EU-Parlament war eine wichtige Hürde für das Ende der Zeitumstellung – im Gesetzgebungsprozess handelt es sich aber nur um einen Zwischenschritt. Bevor die abschließende Entscheidung kommen kann, müssen sich erst die EU-Verkehrsminister auf eine gemeinsame Linie einigen. Anschließend müssen sie mit Unterhändlern des EU-Parlaments einen Kompromiss finden. 

Letztlich soll nach dem Willen des Europaparlaments jeder Mitgliedstaat selbst entscheiden können, ob er in zwei Jahren eine dauerhafte Winter- oder Sommerzeit einführen will. Für diejenigen Staaten, die sich für die Winterzeit entscheiden, stünde die letzte Zeitumstellung demnach im Oktober 2021 an.

Um einen Flickenteppich verschiedener Regelungen zu vermeiden, schlagen die Abgeordneten ein Koordinierungsgremium vor, in dem Vertreter von EU-Kommission und Mitgliedstaaten sitzen sollen.

Die EU-Kommission hatte im vergangenen Sommer einen Vorschlag für das Ende der Zeitumstellung vorgelegt. Sie reagierte damit auch auf den Druck vieler Bürger. Bei einer EU-weiten Umfrage mit enormer Beteiligung hatten sich 84 Prozent der 4,6 Millionen Teilnehmer für ein Ende des Hin und Hers ausgesprochen. In Luxemburg sprachen sich im Vorjahr laut einer TNS-Ilres-Umfrage 65 Prozent der Bevölkerung für eine Beibehaltung der Sommerzeit aus. 

Der Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit ist schon seit langem umstritten. Seit 1996 werden in der Europäischen Union am letzten Sonntag im März sowie am letzten Sonntag im Oktober die Uhren jeweils eine Stunde umgestellt. Ursprünglich sollte dank einer besseren Ausnutzung des Tageslichts Energie gespart werden, doch der wirtschaftliche Nutzen ist heute äußerst umstritten. Außerdem legen wissenschaftliche Erkenntnisse nahe, dass manche Menschen gesundheitlich unter dem Mini-Jetlag leiden.


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