Eindrücke an Weihnachten: Das Fest der Liebe
Weihnachtliches Surfen will gelernt sein.

Eindrücke an Weihnachten: Das Fest der Liebe

AFP
Weihnachtliches Surfen will gelernt sein.
International 30 3 Min.25.12.2017

Eindrücke an Weihnachten: Das Fest der Liebe

Eric Hamus
Eric Hamus

Fast überall in der Welt wird am Weihnachtstag das Fest der Liebe gefeiert. In manchen Teilen aber sind die Christen in der Minderheit. Papst Franziskus hat in diesem Zusammenhang für mehr Toleranz geworben.

(KNA/dpa/ham) - Mit Christmetten und feierlichen Abendgottesdiensten haben Christen in aller Welt am Sonntagabend das Weihnachtsfest eingeläutet. Papst Franziskus rief im Petersdom zu mehr Mitgefühl für Flüchtlinge und Vertriebene auf und warb für eine Willkommenskultur. Weihnachten müsse die Menschen aus ihrer Gleichgültigkeit aufwecken und die Augen für das Leid der anderen öffnen.

Auch heute gebe es „Millionen Menschen, die nicht freiwillig gehen, sondern gezwungen sind, sich von ihren Lieben zu trennen, weil sie aus ihrem Land vertrieben werden”, so Franziskus. Der Grund zur Flucht sei heute oft einzig und allein die Hoffnung zu überleben, betonte der Papst.

Mitternacht in Bethlehem

Die politische Entwicklung im Nahen Osten hat einen Schatten auf das christliche Weihnachtsfest im Heiligen Land geworfen. In Bethlehem, der Geburtsstadt Jesu, feierten die katholischen Christen am Sonntag wie in jedem Jahr die Erinnerung an die Geburt Christi. Doch nach der jüngsten Jerusalem-Erklärung von US-Präsident Donald Trump war die Stimmung unter den einheimischen Christen verhaltener. Auch etliche ausländischen Gäste hatten storniert.

Nach Einschätzung der örtlichen Franziskaner kamen weniger Menschen als in früheren Jahren. Und einmal mehr waren die Sicherheitsmaßnahmen und die Polizeipräsenz rund um die 1.500 Jahre alte Geburtsbasilika verstärkt. Dabei war 2017 eigentlich ein gutes Jahr für Bethlehem - und auch für die Christen, die hier zu einem nicht geringen Teil vom Tourismus leben. Mit 2,7 Millionen Besuchern erreichten die Palästinensergebiete einen Besucherrekord, von dem besonders Bethlehem profitierte. Doch der Boom endete abrupt mit dem 6. Dezember, als Trump Jerusalem als Hauptstadt Israels ausrief - und damit eine Protestwelle unter den Palästinensern und in der Arabischen Welt auslöste.

Auch in Bethlehem kam es zu Zusammenstößen, die zwar bald abebbten - aber nicht komplett. Noch am Samstag gab es Demonstrationen am Hauptübergang nach Jerusalem, bei dem Israels Militär auch Tränengas einsetzte.

Starker Zusammenhalt

Die britische Königin Elizabeth II. (91) hat in ihrer Weihnachtsansprache indessen den starken Zusammenhalt der Menschen nach den Terroranschlägen in Manchester und London gelobt. Die Städte seien mit starkem Charakter dem Terrorismus begegnet. Die Rede wurde vorab vom Fernsehsender Sky News im Londoner Buckingham-Palast aufgezeichnet und sollte am Weihnachtstag ausgestrahlt werden.

Großbritannien war in diesem Jahr fünf Mal das Ziel von Terroranschlägen, davon vier Mal in der Hauptstadt. Dabei hatten die Täter insgesamt 36 Menschen getötet und Hunderte verletzt. Außerdem zollt die Queen in der Rede ihrem Mann Prinz Philip (96) Respekt, der im vergangenen Sommer in Rente gegangen ist. Sie sei dankbar für Philips „Unterstützung und einzigartigen Sinn für Humor“.

Die Queen und Prinz Philip verbringen die Weihnachtszeit traditionell auf ihrem Landsitz in Sandringham. Auch Prinz Harry (33) und seine Verlobte Meghan Markle (36) wollten dort am Montag an einem Gottesdienst teilnehmen. Bereits kurz vor Weihnachten war die US-Schauspielerin zu einem Verwandtschaftstreffen in den Buckingham-Palast eingeladen worden. Britische Medien bezeichneten dies als ungewöhnlich, da das Paar noch nicht verheiratet ist.

Nemo an Weihnachten

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Frau Brigitte haben ihren Landsleuten Festtagsgrüße mit einem Foto gesendet, auf dem auch Labradormischling Nemo zu sehen ist. In der prächtigen Eingangshalle des Élysée-Palastes mit Kronleuchter blickt das Präsidentenpaar auf den Hund, der auf seinen Hinterpfoten steht. „Wir wünschen allen unseren Mitbürgern fröhliche Weihnachten und schöne Feiern zum Jahresende. Brigitte und Emmanuel Macron“, heißt es in der Twitter-Nachricht. Wo die Macrons Weihnachten verbringen, blieb offen.

Macron hatte den Hund Ende August aus einem Tierheim adoptiert und auf den Namen Nemo getauft - eine Hommage an die Figur des U-Boot-Kapitäns Nemo aus dem Jules-Vernes-Roman „20 000 Meilen unter dem Meer“. Nemo bringt gelegentlich das Protokoll des Amtssitzes im schicken 8. Pariser Stadtbezirk durcheinander. Im Oktober pinkelte er vor laufender Kamera an einen prachtvoll dekorierten Kamin.