Einsatz in Saint-Denis: Terrorzelle war zu neuem Attentat bereit
International 23 119.11.2015

Einsatz in Saint-Denis: Terrorzelle war zu neuem Attentat bereit

Nach der Polizei-Aktion in Saint-Denis hat der Staatsanwalt neue Details bekannt gegeben. Demnach war die Terrorzelle bereit zu neuen Taten. Bei ihrem Einsatz hatten die Spezialkräfte mit einer unerwarteten Hürde zu kämpfen.

(dpa) - Paris ist möglicherweise einem weiteren Terroranschlag entgangen. Die am Mittwoch mit einer massiven Anti-Terror-Aktion in Saint-Denis nahe der Hauptstadt überwältigte Gruppe sei zu Aktionen bereit gewesen, sagte der für Terrorismus zuständige oberste Staatsanwalt François Molins am Abend in Paris.

„Eine neue Gruppe von Terroristen wurde neutralisiert und alles deutet darauf hin, dass dieses Kommando (...) zur Tat schreiten konnte“, sagte Molins. Darauf wiesen Bewaffnung, Organisationsstruktur und Entschlossenheit der Gruppe hin.

Offen blieb zunächst, ob sich der als Drahtzieher der verheerenden Anschläge vom Freitag geltende Abdelhamid Abaaoud unter den Getöteten befindet. Abaaoud sei nicht unter den bei dem Einsatz festgenommenen Verdächtigen. Die Identität der Getöteten und der Festgenommenen werde noch ermittelt, sagte Molins. Auch der gesuchte Salah Abdeslam, Bruder des bei den Anschlägen am Freitag getöteten Brahim Abdeslam, sei nicht unter den Festgenommenen.

Verstärkte Tür stoppte die Polizeikräfte

Die Person, die sich während des Einsatzes selbst in die Luft sprengte, ist nach Darstellung Molins vermutlich eine Frau. Dies müsse aber noch überprüft werden. Zudem wurde ein Mann getötet. Acht Personen wurden festgenommen, darunter eine Frau.

Der „sehr schwierige“ Zugriff um 4.27 Uhr am Mittwoch in zwei aneinandergrenzenden Wohnungen in Saint-Denis lief nach der Schilderung von Molins mit äußerster Gewalt ab. Die verstärkte Eingangstür habe der Sprengung durch die Polizei zunächst widerstanden. Dies habe den Terroristen ermöglicht, sich auf den Zugriff vorzubereiten. Auf die fehlgeschlagene Sprengung sei fast eine Stunde nahezu ununterbrochenes Dauerfeuer gefolgt.

In dem Video sind die Schüsse zu hören:

Allein vonseiten der Polizei seien rund 5000 Schüsse abgefeuert worden, schilderte der Staatsanwalt. Ein Teil des Gebäudes drohe einzustürzen. Fünf Polizisten wurden bei der Auseinandersetzung verletzt.

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