Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Dutzende Verletzte bei Protesten
International 29.12.2017 Aus unserem online-Archiv
Gaza/Ramallah

Dutzende Verletzte bei Protesten

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden im Gazastreifen rund 20 Palästinenser durch Schüsse verletzt, zwei schwebten in Lebensgefahr.
Gaza/Ramallah

Dutzende Verletzte bei Protesten

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden im Gazastreifen rund 20 Palästinenser durch Schüsse verletzt, zwei schwebten in Lebensgefahr.
Foto: AFP
International 29.12.2017 Aus unserem online-Archiv
Gaza/Ramallah

Dutzende Verletzte bei Protesten

Michel THIEL
Michel THIEL
Mehr als drei Wochen nach der umstrittenen Jerusalem-Anerkennung durch US-Präsident Donald Trump kommt es am Freitag erneut zu Unruhen.

(dpa) - Bei Unruhen im Westjordanland und Gazastreifen sind am Freitag erneut Dutzende Palästinenser verletzt worden, mehrere davon lebensgefährlich. Eine israelische Armeesprecherin teilte mit, mehrere Tausend Palästinenser seien an Ausschreitungen entlang der Grenze zum Gazastreifen und an verschiedenen Brennpunkten im Westjordanland beteiligt gewesen.

Sie hätten Steine auf Soldaten geworfen und brennende Reifen in ihre Richtung gerollt. An der Grenze zum Gazastreifen hätten Soldaten gezielt auf vier Anstifter geschossen und diese getroffen.

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden im Gazastreifen rund 20 Palästinenser durch Schüsse verletzt, zwei schwebten in Lebengefahr. Dutzende seien durch Tränengas verletzt worden. Auch im Westjordanland wurde von mehreren Schussverletzungen berichtet.

Nach der US-Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt am 6. Dezember hatte Ismail Hanija, Chef der radikalislamischen Hamas, zu einem neuen Palästinenseraufstand (Intifada) aufgerufen. Vor allem freitags kam es seitdem, nach den muslimischen Mittagsgebeten, immer wieder zu Zusammenstößen. Bisher sind bei Unruhen und israelischen Luftangriffen im Gazastreifen zwölf Palästinenser getötet und Hunderte verletzt worden. Inzwischen ist die Gewalt jedoch abgeflaut.

Nach palästinensischen Raketenangriffen aus dem Gazastreifen beschossen die israelischen Streitkräfte dort am Freitag erneut Stützpunkte der Hamas. Militante Palästinenser hätten drei Raketen auf israelisches Gebiet gefeuert. Zwei davon habe das Raketenabwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen, teilte die Armee mit.

Israelische Medien berichteten, die dritte Rakete habe ein Gebäude direkt getroffen. Niemand sei verletzt worden. Es ist das erste Mal seit mehr als einer Woche, dass es wieder zu Raketenangriffen auf Israel gekommen sei.

Als Reaktion griffen israelische Panzer und die Luftwaffe zwei Posten der Hamas im nördlichen Gazastreifen an, wie die Streitkräfte mitteilten. Nach Angaben aus Gaza wurde eine Hamas-Einrichtung komplett zerstört.

Israel macht die bisher im Gazastreifen herrschende Hamas verantwortlich für alle Angriffe aus dem Palästinensergebiet am Mittelmeer. Israels Luftwaffe reagiert auf jede Attacke mit Gegenangriffen auf Hamas-Ziele. Die radikalislamische Organisation bemühte sich nach Medienberichten zuletzt, weitere Angriffe aus dem Gazastreifen zu unterbinden.

Die israelische Zeitung „Haaretz“ berichtete, die Hamas habe mehrere Salafisten festgenommen, die für Raketenangriffe verantwortlich gewesen seien. Über mehrere Kanäle, darunter der ägyptische Geheimdienst, habe die Organisation mitgeteilt, sie habe kein Interesse an einer weiteren Eskalation der Lage.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Meist gehen Resolutionen in der UN-Vollversammlung sang- und klanglos über die Bühne. Doch der Streit um die Abstimmung zu Jerusalem schaukelte sich bis nach ganz oben - und das, obwohl das Votum der Vollversammlung zum Status von Jerusalem nicht bindend ist.
Wer bei der Jerusalem-Resolution gegen die USA stimme, bekomme keine Hilfszahlungen mehr: so lautet die Drohung, die Präsident Trump im Vorfeld der Abstimmung übermitteln ließ.
„Sie nehmen Millionen von Dollar, sogar Milliarden von Dollar, und dann stimmen sie gegen uns. Nun, wir beobachten diese Abstimmungen. Sollen sie gegen uns stimmen. Dann sparen wir eine Menge. Es ist uns egal“, so Trump.
Nachdem die radikal-islamische Hamas drei Raketen auf Israel abgefeuert hatte, flog die israelische Luftwaffe in der Nacht zum Donnerstag insgesamt zehn Angriffe. Es seien militärische Ziele beschossen worden.
Die iraelische Luftwaffe beschoss Hamas-Stützpunkte, dabei wurden offensichtlich auch nahe Wohnhäuser in Mitleidenschaft gezogen.