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Ecuador: Internet-Stop für Assange wegen Clinton-Attacken
International 19.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Strafe für Enthüllungen

Ecuador: Internet-Stop für Assange wegen Clinton-Attacken

In der ecuadorianischen Botschaft in London verbringt Assange nun schon fast vier Jahre.
Strafe für Enthüllungen

Ecuador: Internet-Stop für Assange wegen Clinton-Attacken

In der ecuadorianischen Botschaft in London verbringt Assange nun schon fast vier Jahre.
Foto: AFP
International 19.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Strafe für Enthüllungen

Ecuador: Internet-Stop für Assange wegen Clinton-Attacken

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Seit 2012 lebt Julian Assange in London auf engem Raum in der Botschaft Ecuadors. Die hat den Gründer der Plattform Wikileaks nun vom Internet abgeschnitten - weil die Organisation versuche, Hillary Clinton im US-Wahlkampf zu schaden. Das Asyl gelte aber weiter.

(dpa) - Ecuadors Außenministerium hat die Sperrung des Internet-Zugangs für Wikileaks-Gründer Julian Assange mit den Veröffentlichungen über US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton begründet. Assange lebt seit 2012 in der Botschaft in London, um sich einer Auslieferung nach Schweden entziehen, wo ihm sexuelle Vergehen vorgeworfen werden. «Die Regierung von Ecuador vertritt den Grundsatz der Nichteinmischung in die Angelegenheiten anderer Länder, mischt sich nicht in Wahlprozesse ein und unterstützt keine bestimmten Kandidaten», teilte das Ministerium am Dienstagabend (Ortszeit) mit.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks habe eine Vielzahl von Dokumenten veröffentlicht, die Einfluss auf den Wahlkampf in den USA hätten. Das sei eine exklusive Entscheidung dieser Organisation. Aber gemäß der eigenen Richtlinien habe man «übergangsweise den Zugang zu seinen Kommunikationssystemen in der Botschaft im Vereinigten Königreich» beschnitten, wurde in dem in der Hauptstadt Quito veröffentlichten Kommuniqué des Außenministeriums mitgeteilt.

Am Asyl für Assange halte man aber fest. «Ecuador, konsequent in seiner Tradition der Verteidigung von Menschenrechten, besonders bei Personen, die Opfer politischer Verfolgung sind, bekräftigt das Julian Assange gewährte Asyl und die Absicht, sein Leben und die körperliche Unversehrtheit zu schützen, bis er sich an einen sicheren Ort bewegen kann», heißt es in dem Kommuniqué. Die Regierung des linksorientierten Präsidenten Rafael Correa betont, dass man souverän handele und sich niemals von anderen Staaten beeinflussen lasse.

Wikileaks veröffentlicht seit Wochen E-Mails, die von Hackern beim Parteivorstand der US-Demokraten erbeutet wurden. Die Enthüllungen über Clinton werden vom republikanischen Kandidaten Donald Trump immer wieder für Attacken im Wahlkampf gegen sie genutzt. Die Wahl findet am 8. November statt. Hinter dem Angriff werden Hacker mit Verbindungen zum russischen Geheimdienst vermutet. Assange wies die Vorwürfe zurück, mit Moskau gemeinsame Sache zu machen und Trump zu helfen. Assange hatte 2012 in Ecuadors Botschaft Zuflucht gesucht, weil er und seine Unterstützer befürchten, dass er nach einer Auslieferung von Stockholm an die USA weitergereicht werden könnte.


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Seit 2012 hatte sich Assange seiner Verhaftung in London durch Flucht in die Botschaft Ecuadors entzogen. Nun bekommt er dafür ein knappes Jahr Haft aufgebrummt, nachdem ihn die Botschaft im April vor die Tür gesetzt hatte. Doch es könnte noch viel schlimmer kommen für Assange.
WikiLeaks Gründer Julian Assange wurde zu 50 Wochen Gefängnis verurteilt.
Fast sieben Jahre lebte Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London, um seiner Festnahme zu entgehen. Nun hat das südamerikanische Land den Wikileaks-Gründer vor die Tür gesetzt – die britische Polizei nahm ihn umgehend fest.
11.04.2019, Großbritannien, London: Julian Assange, Mitbegründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks, kommt am Westminster-Amtsgericht in London an. Nachdem Assange von der ecuadorianischen Botschaft das diplomatische Asyl entzogen wurde, wurde er von der Metropolitan Police festgenommen. Foto: Victoria Jones/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Julian Assange wird wohl weiterhin sein Botschaftsexil in London nicht verlassen. Auch wenn die Vergewaltigungsvorwürfe längst fallengelassen wurden, gilt weiter ein Haftbefehl in Großbritannien.
(FILES) This file photo taken on February 05, 2016 shows WikiLeaks founder Julian Assange coming out onto the balcony of the Ecuadorian embassy to address the media in central London.
A British court is to decide February 6, 2018, whether to lift a UK arrest warrant for Julian Assange, potentially paving the way for the WikiLeaks founder to leave the Ecuadorian embassy in London where he has spent the last five years.ecuador
 / AFP PHOTO / BEN STANSALL