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Ein Jahr nach Terroranschlag von Wien: "Eindeutige Fehler"
International 02.11.2021 Aus unserem online-Archiv
Opferanwälte üben Kritik

Ein Jahr nach Terroranschlag von Wien: "Eindeutige Fehler"

Der Terroranschlag eines IS-Sympathisanten endete mit fünf Todesopfern, darunter der Täter, und 23 Verletzten.
Opferanwälte üben Kritik

Ein Jahr nach Terroranschlag von Wien: "Eindeutige Fehler"

Der Terroranschlag eines IS-Sympathisanten endete mit fünf Todesopfern, darunter der Täter, und 23 Verletzten.
Foto: Roland Schlager/APA/dpa
International 02.11.2021 Aus unserem online-Archiv
Opferanwälte üben Kritik

Ein Jahr nach Terroranschlag von Wien: "Eindeutige Fehler"

2020 erschießt ein Terrorist in Wien vier Menschen, auch ein Luxemburger wird verletzt. Die Opfer beklagen Ermittlungspannen.

(dpa) - Zum Jahrestag der tödlichen Terrorattacke in Wien haben Opferanwälte vom Staat Österreich Entschuldigungen und das Eingeständnis von Ermittlungspannen gefordert. „Wir sehen eindeutige Verfehlungen bei den Behörden“, sagte Anwalt Lukas Bittighofer der Deutschen Presse-Agentur. Er vertritt die Mutter einer damals 24-jährigen deutschen Studentin, die am 2. November 2020 von einem IS-Sympathisanten erschossen wurde. Am Dienstag stand die österreichische Hauptstadt im Zeichen von Gedenkfeiern für die insgesamt vier Todesopfer und die mehr als 20 Verletzten. Unter den Verwundeten war auch ein Luxemburger Student, außerdem drei deutsche Männer sowie eine deutsch-schweizerische Doppelstaatsbürgerin.


03.11.2020, Österreich, Wien: Besucher verlassen nach einer Vorstellung das Burgtheater am abgesperrten Ring. Bei einem Terrorangriff in der Wiener Innenstadt sind am Abend mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Die Attacke von Wien geht nach den Worten von Österreichs Innenminister Nehammer auf das Konto mindestens eines islamistischen Terroristen. Foto: Herbert Neubauer/APA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Wiener Anschlag: Luxemburger Student auf Weg der Besserung
Bei dem Terroranschlag in Wien war auch ein Luxemburger Student angeschossen worden. Die gute Nachricht: Er befindet sich auf dem Weg der Besserung.

Der damals 20-jährige Täter wurde von der Polizei getötet, wenige Minuten nachdem er das Feuer in einem belebten Ausgehviertel im Stadtzentrum eröffnet hatte. Der österreichisch-nordmazedonische Doppelstaatsbürger hatte bis Ende 2019 eine Haftstrafe verbüßt, weil er versucht hatte, sich der Terrororganisation Islamischer Staat anzuschließen. Eine Untersuchungskommission hat inzwischen Pannen im Vorfeld der Tat festgestellt. Den Ermittlern sei ein Treffen des späteren Attentäters mit anderen Islamisten sowie sein Versuch eines Munitionskaufs bekannt gewesen. Die Staatsanwaltschaft wurde jedoch nicht informiert.


People attend a candlelight vigil organised by the European Union of Jewish Students of Vienna university and the Austrian Muslim youth organisation after the terrorist attack in Vienna, Austria on November 5, 2020. - Austria is mourning four civilians shot dead by a 20-year-old Islamic State sympathiser who attacked a popular nightlife area in the heart of Vienna on November 2, 2020, on the last night before a second coronavirus shutdown. (Photo by HELMUT FOHRINGER / APA / AFP) / Austria OUT
Die Pannen vor dem Attentat: Wien nach dem Anschlag
Nach dem ersten Schrecken über den Wiener Anschlag kommen immer mehr Pannen ans Tageslicht. Die Verantwortung dafür wird hin- und hergeschoben.

Ende September richtete die Regierung einen Entschädigungsfonds mit 2,2 Millionen Euro für Terror-Opfer ein. Das reiche aber nicht, sagte Anwalt Karl Newole, der auch deutsche Opfer vertritt. „Niemand hat gesagt: Es tut uns leid“. Die Regierung habe keine Empathie gezeigt.

Die Stadt Wien und die Staatsspitze organisierten zwei Gedenkfeiern. Unterdessen ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter gegen mindestens sieben mögliche Helfer des Einzeltäters.


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