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Ehemaliger Vatikan-Finanzchef bleibt in Haft
International 2 Min. 21.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Ehemaliger Vatikan-Finanzchef bleibt in Haft

Unter hohen Sicherheitsauflagen wurde der Verurteilte nach dem Verdikt ins Gefängnis zurückgebracht.

Ehemaliger Vatikan-Finanzchef bleibt in Haft

Unter hohen Sicherheitsauflagen wurde der Verurteilte nach dem Verdikt ins Gefängnis zurückgebracht.
AFP
International 2 Min. 21.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Ehemaliger Vatikan-Finanzchef bleibt in Haft

George Pell sitzt wegen Missbrauchs von Minderjährigen im Gefängnis. Und dabei bleibt es: Die Hoffnung auf Freispruch in zweiter Instanz erfüllt sich nicht.

(FILES) In this file photo taken on February 26, 2019 Cardinal George Pell (C) leaves the County Court of Victoria court after prosecutors decided not to proceed with a second trial on alleged historical child sexual offences in Melbourne. - Disgraced Australian Cardinal Pell was sentenced to six years in jail for child sex crimes in a Melbourne court on March 13, 2019, with a non-parole period of three years and eight months. (Photo by Asanka Brendon Ratnayake / AFP)
Sechs Jahre Haft für Kardinal Pell
Der des Missbrauchs schuldig gesprochene australische Kardinal George Pell ist zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

(dpa) - Der ehemalige Finanzchef des Vatikans, Kardinal George Pell, muss wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen im Gefängnis bleiben. Der Oberste Gerichtshof im australischen Melbourne bestätigte am Mittwoch seine Verurteilung zu sechs Jahren Haft aus erster Instanz. Damit kann der 78-Jährige frühestens im Oktober 2022 aus der Haft entlassen werden.

Pell hatte auf Freispruch gehofft. Die Vorwürfe weist er seit jeher zurück. Das Urteil nahm er ohne große Regung auf. In einer schriftlichen Stellungnahme ließ der Kardinal anschließend erklären, er sei „offensichtlich enttäuscht“. Zugleich bekräftigte er, dass er unschuldig sei.

Verurteilung im März

Als Finanzchef war Pell unter Papst Franziskus jahrelang praktisch die Nummer drei in der Hierarchie des katholischen Kirchenstaates. Wegen der Missbrauchsvorwürfe ließ er das Amt dann jedoch ruhen und kehrte aus Rom nach Australien zurück. Schließlich wurde er im März als ranghöchster Geistlicher in der Geschichte der katholischen Kirche wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen verurteilt. Das Urteil des Geschworenengerichts erging einstimmig.


George Pell muss an diesem Mittwoch erneut vor Gericht erscheinen, dann könnte seine Verhaftung beschlossen werden.
Missbrauch: Ehemaliger Vatikan-Finanzchef Pell schuldig
Das Urteil gegen den Kurienkardinal erging bereits im Dezember in Australien, wurde bislang aber unter Verschluss gehalten. Das Strafmaß ist noch offen.

Die Vorwürfe reichen in die Jahre 1996/97 zurück, als Pell gerade Erzbischof von Australiens zweitgrößter Stadt Melbourne geworden war. Nach einem Gottesdienst in der St-Patrick's-Kathedrale soll er sich an zwei Chorknaben vergangen haben, die erst 13 Jahre alt waren. Einen der Jungen zwang er demnach zum Oralsex. Zudem soll ihn Pell später abermals bedrängt haben. Von den Jungen lebt nur noch einer. Der 35-Jährige war im Prozess der entscheidende Belastungszeuge.

Pell wollte dieses Urteil nun mit Verweis auf Verfahrensfehler aufheben lassen. Zudem argumentierte die Verteidigung, dass es dem Geistlichen schon wegen der Bischofsgewänder unmöglich gewesen wäre, die Jungen in so kurzer Zeit zu missbrauchen. Der Supreme Court - das höchste Gericht des Bundesstaats Victoria - sah dies jedoch anders. Die drei Berufsrichter lehnten die Berufung ab. Die Entscheidung erging mit einer Mehrheit von 2:1.

Umstrittener Fall


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Der australische Kardinal George Pell steht wegen Missbrauchsvorwürfen erstmals vor Gericht. Der Papst-Vertraute beteuert seine Unschuld. Auf seinen Posten als Finanzchef des Vatikans kehrt er zunächst einmal aber nicht zurück.

Der Fall ist in Australien und darüber hinaus seit jeher umstritten. Pells Fürsprecher behaupten, dass der prominente Kardinal zum Sündenbock für die Missbrauchsskandale der katholischen Kirche insgesamt gemacht werden solle. Ein erster Prozess in Australien war geplatzt, weil sich die Geschworenen nicht einigen konnten. Die Vorsitzende Richterin des Supreme Court, Anne Ferguson, meinte: „Man kann sagen, dass dieser Fall die Gemeinschaft geteilt hat.“

Die Richterin wies jedoch Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Hauptbelastungszeugen zurück. Der Mann habe im Prozess stets gewirkt „wie jemand, der die Wahrheit sagt“. Pell nahm das Urteil mit steinerner Miene zur Kenntnis. Nach fünf Monaten Gefängnis war dem 78-Jährigen jedoch anzusehen, dass ihm die Haftstrafe zu schaffen macht. Nach dem Urteil wurde er von Polizeibeamten abgeführt.    


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