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Ein Luxemburg-Freund steht den deutschen Bischöfen vor
International 2 Min. 03.03.2020

Ein Luxemburg-Freund steht den deutschen Bischöfen vor

Georg Bätzing ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

Ein Luxemburg-Freund steht den deutschen Bischöfen vor

Georg Bätzing ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.
International 2 Min. 03.03.2020

Ein Luxemburg-Freund steht den deutschen Bischöfen vor

Michael MERTEN
Michael MERTEN
Die deutschen Bischöfe haben sich einen Reformer zum Vorsitzenden gewählt: Der Limburger Georg Bätzing gilt als Mann des Ausgleichs, der hervorragende Kontakte zu Luxemburg pflegt.

Der Limburger Bischof Georg Bätzing (58) ist neuer Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK).  Der ehemalige Verwaltungschef der Nachbardiözese Trier wurde am Dienstag in Mainz zum Nachfolger von Kardinal Reinhard Marx (66) gewählt. Bätzing gilt als Versöhner in einer zwischen Reformern und Traditionalisten zunehmend polarisierten Kirche. 

Dies konnte er unter Beweis stellen, als Papst Franziskus ihn 2016 an die Spitze des Bistums Limburg berief, dem rund 608.000 Katholiken angehören. Der Skandal um den Umbau der 31 Millionen Euro teuren Bischofsresidenz durch den zurückgetretenen Vorgänger Franz-Peter Tebartz-van Elst hatte nicht nur die Diözese gespalten, sondern auch zu einer massiven Austrittswelle unter deutschen Gläubigen gesorgt. Mit seinem programmatischen bischöflichen Wahlspruch "Congrega in unum - Führe zusammen" gelang es Bätzing, das Bistum zu befrieden.

"Das ist eine hervorragende Wahl", sagte der Luxemburger Weihbischof Leo Wagener dem "Luxemburger Wort". Wagener und Bätzing verbindet eine gemeinsame Studienzeit Anfang der 1980er Jahre am Trierer Priesterseminar.   

Bei der Bischofsweihe von Leo Wagener wirkte dessen Studienfreund Georg Bätzing mit.
Bei der Bischofsweihe von Leo Wagener wirkte dessen Studienfreund Georg Bätzing mit.
Foto: LW-Archiv

"Georg Bätzing ist ein Mann des Ausgleichs, der die Kirche in Deutschland nach vorne bewegen wird", sagte Wagener. Er wisse die Bedeutung der Laien zu würdigen und habe angesichts der verschiedenen Strömungen einen Sinn für die Einheit der Kirche. Die Herausforderung, das zerstrittene Bistum Limburg zu übernehmen, habe er "wunderbar gemeistert".


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In innerkirchlichen Debatten positionierte sich Bätzing als Reformer. Er regte eine Aufhebung des Pflichtzölibats an. "Ich glaube, es schadet der Kirche nicht, wenn Priester frei sind, zu wählen, ob sie die Ehe leben wollen oder ehelos leben wollen", sagte Bätzing in einem Interview. Zugleich sei es aber wichtig, den Zölibat als Lebensform zu "retten". Den geltenden Ausschluss von Frauen von katholischen Weiheämtern sieht Bätzing kritisch.

In der weiteren Aufarbeitung des Missbrauchsskandals sieht Bätzing eine zentrale Herausforderung für die Kirche in Deutschland. Zudem brauche es „ein neues Miteinander von Laien und Bischöfen“. Am Herzen liege ihm auch der Dialog der Kirchen, so Bätzing. Im kommenden Jahr findet in Frankfurt, das zum Bistum Limburg gehört, der dritte Ökumenische Kirchentag statt.

Seinen letzten öffentlichen Auftritt in Luxemburg hatte Georg Bätzing am 29. September bei der Bischofsweihe von Leo Wagener, bei der er mitwirkte. Das sei für ihn ein Stück Heimkommen, sagte Bätzing damals dem "Luxemburger Wort": "Wie oft war ich hier in der Kathedrale, bei Diakonenweihen, bei Priesterweihen". Rund 30 Jahre lang habe er die enge Partnerschaft zwischen der Trierer und der Luxemburger Kirche miterlebt. "Ich bin einfach vielen hier in Luxemburg sehr verbunden."

Bätzings Vorgänger als DBK-Vorsitzender, der Münchner Kardinal Reinhard Marx (66), hatte als ehemaliger Bischof von Trier ebenfalls enge Kontakte nach Luxemburg und war mehrfach bei Großereignissen wie der Springprozession oder als Redner im Echternacher Trifolion anwesend. Aus Altersgründen stand er für eine zweite Amtszeit nicht mehr zur Verfügung.


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Bätzing wurde am 13. April 1961 in Kirchen (Sieg) geboren. Er studierte Philosophie und Theologie an der Universität Trier und der Universität Freiburg. 1987 wurde er in Trier zum Priester geweiht. Von 1996 bis 2010 war er als Leiter des Priesterseminars für die Priesterausbildung im Bistum Trier verantwortlich. 2007 übernahm er die Leitung der Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier. Ab November 2012 war Bätzing Generalvikar des Bistums Trier. (mit KNA)


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