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Ehemaliger SS-Wachmann: Dienst im KZ aus Angst
International 13.11.2018 Aus unserem online-Archiv

Ehemaliger SS-Wachmann: Dienst im KZ aus Angst

Der 94-Jährige ist wegen Beihilfe zum Mord in mehreren Hundert Fällen angeklagt.

Ehemaliger SS-Wachmann: Dienst im KZ aus Angst

Der 94-Jährige ist wegen Beihilfe zum Mord in mehreren Hundert Fällen angeklagt.
Guido Kirchner/dpa
International 13.11.2018 Aus unserem online-Archiv

Ehemaliger SS-Wachmann: Dienst im KZ aus Angst

Die Gräueltaten im KZ Stutthof bei Danzig bestreite er nicht, so der 94-Jährige vor Gericht. Weil er Angst vor den Nazis gehabt habe, habe er sich aber nicht dagegen gewehrt, dort eingesetzt zu werden.

(dpa) - Im Prozess um hundertfache Beihilfe zum Mord im deutschen Konzentrationslager Stutthof hat sich der Angeklagte nach eigener Aussage aus Angst vor den Nazis nicht gegen seinen Einsatz gewehrt.


Dem 94-jährigen ehemaligen SS-Wachmann wird Beihilfe zum Mord in mehr als hundert Fällen zur Last gelegt.
Ehemaliger SS-Wachmann weint vor Gericht
Die Anklage lautet auf hundertfache Beihilfe zum Mord. Der Staatsanwalt schildert vor Gericht grausame Tötungsdetails. Der angeklagte ehemalige SS-Wachmann nimmt das zunächst noch gefasst auf. Dann äußern sich Holocaust-Überlebende.

Das ließ der 94 Jahre alte Angeklagte am Dienstag vor dem Landgericht Münster in einer Stellungnahme von seinem Anwalt vorlesen. Er bestreite nicht die Gräueltaten in dem deutschen Lager der Nazis bei Danzig.

Laut Erklärung sei dem Angeklagten auch der fürchterliche Zustand vieler Häftlinge nicht verborgen geblieben. Er habe als damals 18 Jahre alter SS-Wachmann allerdings von systematischen Massentötungen nichts mitbekommen. Eine Entschuldigung bei den Opfern oder Überlebenden äußerte der Angeklagte in seiner ersten Stellungnahme nicht.

Dem 94 Jahre alten Mann aus Nordrhein-Westfalen wirft die Staatsanwaltschaft vor, als Wachmann in dem Lager mehrere Hundert Morde zwischen 1942 und 1944 ermöglicht zu haben.


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Nach seiner Schilderung war der in Rumänien geborene Deutsche zuerst als untauglich für die Front eingestuft worden. Dann habe er den Befehl zum Dienst bei den SS-Wachmannschaften erhalten.

Nach Angaben der für die Aufklärung von NS-Verbrechen zuständigen Zentralen Stelle in Ludwigsburg starben bis Kriegsende 65.000 Menschen in Stutthof und seinen Nebenlagern, sowie auf den sogenannten Todesmärschen.


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