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Ein "großer Regenschirm" für die Notre-Dame
International 19.04.2019

Ein "großer Regenschirm" für die Notre-Dame

Blick in das Mittelschiff am Dienstag.

Ein "großer Regenschirm" für die Notre-Dame

Blick in das Mittelschiff am Dienstag.
Foto: AFP
International 19.04.2019

Ein "großer Regenschirm" für die Notre-Dame

Das Ausmaß der Zerstörung von Notre-Dame ist weitgehend bekannt. Jetzt heißt es: Weitere Schäden verhindern, denn die Wettervorhersage verheißt nichts Gutes für die Kathedrale.

(dpa) - Ein „großer Regenschirm“ soll die schwer beschädigte Pariser Kathedrale Notre-Dame vor Wasser schützen. Dabei handele es sich um eine gewaltige Plane, die über dem Gebäude angebracht werde, sagte die Präsidentin der Architektenvereinigung für historische Gebäude, Charlotte Hubert, dem Sender BFM TV.


Fire fighters are at work on top of a tower of Notre-Dame Cathedral, as a crane lifts up constreuction material in Paris on April 17, 2019, two days after a fire that devastated the building in the centre of the French capital. - French President vowed on April 16 to rebuild Notre-Dame cathedral "within five years", after a fire which caused major damage to the 850-year-old Paris landmark. (Photo by Thomas SAMSON / AFP)
General soll Wiederaufbau von Notre-Dame leiten
Frankreichs Regierung hat erste Schritte zum Wiederaufbau der durch einen Brand zerstörten Kathedrale Notre-Dame in Paris vorgestellt.

Die französische Hauptstadt war in den Tagen nach dem Feuer weitgehend von Regen verschont geblieben. In der kommenden Woche erwarten die Meteorologen allerdings Gewitter.

Deshalb soll das Gebäude mit einer Plane in der Form eines Spitzdaches wasserfest gemacht werden. Die Konstruktion müsse größer sein als das ursprüngliche Dach, damit die Handwerker darunter arbeiten können, so die Expertin Hubert.

Klaffende Löcher wo früher ein prächtiges Holzdach war: Um die Kathedrale wieder Wetterfest zu machen, soll demnächst ein "großer Regenschirm" über der Notre-Dame ausgebreitet werden.
Klaffende Löcher wo früher ein prächtiges Holzdach war: Um die Kathedrale wieder Wetterfest zu machen, soll demnächst ein "großer Regenschirm" über der Notre-Dame ausgebreitet werden.
AFP

Bereits das Löschwasser hatte in der Kathedrale großen Schaden angerichtet. Regen könnte das Gebäude weiter beschädigen. Kulturminister Franck Riester hatte erklärt, dass es besonders gefährlich wäre, wenn sich Wasser auf dem Dach der Kathedrale ansammeln würde. Das erhöhe die Einsturzgefahr, warnte er.

Am Freitag begann schließlich der Abtransport der großen Ölgemälde aus der Kirche. Riester hatte bereits zuvor erklärt, dass diese wohl eher einen Rauch- als einen Brandschaden erlitten haben und ins Louvre-Museum gebracht werden sollen. Die Kathedrale musste erst abgesichert werden, bevor der Kunst-Transport beginnen konnte.

 Am Dienstag wurden erste Bilder aus dem inneren der Kathedrale veröffentlicht. Auf dem Boden sieht man noch Löschwasserpfützen.
Am Dienstag wurden erste Bilder aus dem inneren der Kathedrale veröffentlicht. Auf dem Boden sieht man noch Löschwasserpfützen.
Foto: AFP

Unterdessen warnte der französische Umweltschutzverein Robin des Bois vor giftigen Abfällen in der Kirche. Diese seien zum Beispiel auf das Schmelzen von Blei in der Turmabdeckung und auf dem Dach während des Brandes zurückzuführen, hieß es in einer Mitteilung. Die Bewohner des betroffenen Gebiets könnten mehrere Monate oder gar Jahre beim Atmen Bleistaub ausgesetzt sein, hieß es.


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