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Elf Festnahmen in schwerem Fall von Kindesmissbrauch in Deutschland
International 06.06.2020

Elf Festnahmen in schwerem Fall von Kindesmissbrauch in Deutschland

Die Staatsanwaltschaft Münster informiert über die Taten.

Elf Festnahmen in schwerem Fall von Kindesmissbrauch in Deutschland

Die Staatsanwaltschaft Münster informiert über die Taten.
Foto: dpa
International 06.06.2020

Elf Festnahmen in schwerem Fall von Kindesmissbrauch in Deutschland

Neuer schwerer Missbrauchsfall in Nordrhein-Westfalen: Die Polizei in Münster hat elf Verdächtige festgenommen, sieben Haftbefehle wurden erlassen. Drei Kinder als Opfer wurden identifiziert. Ein Tatort soll eine Gartenlaube sein.

(dpa) - In einem neuen, mehrere deutsche Bundesländer umfassenden Kindesmissbrauchsfall hat die Polizei Münster elf Verdächtige festgenommen. Sieben Beschuldigte befinden sich in Untersuchungshaft, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstag in Münster mitteilten. Drei Kinder seien als Opfer identifiziert worden. Sie seien 5, 10 und 12 Jahre alt. Bei den mutmaßlichen Tatorten spielt wieder eine Kleingartenanlage eine Rolle.

Der Hauptbeschuldigte ist ein 27-Jähriger aus Münster. Bei den sechs weiteren Beschuldigten, gegen die Haftbefehl erlassen wurde, handele es sich um dessen 45 Jahre alte Mutter aus Münster sowie um Männer aus Staufenberg bei Gießen (30 Jahre alt), Hannover (35), Schorfheide in Brandenburg (42), Kassel (43) und Köln (41). Die Ermittler hätten „unfassbare“ Bilder sehen müssen, sagte der Leiter der Ermittlungen, Joachim Poll.

Tatort Gartenlaube

Mindestens vier der Männer sollen wechselweise einen 5- und einen 10-Jährigen Jungen in einer Gartenlaube in Münster über Stunden schwer sexuell missbraucht und die Taten teils gefilmt haben. Die Mutter des Hauptbeschuldigten sei Nutzerin der Hütte; sie soll ihrem Sohn die Schlüssel überlassen und den sexuellen Missbrauch der Kinder in Kauf genommen haben.


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In einem Keller in Münster habe man einen komplett eingerichteten, klimatisierten Serverraum gefunden. Er sei dem 27-jährigen Tatverdächtigen zuzurechnen, einem IT-Techniker, sagte Poll. Das Speichervolumen der sichergestellten Daten liege nach ersten Erkenntnissen bei über 500 Terrabyte. Poll sprach von mehreren Hundert Asservaten an gefundener IT-Technik. Die Datenträger seien hochprofessionell verschlüsselt worden.

Aufwendige Ermittlungen

Den Ermittlern sei es bis heute nicht gelungen, alle Daten zu entschlüsseln. Poll sprach von aufwendigen, kniffligen und mit viel Technik verbundenen Ermittlungen. Der 27-Jährige aus Münster sei in einem landwirtschaftlichen Betrieb im Kreis Coesfeld für die IT-Technik tätig gewesen.


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Ausgangspunkt der Ermittlungen sei ein Verfahren aus dem Jahr 2018 gewesen; damals habe eine unbekannte Person Daten mit Kinderpornografie übers Internet angeboten. Über eine ermittelte IP-Adresse habe die Spur zu dem landwirtschaftlichen Betrieb im münsterländischen Kreis Coesfeld geführt.