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Einbrecher stehlen Goldschatz im Millionenwert aus Museum
International 3 Min. 23.11.2022
Bayern

Einbrecher stehlen Goldschatz im Millionenwert aus Museum

Der größte keltische Goldfund des 20. Jahrhunderts wurde 1999 bei Manching gefunden. Nun wurde der Goldschatz von Einbrechern gestohlen.
Bayern

Einbrecher stehlen Goldschatz im Millionenwert aus Museum

Der größte keltische Goldfund des 20. Jahrhunderts wurde 1999 bei Manching gefunden. Nun wurde der Goldschatz von Einbrechern gestohlen.
Foto: Frank Mächler/dpa
International 3 Min. 23.11.2022
Bayern

Einbrecher stehlen Goldschatz im Millionenwert aus Museum

Für das römisch-keltische Museum war der Goldschatz das prunkvolle Aushängeschild - nun sind die 483 Münzen weg. Einbrecher haben den zwei Jahrtausende alten Schatz aus Manching komplett gestohlen. Spezialisten des Landeskriminalamtes haben sich eingeschaltet.

(dpa/tom) - Einbrecher haben im oberbayerischen Manching einen mehrere Millionen Euro teuren Goldschatz aus der Keltenzeit erbeutet. Wie ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) am Dienstag berichtete, waren die Täter in der vorangegangenen Nacht in das Kelten Römer Museum in Manching bei Ingolstadt eingestiegen und entwendeten den 1999 bei Manching entdeckten Schatz vollständig. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet.

Der Goldschatz war das Aushängeschild des Museums. Der Sammlerwert der historischen Münzen wird laut LKA auf mehrere Millionen Euro taxiert. Es handelt sich um den größten keltischen Goldfund, der im vergangenen Jahrhundert aufgetaucht ist. Ein Grabungsteam hatte vor 23 Jahren die Münzen entdeckt. In der Vitrine befanden sich 483 Goldmünzen, die insgesamt rund vier Kilogramm wiegen, wie das Landeskriminalamt am Abend mitteilte. Sie würden auf etwa 100 vor Christus datiert.


Der "Trierer Goldschatz" wurde 1993 gefunden. Es handelt sich um den weltweit größten Goldschatz der römischen Kaiserzeit: 18,5 Kilo schwer und rund 2600 Münzen stark.
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„Der Verlust des Kelten-Schatzes ist eine Katastrophe, die Goldmünzen als Zeugnisse unserer Geschichte sind unersetzlich“, sagte Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU). Der kulturelle Schaden sei enorm. „Wer auch immer diese Tat begangen hat: Jemand hat sich an unserer Geschichte vergangen und unfassbare kriminelle Energie dafür an den Tag gelegt.“ Blume sagte, es müsse alles dafür getan werden, die Hintergründe aufzuklären und die Kriminellen zu fassen.

„Wie im schlechten Film“

„Der Einbruch muss in den frühen Morgenstunden stattgefunden haben“, sagte der LKA-Sprecher. „Es war klassisch, wie man es sich in einem schlechten Film vorstellt.“ Am Dienstagmorgen hätten die Mitarbeiter des Museums dann festgestellt, dass der Goldschatz fehlt. 


Der Angeklagte hatte gleich nach Prozessauftakt ein Geständnis abgelegt.
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Er hatte vor dem Museum Schmiere gestanden, während seine zwei Komplizen drinnen mit Gewalt versuchten, den römischen Schatz zu stehlen.

In der Nacht zum Dienstag kam es außerdem zu einem Anschlag auf einen Telekom-Technikraum in Manching. Laut Polizei wurden Glasfaserkabel durchtrennt und so Telefon- und Internetverbindungen für insgesamt 13.000 Kunden unterbrochen. Ob es einen Zusammenhang zum Einbruch gibt, weil durch den Anschlag etwa die Sicherheitssysteme des Museums gestört werden sollten, ist noch nicht bekannt.

Zunächst wurde die Kripo des Polizeipräsidiums in Ingolstadt eingeschaltet. Wegen des großen Wertes des Diebesgutes übernahm im Lauf des Tages das Landeskriminalamt Bayern den Fall. Am Mittwoch wollen die Münchner Ermittler weitere Informationen zu dem Einbruch bekannt geben.

Parallelen zu Trier und Dresden

Seit 2006 wurde der Schatz in dem Museum im Landkreis Pfaffenhofen/Ilm ausgestellt. Das sogenannte Oppidum Manching gilt als eine wichtige keltische Siedlung, in der bis heute Archäologen regelmäßig tätig sind. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege zählt die Siedlung zu den bedeutendsten Bodendenkmälern nördlich der Alpen.


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Aus Museen stehlen Kriminelle immer wieder kostbare Stücke - oder versuchen es. Schlagzeilen machte in den vergangenen Jahren insbesondere der Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden im November 2019. Damals wurden 21 Schmuckstücke mit Diamanten und Brillanten im Gesamtwert von mehr als 113 Millionen Euro gestohlen, von der Beute fehlt bisher jede Spur. Mehrere Männer stehen deshalb derzeit in Dresden vor Gericht.

Im Rheinischen Landesmuseum Trier versuchten im Oktober 2019 Einbrecher, den dort ausgestellten „Römischen Goldschatz von Trier“ zu stehlen, scheiterten aber an der letzten Panzerglasscheibe. Ein Mittäter wurde verurteilt, vom Rest fehlt jede Spur. Der Trierer Goldschatz gilt als bedeutendster römischer Goldfund nördlich der Alpen.



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