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Ein Außenminister (fast) zum Anfassen
International 16 1 2 Min. 16.07.2016 Aus unserem online-Archiv
US-Diplomatiechef John Kerry in Luxemburg

Ein Außenminister (fast) zum Anfassen

Die US-Flagge auf Halbmast: John Kerry (r.) und Jean Asselborn erinnern im Hof des Hôtel St- Maximin an die Terroropfer in Nice.
US-Diplomatiechef John Kerry in Luxemburg

Ein Außenminister (fast) zum Anfassen

Die US-Flagge auf Halbmast: John Kerry (r.) und Jean Asselborn erinnern im Hof des Hôtel St- Maximin an die Terroropfer in Nice.
Guy Jallay
International 16 1 2 Min. 16.07.2016 Aus unserem online-Archiv
US-Diplomatiechef John Kerry in Luxemburg

Ein Außenminister (fast) zum Anfassen

Pierre LEYERS
Pierre LEYERS
US-Außenminister John Kerry stattet Luxemburg an diesem Wochenende einen Besuch ab. Trotz eines Sicherheitsaufwands der Superlative lässt es sich der hohe Gast nicht nehmen, zu Fuß durch die Oberstadt zu gehen.

Von Pierre Leyers

Die Visite war kurzfristig anberaumt worden – Am Ende wurde der gesamte Zeitplan wieder über den Haufen geworfen: Amerikas Außenminister John Kerry blieb viel länger in Moskau als ursprünglich geplant. Statt Freitagabends um sechs Uhr landete seine Air Force-Maschine erst in der Nacht zum Samstag um vier Uhr auf dem Findel.

Für Außenminister Jean Asselborn und den amerikanischen Botschafter David McKean war es eine kurze Nacht, als sie am Samstag kurz vor der Morgendämmerung den hohen Gast am Flughafen begrüßten. Auch John Kerry hatte einige diplomatische Strapazen hinter sich. Immerhin war es ihm gelungen, im festgefahrenen Syrien-Konflikt eine wichtige Annäherung zu erreichen.

Bei einem Verhandlungsmarathon in Moskau hätten sie sich auf konkrete Schritte geeinigt, die die Lage in dem Bürgerkriegsland entscheidend verändern könnten, hatten die Außenminister Sergej Lawrow und John Kerry zuvor in der Nacht zum Samstag erklärt.

Die beiden Chefdiplomaten hatten am Freitag über die Syrien-Krise beraten. Ihre Gespräche zogen sich mit Pausen über den ganzen Tag hin. Einzelheiten wollten sie nicht nennen. Die Vereinbarung könne die Lage entscheidend verändern, deuteten sie jedoch an.

Abstecher zu Lea Linster

Nach einer Audienz bei Erbgroßherzog Guillaume im Palais und einer Rast im Hôtel Royal, wo die US-Delegation logierte, begab sich John Kerry zu Fuß durch die Oberstadt in das Außenministerium. Vorher machte er noch einem Zwischenstopp im Spezialitätenladen von Lea Linster am Krautmaart.

Unter dem Applaus überraschter Touristen wurde der hohe Gast von Außenminister Jean Asselborn im Hof des Hôtel St. Maximin begrüßt. „Unsere Gedanken sind bei den Opfern des Terroranschlags in Nice“, betonte Jean Asselborn in einer kurzen Erklärung vor der Presse.

Beide Außenminister legten Blumen bei der "Gëlle Fra" nieder, als Gedenkgeste für die Anschlagsopfer in Nice.
Beide Außenminister legten Blumen bei der "Gëlle Fra" nieder, als Gedenkgeste für die Anschlagsopfer in Nice.
Guy Jallay

Der geheime Plan für eine Waffenruhe in Syrien, der Putschversuch in der Türkei, das britische Brexit-Votum und die festgefahrenen Verhandlungen über das transatlantische Handelsabkommen TTIP bildeten die Hauptthemen des Gesprächs, zu dem sich die beiden Politiker nach der Begrüßung zurückzogen.

Radtour in Steinfort

Dem Nato-Partner Türkei sicherte Kerry die Hilfe der USA bei der Aufklärung der Hintergründe des Putschversuchs zu. Er forderte aber zugleich die türkische Seite auf, Erkenntnisse über Beweise für eine Verwicklung des in den USA ansässigen islamischen Prediger Fethullah Gülen mit den US-Diensten zu teilen.

Für John Kerry, dessen Amtszeit mit der von Präsident Obama im Januar 2017 endet, wird es wohl der letzte offizielle Besuch in Luxemburg sein. Grund genug, das Land bei einer Radrundfahrt kennen zu lernen, zu der er am frühen Abend mit seinem Amtskollegen in dessen Heimatort Steinfort aufbrach. Bei der Tour war auch Radprofi Andy Schleck dabei. Später stattete der US-Außenminister Schlecks Familie noch einen Besuch ab.


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