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Eklat bei Eurogruppe: Griechenland-Verhandlungen gescheitert
International 2 Min. 12.02.2015 Aus unserem online-Archiv

Eklat bei Eurogruppe: Griechenland-Verhandlungen gescheitert

Während die "Chefs" in Brüssel stritten, gingen Tausende von Griechen am Abend auf die Straße.

Eklat bei Eurogruppe: Griechenland-Verhandlungen gescheitert

Während die "Chefs" in Brüssel stritten, gingen Tausende von Griechen am Abend auf die Straße.
REUTERS
International 2 Min. 12.02.2015 Aus unserem online-Archiv

Eklat bei Eurogruppe: Griechenland-Verhandlungen gescheitert

Griechenland und seine Euro-Partner haben sich nicht auf eine Erklärung zum gemeinsamen Kurs bei der finanziellen Rettung des Landes einigen können. Der Luxemburger Finanzminister Gramegna wies daraufhin, dass wenigstens ein Bruch verhindert worden sei.

(dpa/vb) - Griechenland und seine Euro-Partner haben sich nicht auf eine Erklärung zum gemeinsamen Kurs bei der finanziellen Rettung des Landes einigen können. Das sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem am frühen Donnerstagmorgen nach mehr als sechsstündigen Beratungen in Brüssel. Die Verhandlungen sollen am Montag nächster Woche fortgesetzt werden.

„Wir brauchen etwas mehr Zeit“, sagte der Niederländer. Es sei vor allem um Schritte für die „nächsten Tage“ gegangen. Ursprünglich sollten Experten der EU-Institutionen schon von Donnerstag an in Athen mit der griechischen Regierung sprechen.

„Wir haben die Möglichkeit einer Verlängerung (des Hilfsprogramms) besprochen“, so Dijsselbloem. „Wir sind aber noch nicht zu einer Schlussfolgerung gelangt.“ Das Programm läuft auf europäischer Seite Ende des Monats aus. Ohne Programm könnte es laut Experten für Athen bald brenzlig werden, beispielsweise bei der Rückzahlung fälliger Schulden.

Gramegna: Bruch zwischen den Partnern verhindert

Der Luxemburger Finanzminister Pierre Gramegna versuchte dem Treffen einen positiven Aspekt abzugewinnen: „Heute kam es nicht zu einem Bruch zwischen den Partnern, das ist schon sehr wertvoll.“ Über Details habe die Runde noch nicht gesprochen, dafür ging es um Grundsätzliches, sagte Gramegna weiter. „Heute haben wir uns geeinigt, dass wir den aktuellen Plan bis zum Schluss ausführen werden, das ist eine beruhigende Nachricht. Dieser Plan ist bereits flexibel“.

Dem Vernehmen nach zog der neue griechische Finanzminister Gianis Varoufakis seine Zustimmung zu der Erklärung zurück, nachdem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble das Sondertreffen verlassen hatte.

Varoufakis sprach von einer „konstruktiven und ausführlichen Debatte über alle Facetten der griechischen Krise“. Er fuhr fort: „Wir haben eine Menge unterschiedlicher und interessanter Meinungen gehört, (und) wir haben die Möglichkeit gehabt, unsere Sichtweise vorzustellen.“ Er hoffe, dass es am Montag zu einer Verständigung komme. Dann wird es ein schon länger geplantes Eurogruppentreffen geben. Der Minister ging auf das diplomatische Tauziehen um die Erklärung im Detail nicht ein.

In der Sitzung forderten die Euro-Partner das Einhalten bisheriger Abmachungen, berichteten Diplomaten. Die neue Regierung des linken Premiers Alexis Tsipras müsse für weitere Milliardenhilfen zudem strenge Auflagen erfüllen.

Die Regierung von Tsipras lehnt Teile des bisherigen Rettungsprogramms ab und fordert eine Neuverhandlung. Tsipras will auch die Geldgeber-Troika abschaffen. Das umstrittene Gremium überprüft bisher Reform- und Sparerfolge. Griechenland hängt seit fünf Jahren am Tropf internationaler Geldgeber und kann laut Experten im laufenden Jahr finanziell noch nicht auf eigenen Beinen stehen.

Dijsselbloem wird heute den EU-Staats- und Regierungschefs beim Brüsseler Gipfel über die Griechenland-Beratungen berichten. Mitten in der gefährlichen Krise um die Ukraine gibt es dem Vernehmen nach unter den „Chefs“ wenig Neigung, den Schuldenkonflikt mit der neuen Regierung in Athen eskalieren zu lassen. EU-Ratschef Donald Tusk lehnt es ab, bei dem Spitzentreffen in Detailverhandlungen über Griechenland einzusteigen.


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