Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Elf Menschen bei Angriff auf russische Schule getötet
International 4 2 Min. 11.05.2021

Elf Menschen bei Angriff auf russische Schule getötet

Bewaffnete Einsatzkräfte gehen zu dem Gymnasium Nummer 175. Bei einem Angriff auf die Schule im russischen Kasan sind mehrere Menschen getötet worden.

Elf Menschen bei Angriff auf russische Schule getötet

Bewaffnete Einsatzkräfte gehen zu dem Gymnasium Nummer 175. Bei einem Angriff auf die Schule im russischen Kasan sind mehrere Menschen getötet worden.
Foto: Yegor Aleyev/Tass/dpa
International 4 2 Min. 11.05.2021

Elf Menschen bei Angriff auf russische Schule getötet

Am ersten Schultag nach den Ferien ereignet sich in Russland ein grausames Verbrechen: Ein 19-Jähriger soll um sich geschossen und mehrere Kinder getötet haben.

(dpa/SC) - Bei einem bewaffneten Angriff auf eine Schule in der russischen Großstadt Kasan sind mehrere Menschen getötet worden. Zwei russische Staatsagenturen berichteten am Dienstag übereinstimmend von ingesamt elf Toten, darunter acht Schulkinder und ein Lehrer. Es war von mindestens einem - möglicherweise zwei - Schützen die Rede. 

Auch eine Explosion soll zu hören gewesen sein. Auf Amateurvideos war zu sehen, wie Rauch aus einem mehrstöckigen weißen Gebäude stieg. Es waren Schreie zu hören. Ein lokaler Fernsehsender berichtete, dass Kinder aus den Fenstern des dritten Stocks gesprungen seien. In Russland hatten die Schulen erst am Dienstag nach mehr als einwöchigen Ferien begonnen.

Die Polizei nahm den Agentur-Berichten zufolge einen 19-jährige Verdächtigen fest. Möglicherweise soll sich ein weiterer Täter zunächst noch in dem Gebäude aufgehalten haben. Bei einem der Täter soll es sich um einen 19-Jährigen handeln, der die Schule früher selbst besuchte. Auf der Online-Plattform Telegram soll er vor der Tat Gewalt- und Mordphantasien geäußert haben. 

Er soll zunächst mit einem Maschinengewehr die Schule durch einen Haupteingang betreten und sofort um sich geschossen haben. Es gab auch Berichte über einen möglichen zweiten Angreifer, die zunächst aber nicht bestätigt wurden.  

18 Schulkinder werden derzeit in Krankenhäusern behandelt. Sechs von ihnen seien in einem kritischen Zustand, teilten die Behörden am Dienstag der Agentur Interfax zufolge mit. Die ersten Operationen liefen bereits. Ärzte untersuchten demnach auch Kinder mit Verletzungen, Knochenbrüchen und Blutergüssen. Außerdem seien drei Erwachsene verletzt worden.

Auf Videos von vor Ort war zu sehen, wie Rettungswagen und Polizeifahrzeuge mit Blaulicht und Sirene zu der Schule rasten. Die Schüler wurden aus der Schule gebracht - unter anderem in einen benachbarten Kindergarten. Menschen standen vor dem Gebäude und beobachteten die Lage. Später wurde die Schule weiträumig abgesperrt. Kasan liegt etwa 720 Kilometer östlich von Moskau.

Nach früheren Angriffen auf Schulen haben viele Bildungseinrichtungen in dem Riesenreich Wachpersonal an Eingängen. Ob das auch bei der Schule Nummer 175 in Kasan der Fall war, war zunächst unklar. In Russland gab es in der Vergangenheit immer wieder Festnahmen, weil Jugendliche angeblich Angriffe auf Schulen geplant hatten.


17.10.2018, ---, Kertsch: Krankenwagen, Rettungskräfte und Polizisten sind nach einer Explosion in der Mensa der Berufsschule auf der Halbinsel Krim vor dem Gebäude zu sehen. Bei dem Angriff in der Schule sind mindestens 17 Menschen getötet und mehr als 40 verletzt worden. Ein Schüler der Berufsschule wurd als mutmaßlicher Täter identifiziert. Der 18-Jährige soll in der Schule um sich geschossen und in der Kantine einen Sprengsatz gezündet haben. Dann habe er sich selbst umgebracht, teilte das Staatliche Ermittlungskomitee mit. Foto: Catherine Keizo/Sputnik/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Krim: Schüler tötet mindestens 17 Menschen
In einer Schule auf der Krim ereignet sich ein blutiges Drama. Weil Russland noch nicht lange über die ukrainische Halbinsel herrscht, reagiert die Moskauer Staatsmacht äußerst nervös.

Einen der schlimmsten Überfälle auf eine Schule gab es 2004 in Nordossetien. Damals brachten tschetschenische Rebellen mehr als 1000 Lehrer, Schüler und Eltern in ihre Gewalt, die sich dort zum Beginn des neuen Schuljahres versammelt hatten. Zwei Tage später stürmten russische Spezialeinheiten die Halle. Dabei kamen mehr als 300 Menschen um, mehr als die Hälfte waren Kinder.

Die bisher letzte große Tragödie gab es im Oktober 2018, als in der Stadt Kertsch auf der von Russland einverleibten Halbinsel Krim ein 18-Jähriger an einer Berufsschule um sich geschossen und einen Sprengsatz gezündet hatte. Er und 20 weitere Menschen starben.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema